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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Wenn Geld von einer in die andere Tasche fließt
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Sportschwimmer müssen jetzt zahlen
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Wenn Geld von einer Tasche in die andere fließt

Sportschwimmer müssen jetzt zahlen

Von Rainer Lahmann-Lammert

Osnabrück

Die Schwimmsportler aus den Osnabrücker Vereinen müssen ab September Eintritt zahlen, bevor sie ihre Runden drehen. Darauf pochen die Stadtwerke, die mit ihrem Bäderbetrieb möglichst wirtschaftlich und kostendeckend arbeiten wollen. Jetzt streiten die Politiker, ob die Vereine Ausgleichszahlungen von der Stadt erhalten sollen.

Jeder aktive Schwimmer erhält in diesen Tagen seine SportCard. Einem Erwachsenen werden pro Übungseinheit 1, 26 Euro abgebucht, Jugendliche unter 18 zahlen 63 Cent für einen Schwimmbadbesuch (siehe auch die Seite " Sport"). Die Osnabrücker Schwimmvereine mit ihren 2 500 Mitgliedern haben diese Regelung geschluckt.

" Mit dem Thema sind wir durch", sagt Jörg Schober, der Vorsitzende des Stadtschwimmverbandes. Allerdings noch nicht in finanzieller Hinsicht. Schober rechnet vor,, dass die Stadtwerke jährlich 60 000 Euro oder mehr von den Sportschwimmern einnehmen würden. Nun setzt er auf die Stadt, die den Vereinen eine Entschädigung zahlen soll - auch wenn das Geld dann letztlich nur von einer Tasche in die andere gesteckt werde.

25 000 Euro schlägt der Fachbereich Schule und Sport als Kompensation vor. Allerdings gebe es noch Widerstände aus der Finanzverwaltung, vermerkt Fachbereichsleiter Hans-Georg Freund. Zusagen seien den Sportlern zwar nicht gemacht worden, die Politik habe aber Wohlwollen signalisiert. Am 23. September werde der Finanzausschuss eine Entscheidung treffen.

Dieter Schwarze (FDP) ist dafür, dass die 25 000 Euro gezahlt werden, " damit die Schwimmvereine die Kosten nicht allein tragen müssen". Als Vorsitzender des Schul-und Sportausschusses hat er auch ausgelotet, ob ein Sponsoring durch die Stadtwerke nicht einfacher sei. Zumal die ja immerhin eine hundertprozentige Tochter der Stadt sind. Steuerliche Aspekte sprächen aber dagegen, hat Schwarze in Erfahrung gebracht.

Alfred Bongartz, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, findet Kompensationszahlungen an die Schwimmvereine nicht optimal. Er bekennt sich zwar zu der Absicht, die Vereine zu entlasten. " Mir wäre es aber lieber, wenn die Stadtwerke das machen", meint der CDU-Mann.

Auch Michael Hagedorn, der Fraktionschef der Grünen im Osnabrück« Rat, favorisiert ein Sponsoring der Stadtwerke. Wenn die Stadt die Kassen der Sportvereine auffüllen müsse, weil die Stadtwerke Eintritt erheben, dann klinge das nach " bürokratischem Unfug", vermerkt er.

Der SPD-Politiker Uwe Görtemöller bekennt, dass " zwei Herzen" in seiner Brust schlügen. Als Politiker sei er schon der Ansicht, dass mit dem neuen Nettebad optimale Bedingungen für die Sportschwimmer geschaffen würden - und die gebe es nicht zum Nulltarif. Als Freund des Sports trete er aber dafür ein, dass die Schwimmer unterstützt werden. Deshalb dürfe an der geplanten Kompensationszahlung von 25 000 Euro nicht gerüttelt werden. Görtemöller findet " nachvollziehbar", dass die Stadtwerke nicht die Kosten des Schwimmsports tragen wollen.

Bäder-Chef Roland Kettler erklärt, warum er sich für die neue Regelung eingesetzt hat. Jeder Badegast erzeuge Kosten für Wasser, Chemie, Wärme und Personal. In der Vergangenheit hätten die Vereine mit ihrer Pauschale zwischen 3 und 17 Cent für ihreÜbungseinheit bezahlt - und damit die tatsächlichen Kosten bei weitem nicht abgedeckt. Mit den neuen Tarifen für die Sportschwimmer bewegten sich die Osnabrücker Stadtwerke im unteren Mittelfeld, wenn man einen Vergleich mit Städten wie Herford, Bielefeld und Hannover anstelle.

Von einem möglichen Sponsoring für die Schwimmvereine hält Kettler nichts: " Die Stadtwerke sehen sich da nicht in der Pflicht, weil die Konditionen ohnehin schon günstig sind."

1, 26 EURO für jede Übungseinheit: Jörg Schober und seine SportCard. Foto: Elvira Parton

AB SEPTEMBER MÜSSEN SIE ZAHLEN: Sportschwimmer im Schinkelbad. Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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