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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Wo sich städtische Enge in Luft auflöst
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker zeigen ihre Gärten:
 
1300 Quadratmeter und ein Signal
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wo sich die städtische Enge in Luft auflöst

1300 Quadratmeter und ein Signal

Von Anne Diekhoff

Schölerberg

Irgendwo in der Nachbarschaft kräht ein Hahn, und spätestens jetzt hat man vollends das Gefühl, auf dem Land zu sein. Dass die Iburger Straße nur einen Steinwurf entfernt ist, vergisst man leicht im 1 300 Quadratmeter großen Garten von Heinz Rölker und Birgit Ukena.

Als das Paar vor einigen Jahren das Haus in der Osningstraße kaufte, gehörte nur ein kleiner verwilderter Garten dazu. Der bildet, neu gestaltet, heute das Entree: Eine Terrasse, Wein am Nebengebäude, Blumen in Terrakotta-Töpfen und vier bunt bepflanzte Beete, die von gepflegten Buchsbaumhecken eingerahmt werden - wenn die Sonne denn mal scheint, entsteht ein mediterranes Flair. Spätestens hinter dem nächsten Gartentor löst sich dann sämtliche städtische Enge in Luft auf - in dem weitläufigen Garten, den die Hausbesitzer zusätzlich gepachtet haben. Die acht Leute der Hausgemeinschaft nutzen und bewirtschaften ihn gemeinsam. " Ich will damit auch ein Signal setzen", sagt Heinz Rölker, " oft sieht man ja Hausbesitzer unten in ihren Gärten Kaffee trinken, und die Mieter sitzen in ihren Wohnungen und schwitzen, das finde ich nicht in Ordnung." Seine Mieter dürfen gern im Sommer draußen zelten, sich ein Gemüsebeet anlegen - oder das Obst ernten: Äpfel, Bimen, Pflaumen, Mirabellen und Kirschen wachsen hier.

Die zu mähende Rasenfläche ist etwas kleiner geworden, weil Heinz Rölker in einem Teil des Gartens eine Naturwieseangelegt hat - die gibt Wildblumen und Insekten einen besonderen Lebensraum und muss nur einmal im Jahr mit der Sense geschnitten werden. Hinter der Wiese beginnt der Gemüsegarten - Kohlrabi, Kartoffeln, Tomaten, Knoblauch. Alles wird nach ökologischen Gesichtspunkten angebaut und gepflegt. Brennnesseljauche als Dünger, regelmäßiges Unkrautzupfen statt chemischer Keulen. " Ich jäte gern die Beete", sagt Heinz Rölker, " dabei guck ich mir in Ruhe jede Pflanze an und merke, wie sie wieder gewachsen ist." Zum Ausruhen vom Jäten kann er sich dann auf das Hängebett legen, das zwischen Apfelbäum und Fichte gespannt ist, und die Stadt völlig vergessen. Im Rahmen der Initiative " Das offene Gartentor" können sich Interessierte am Samstag von 14 Uhr bis 18 Uhr in der Osningstraße 35 selbst ein Bild von dieser grünen Oase am Schölerberg machen.

Offenes Tor

Einblicke in verborgene Paradiese

Die Initiative " Das offene Gartentor" wurde im Jahr 1999 von Rüdiger Weddige, Professor für Staudenkunde und Freiraumplanung an der Fachhochschule Osnabrück, und Landschaftsarchitekt i. R. Prof. Christoph Repenthin ins Leben gerufen. Ihre Idee ist es, private " Gartenschätze" in und um Osnabrück an bestimmten Tagen für ein interessiertes Publikum zu öffnen. Die Besucher können dabei Gärten entdecken, die sich sowohl in der Größe, der Lage und vor allem in den pflanzlichen Schwerpunkten vielfältig unterscheiden. Wer also Lust auf gärtnerischen Erfahrungsaustausch, neue Inspiration oder einfach nur den Anblick eines schönen Gartens hat, kann hier zu bestimmten Terminen oder nach telefonischer Absprache sonst verborgene Einblicke gewinnen. Weitere Termine und Adressen unter Telefon 684238.

DER RAHMEN PASST: Kari-Heinz Rölker öffnet am Samstag seinen Garten an der Osningstraße. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Anne Diekhoff


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