User Online: 1 | Timeout: 03:37Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Im Hasestollen ist in Sachen Moos richtig was los
Zwischenüberschrift:
Drei junge Leute vom Bio-Leistungskurs der Ursulaschule erforschten unter Tage die "Leuchtstoffröhrenflora"
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Im Hasestollen ist in Sachen Moos richtig was los - Drei junge Leute vom Bio-Leistungskurs der Ursulaschule erforschten unter Tage die " Leuchtstoffröhrenflora"

Pye (andi)

Ein düsterer Bergbaustollen unter Tage, von Leuchtstoffröhren nur schwach erhellt: Wie kann hier etwas wachsen? Rätsel gibt die Natur gerne auf, und drei Schüler der Ursulaschule haben die Herausforderung angenommen. In ihrer Facharbeit für den Biologie-Leistungskurs erforschten sie " Die Leuchtstoffröhrenflora im Haseschachtstollen Osnabrück".

Indem im Jahr 2000 wieder freigelegten alten Stollen am Piesberg hatte sich eine Vegetation von Moosen gebildet, so viel wusste ihr Biologielehrer Peter Pietschmann, der das Thema vorgeschlagen hatte. " Allerdings war er von drei oder vier Moosarten ausgegangen", erzählt Nadja Buckenbergcr. Hier irrte ihr Lehrer, und die Schüler sahen sich plötzlich mit weit mehr Arbeit als erwartet konfrontiert. Scheinbar hat sie gerade das besonders angespornt - 15 Punkte, die Bestnote, bekamen Nadja Buckenberger, Nele Schulte und Jens Magnus Becker für ihre Arbeit.

" Wir haben sechs Wochen durchgearbeitet", erzählen die drei und lachen - offenbar hat ihnen diese arbeitsintensive Zeit gefallen. Dass sie für ihre Facharbeit mehr tun wollten als " nur" am Computer zu sitzen, war ihnen von Anfang an klar. " Es gab Themen, dazu konnte man im Internet fertige Werte finden, aber das fanden wir langweilig, wir wollten lieber selber forschen", sagt Nele.

Sie waren alle keine Moos-Experten, deshalb fingen sie mit ihrer Forschung ganz von vorne an mit Literatursuche in den Osnabrücker Bibliotheken. Dann haben sie Kontakt zum Fachbereich Biologie der Universität Osnabrück aufgenommen und sich bei Professoren informiert, die schon über Moose geforscht haben. Neben zahlreichen Ortsterminen im Stollen haben sie die nötigen Untersuchungen im Labor an der Uni durchgeführt. Und schließlich wussten sie, dass das Sickerwasser im Stollen, der Kohlendioxidgehalt der Luft und das schwache Licht der Röhren für zahlreiche Moossorten wie zum Beispiel das Fehle Drehmoos, Schönschnabelmoos, Brunnenlebermoos, Silber-Birnmoos, Welliges Sternmoos oder Mauer-Drehzahnmoos als Lebensgrundlage ausreicht.

Jeder der drei hat während der Arbeit einen Bereich schwerpunktmäßig betreut: Wasserhaushalt, Generationswechsel und Photosynthese der Moose galt es zu ergründen. Am Ende mussten sie ihre Forschungsergebnisse gemeinsam zu Papier bringen. " Das hat gut funktioniert", sagt Jens, " wir haben zusammen am Computer gesessen, jeder hatte sich in sein Fachgebiet eingelesen und sagte, was noch rein muss."

Trotz der vielen Arbeit haben die drei aber noch die Zeit gefunden, sich ein Maskottchen zu basteln, " Schorsch, das Moos". " Darauf kommt man dann, wenn man zu viele Stunden in diesem dunklen Stollen zugebracht hat", lacht Jens. Ganz offensichtlich hat ein bisschen Spaß zwischendurch ihrem Arbeitseifer keinen Abbruch getan.

Jugend forscht im Viertel

GENÜGSAM ist das Moos im Hasestollen. Trotz des schwachen Lichtes gedeihen hier viele Arten.

UNTER TAGE erforschten (von links) Jens Magnus Becker, Nele Schulte und Nadja Buckenberger die Leuchtstoff röhrenflora. Ihr Lehrer gab ihnen dafür 15 Punkte- Bestnote. Fotos: privat

Zur Sache
In der Nische

Die Ansiedelung der zahlreichen Moossorten im Hasestollen ist auf ihre besonders kleinen und leichten Sporen zurückzuführen. Diese Moossporen haben wahrscheinlich durch die Luftzirkulation im Haseschacht den Weg in den Stollen gefunden. Die Menge an Sickerwasser und die daraus entstehende Luftfeuchtigkeit im Stollen entsprechen den artspezifischen Ansprüchen der Moose, die das Wasser als Voraussetzung zur Photosynthese, für die Mineralienversorgung und zur Wasserversorgung der Zellen benötigen. Durch die Luftzufuhr im Stollen ist ähnlich viel Kohlenstoffdioxid für die Photosynthese vorhanden wie über Tage. Die Leuchtstoff röhren des Schachtes bieten dafür zwar nur schwaches Licht. Die Menge reicht aber offenbar diesen extrem anpassungsfähigen Moosen völlig aus. Teile der Schachtanlage bieten mit ihren rissigen, dem Licht zugewandten Flächen gute Verankerungsmöglichkeiten für die Moose. Dort befinden sie sich in einer ökologischen Nische, da die Standortbedingungen einÜberleben von größeren Pflanzen fast völlig ausschließen.
Autor:
andi


Anfang der Liste Ende der Liste