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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
"Viel Besser als ein 5-Sterne-Hotel"
Zwischenüberschrift:
"Wir rupfen keine Pflanzen aus und essen keine Beeren, ohne zu fragen"
 
Ferienhort Natura an der Nackten Mühle - Toben, bauen, käschern, entdecken
Artikel:
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Originaltext:
" Wir rupfen keine Pflanzen aus und essen keine Beeren, ohne zu fragen"

WAS SO ALLES in der Nette lebt. Die Umweltpädagogin Lisa Beerhuis (links) hilft bei der Bestimmung von Tieren und Pflanzen, die mit alten Küchensieben aus dem Wasser gekäschert wurden. Fotos: Michael Hehmann

" Viel besser als ein 5-Sterne-Hotel"

Ferienhort Natura an der Nackten Mühle - Toben, bauen, käschern, entdecken

Osnabrück (S.) " Niemanden ärgern und ausschließen. Das gildet auch für Tiere", ist nur eins von 14 Naturagesetzen. Mit der Hand geschrieben und von allen feierlich unterzeichnet. Das muss sein, wenn 30 Kinder im Grundschulalter das Gelände an der Nackten Mühle erobern.

Zum sechsten Mal öffnet der Verein für Jugendhilfe im Auftrag der Stadt während der Sommerferien einen Hort am technisch-ökologischen Lernstandort in Haste. 30 Kinder kommen montags bis freitags zwischen 7.30 bis 17 Uhr zur Nackten Mühle. Manche bleiben drei Wochen, andere nur eine, so dass während der fünf Sommerwochen weit mehr als 100 Kinder den Hort besuchen. Der Andrang war viel größer, vorgezogen wurden nach Angaben der Leiterin Christine Deibert allein Erziehende und Berufstätige. Und die sind sehr zufrieden. " Das ist besser als ein 5-Sterne-Hotel", hat eine Mutter das Programm gelobt.

Natura - der Name ist wieder einmal Programm. Schließlich gibt es immer etwas Neues zu entdecken. Matthias, Max und Tim präsentieren stolz hinter Glas eine Feuerwanze. Auf dem Rücken rot-schwarz gestreift, unten gepunktet. Um ihre Beobachtung zu beweisen, darf die Wanze auf den Fingern krabbeln, bis sie plötzlich abhebt und in die Freiheit verschwindet.

" Ich wusste gar nicht, dass die fliegen kann", klingt es erst etwas enttäuscht. Wieder was gelernt. Dann ab in die Bude, dort hat das Trio schließlich ein Schneckenlabor. Noch fehlen zwar die Schnecken, aber die werden

sich noch finden lassen.

Die Buden, vor Horteröffnung von Ferienpasskindern erbaut, bedürfen ständig der Renovierung und Verschönerung. Der Bauherren Stolz in dieser Saison: begehbare Dächer. Für den Fall, dass sich in diesem Sommer doch noch die Gelegenheit zum Sonnenbaden ergibt.

Vor dem Umgang mit Hammer, Zange und Säge gab es natürlich einen Werkzeugkurs. Nägel, die nicht mehr gebraucht werden, müssen mit der Zange aus dem Holz gezogen werden. Neben der reinen Mädchenbude mit der klaren Anweisung " Jungs nicht gestatet" bastelt die neunjährige Jascha noch an ihrem Eigenheim und bittet Sabrina Stubbe um Hilfe beim Umgang mit der großen Säge. Die angehende Berufsschullehrerin ist danach als Buden-TÜV unterwegs und kontrolliert die Sicherheit.

Conor, Luca, Malte und Jonas (am Dienstag wird er sieben) versuchen einen neuen Rekord im Seilchenspringen. Conor ist mit 36 heute der Natura-Meister. Im Doppelpack mit Luca hat er es immerhin auf 30 Sprünge ohne Patzer gebracht.

Eine Gruppe Mädchen käschert in der Nette (Natura-Gesetz: Nicht ohne Sandalen). " Hih, eine Spinne", ertönt es. " Nicht iiih, sondern ooh", antwortet prompt Umweltpädagogin Lisa Beerhuis, die mit im Wasser steht. Was genau für eine Spinne, vermag sie aus dem Stegreif nicht zu sagen, dafür hilft sie bei der Identifizierung von Köcherfliegenlarven und Kinder-Libellen, die im Wasser leben.

Auch ein ganz normales Küchensieb ist ein prima Käscher. Aber bevor es wieder in die Kiste kommt, " darauf achten, dass es sauber ist und keine Tiere mehr drin sind", ruft Lisa Beerhuis. Das ist wie " Wir rupfen keine Pflanzen raus und essen keine Beeren, ohne zu fragen" Ehrensache für echte Naturaner.

DIESE SAISON im Trend für Budenbauer sind begehbare Dächer.

MATTHIAS mit der Feuerwanze, die kurz nach der Präsentation wieder in die Freiheit flog.
Autor:
S.


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