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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Der Umweltpreis bleibt und das Ozonometer ist weg
Zwischenüberschrift:
Umweltdezernent Dieter Zimmermann im Ruhestand
Artikel:
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Originaltext:
40 Menschen auf Stühlen blockierten die Straße

BLOKADE der Möserstraße: Gleich zu Beginn seiner Amtszeit machte sich Zimmermann mit dieser Werbeaktion für die Ausstellung " Alptraum Auto" unter seinen Kollegen keine Freunde. Die Neue OZ berichtete am 11. November 1992 über die Aktion.

EIN HOLZBRETT mit kleinen Figuren und dem Szenarium " Überschwemmung an der Pernickelmühle" überreichte Feuerwehrchef Jürgen Knabenschuh (rechts) dem scheidenden Umweltdezernenten. Foto: Elvira Parton

Der Umweltpreis bleibt, das Ozonometer ist weg - Umweltdezernent Dieter Zimmermann im Ruhestand

Osnabrück (swa) Als Dr. Dieter Zimmermann im August 1992 als erster Umweltdezernent der Stadt Osnabrück anfing, wurde das als positives Signal für den Umweltschutz gefeiert. Die zwölfjährige Wahlperiode des von den Grünen vorgeschlagenen Kandidaten endet jetzt. Der 58-jährige geht in Pension. Das bisher selbstständige Umweltdezernat wird Teil eines neuen Fachbereichs Stadtentwicklung.

Zimmermann selbst, gelernter Maurer, Diplomingenieur und promovierter Politologe, sieht die umstrittene Entwicklung so: Ein Umweltamt sollte sich nach zehn Jahren selbst so weit überflüssig gemacht haben, dass freiwilliges umweltgerechtes Handeln zur Regel geworden ist. In diesem Idealfall könne Umweltschutz dann als Referat der Verwaltungsspitze angegliedert werden.

Schon zu Beginn merkte der Dezernent, bis 1984 Amtsleiter im Landkreis Osterode und bis 1992 Umweltamtsleiter in Krefeld, dass dieses Ziel nicht so einfach zu erreichen sein würde. " Von Krefeld lernen, heißt siegen lernen", dachte er und wiederholte eine PR-Aktion von dort. Dazu hatte er kurzzeitig für ein Foto ein Stück der Möserstraße sperren lassen. Ob er sich nun auch für die Verkehrsregelung zuständig fühle, war der Kommentar in der nächsten Dezernentenrunde. Ratskritik an Zimmermanns Amtsführung und ein disziplinarischer Verweis zeugen von Startproblemen.

Die politische Kultur in Niedersachsen sei halt anders, sagt Zimmermann: Die Neigung, bei vielen Sachproblemen Arbeitskreise zu bilden, an denen schon im Frühstadium Politiker beteiligt sind, führe zu einer Vermischung von Exekutive und Legislative. Zimmermann: " Das macht die Arbeit schwieriger und sachlich nicht besser."

Dass eine Umweltbehörde verwaltungsintern als Sand im Getriebe empfunden werde, hatte er anderswo schon erfahren. Auch in Osnabrück sei die schlichte Beibehaltung ökologischer Standards, zum Beispiel beim Wohnungsbau, als hinderlich angesehen worden. Eine " qualitativ hochwertige Begleitung von Bebauungsplanverfahren durch die Umweltschutzseite" ist nach Zimmermanns Auffassung optimal. Für PR-Aktionen wie das " Ozonometer", von Zimmermann im schweizerischen Chur abgeguckt, wurde er durch den Kakao gezogen.

Als Aktivposten seiner Amts/ fit wertet Zimmermann unter anderem die Einführung des Umweltpreises, der alle zwei Jahre verliehen wird und zur Verbreitung des Umweltgedankens beitrage. Die Umweltverträglichkeitsprüfung nach Krefelder Muster und die Herausgabe eines für jedermann verständlichen Umweltberichtes erstmals in diesem Herbst seien ebenfalls Aktionen, die von ihm initiiert oder unter seiner Leitung verwirklicht wurden.

Besonders in Erinnerung sind dem auch für die Feuerwehr zuständigen Dezernenten die beiden schweren Bahnunfälle 2002 und 2004: " Diese außerordentlichen Ereignisse wurden bewältigt, ohne dass es zu gesundheitlichen Schäden bei den Einsatzkräften und der Bevölkerung gekommen ist."

Im Sutthauser Feuerwehrhaus gab Zimmermann gestern seinen Ausstand. In seiner Abschiedsrede regte er an, eine Bahnfeuerwehr in Sutt-hausen zu stationieren - mit dem Ortsbrandmeister sei alles geklärt und ein Gleisanschluss sei ja auch kein Problem.
Autor:
swa


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