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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Die Stadt eingeschnürt im eisernen Ring
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Osnabrück im Mai 1904: Debatten um die Bahnunterführungen als ewiges Ärgernis
Artikel:
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Originaltext:
Die Stadt eingeschnürt im eisernen Ring

Osnabrück im Mai 1904: Debatten um die Bahnunterführungen als ewiges Ärgernis

Von Christiana Keller

Die Bürgerversammlung bewegte zum wiederholten Male ein leidiges Thema. Es ging einmal mehr um den Bahnübergang Schillerstraße, der täglich etwa viereinhalb Stunden geschlossen war.

Das Rangieren und die Durchfahrten hinderten jeden Tag tausende pünktlich zur Arbeit, in die Schule und zurück zu kommen. Dieses Ärgernis sollte endlich ein Ende haben. Rund 10 000 Personen passierten den Übergang pro Tag und standen dort oft lange Zeit bei Wind und Wetter, bis die Schranken sich hoben. Es gab zwei infrage kommende Lösungen: Unterführung der Bahn durch abgesenkte Straßen oder Hochlegung der Gleise und ebenerdige Führung der Straßen. Beide Varianten boten Vor-und Nachteile, aber vor allem kosteten sie Unsummen. Das " relativ Beste" musste gefunden werden, denn das Ideal war nicht zu bekommen.

Auf den Stationen der Eisenbahnstrecke Osnabrück-Oldenburg wurde mit dem Fahrplanwechsel die Bahnsteigsperre eingeführt. Nur mit einem gültigen Fahrschein oder einer Bahnsteigkarte konnte man seither bis zum Zug gehen.

Die Pernickelmühle stand vor 100 Jahren in hellen Flammen. In der Kornkammer hatte der Brand seinen Anfang genommen. Dabei brannten die oberen Geschosse völlig aus, der Rest wurde durch das Löschwasser stark beschädigt.

Aus dem Nachlass eines Kartografen in Gotha hatte der Museumsverein 1903 eine stattliche Sammlung des Kupferstechers Daniel Chodowiecki (1726-1801) erworben, die ab Mai 1904 erstmals dem Osnabrücker Publikum auf einige Zeit im Kupferstichkabinett vorgestellt wurde. Chodowiecki war einer der bedeutendsten Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, und der Verein besaß etwa ein Drittel seiner insgesamt 2 100 Blätter. Mit Stolz berichtete der Reporter der Osnabrücker Zeitung von diesen Schätzen im Museum der Stadt.

Nach einem dreitägigen Vortragszyklus einer " Frauenrechtlerin" aus Berlin, die im Harmonieclub die Geschichte der Frauen durch die Jahrhunderte bis 1904 darstellte, gründete sich spontan ein Verein für " Frauenbildung und Frauenstudium" in Osnabrück, dem die sozial- und kulturell engagierten Damen der Gesellschaft beinahe vollständig beitraten.

" Ohne sich kämpferisch zu geben" erklärte das Fräulein Dr. Elsa Baumgarten aus Berlin in sanfter Art: Die Zeit sei reif für ein Umdenken in Sachen Frauenpolitik! Noch wurden Bürgertöchter im Gymnasium auf ihren späteren Lebensweg im Hause vorbereitet, aber auch hier bereitete sich eine Wende vor. In einigen Städten gab es gleiche Bedingungen für

Frauenbildung auf " sanfte Art'

Jungen wie Mädchen in den Gymnasien und die ersten Ansätze, Frauen wie Männern jedes Studium zu ermöglichen, nicht nur das der Sozialberufe.

Der Osnabrücker Lehrerinnenverein schloss sich der neuen Vereinigung komplett an. Zugleich bestimmte die neu gegründete Versammlung eine Delegierte für den internationalen Frauenkongress in Berlin.

Mit " völlig klarem Wasser" warb die Badeanstalt an der Klues. Das Gelände und die Umkleidekabinen zeigten sich in frisch renoviertem Glanz, die Badesaison konnte beginnen. Für Personen männlichen Geschlechts war die Badeanstalt bis zum 30. September unentgeltlich zu besuchen.

Leider zeigte sich am Pfingstfest nur durchwachsenes Wetter, es war kühl und regnerisch mit wenig Sonne. Erst als die Feiertage vorüber waren, strahlte der Himmel in schönstem Blau.

BAHNGLEISE MITTEN IN DER STADT: Der Übergang an der Schillerstraße, hier stadtauswärts gesehen mit dem Akzisehaus links, blieb bis 1913 / 15 ein stetes Ärgernis. Foto: Rudolf Lichtenberg
Autor:
Christiana Keller


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