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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
"Sympathische Vorstellung" reichte Osnabrück nicht
 
"Zeitung 2010 ein großer Gewinn"
 
Liste ist komplett
 
Voll mit Visionen
 
Weiter so!
Zwischenüberschrift:
Thema Kulturhauptstadt: Niedersachsen entscheidet sich für Braunschweig - Kandidatenfeld der Länder komplett
 
Votum keine Überraschung - Löwenstadt überzeugt mit "Brückenschlag" zwischen Geschichte und Gegenwart
 
Reaktionen aus Osnabrück: Thema Kulturhauptstadt bleibt im Gespräch
 
Letzte Bewerberstädte nominiert
 
Zwei Bände: Bremer Bewerbung
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Thema Kulturhauptstadt: Niedersachsen entscheidet sich für Braunschweig - Kandidatenfeld der Länder komplett

" Sympathische Vorstellung" reichte Osnabrück nicht

Votum keine Überraschung - Löwenstadt überzeugt mit " Brückenschlag" zwischen Geschichte und Gegenwart

Von Jens Peter Dohmes, Redaktion Hannover

" Die Entscheidung wird keinen überraschen", räumte Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) am Dienstag in Hannover ein. Tatsächlich schien schon länger klar, dass die Landesregierung Braunschweig um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2010 ins Rennen schicken würde und nicht Osnabrück - hatte sie sich doch bereits Anfang 2003 in ihrem Koalitionsvertrag darauf festgelegt, die Löwenstadt und ihre Region bei ihrer Bewerbung unterstützen zu wollen.

Nach Aussage Stratmanns ist die Entscheidung aber unabhängig von dieser Festlegung getroffen worden: " Die Bewerbung von Braunschweig scheint uns die bessere und aussichtsreichere zu sein", sagte der Minister. Doch die Entscheidung war offenbar sehr knapp. Zunächst wollte sich Stratmann noch nicht dazu äußern, wie die Prüfung der beiden Bewerbungen in den Fachreferaten seines Hauses nach Punkten ausgefallen sei. Später reichte er Zahlen nach: Danach erreichte Braunschweig bei der Erfüllung der von der EU gesetzten Kriterien 67, 5 Punkte, Osnabrück lag mit 66, 5 Punkten nur knapp dahinter.

Beide Bewerbungen seien " sehr unterschiedlich, aber qualitativ außerordentlich anspruchsvoll" gewesen, betonte Stratmann. Und der Minister lobte die Osnabrücker, die mit einer " außerordentlich sympathischen" Vorstellung geglänzt hätten. " Durchaus klug" sei es gewesen, in der in hoher Auflage verteilten Bewerbungszeitung " 2000zehn" vor allem das " typisch Osnabrücker" Profil als Friedensstadt hervorzuheben.

Die Region Braunschweig habe letztlich überzeugt, weil die Bewerbung sowohl deren lange Geschichte " mitten in Europa" herausstelle als auch die aktuelle Besonderheit als " das Forschungsdreieck schlechthin". Dieser " spannende Brückenschlag" scheine sehr gut gelungen zu sein, sagte Stratmann.

Beide Bewerbungen an den Bundesrat weiterzuleiten, wie es zuletzt vielfach gefordert worden war, wäre schon deshalb nicht aussichtsreich gewesen, weil auch alle anderen Bundesländer jeweils nur eine Bewerberstadt präsentiert hätten, betonte der Minister. Dies stieß auf Kritik der Osnabrücker Grünen-Abgeordneten Dorothea Steiner: Die Friedenskulturstadt Osnabrück nicht zu berücksichtigen bringe Niedersachsen im Bewerbungsverfahren in eine schlechtere Position. Steiner hatte sich gemeinsam mit den SPD-Abgeordneten Ulla Groskurt und Alice Graschtat auch bei Ministerpräsident Christian Wulff dafür eingesetzt, beide Bewerbungen weiterzureichen.

Der Regierungschef betonte gegenüber unserer Zeitung, die Entscheidung sei dem Kabinett zwar nicht leicht gefallen. Nach einer ausführlichen Prüfung erscheine aber die Braunschweiger Bewerbung insgesamt Erfolg versprechender. Osnabrück habe sich dennoch mit seiner Bewerbung erneut ins Bewusstsein vieler Menschen gebracht und sein Profil als Friedensstadt auch überregional deutlich geschärft. In derselben Sitzung fasste das Kabinett den Beschluss, Osnabrück bei der Ausrichtung der Bundesgartenschau 2015 " ideell und materiell" - allerdings im Rahmen der Verfügbarkeit finanzieller Mittel - zu unterstützen. Dies bedeute aber wohl, dass die Unterstützung vornehmlich ideeller Natur sein werde, betonte Stratmann.

Nach einem Auswahlverfahren, an dem die Bundesregierung und der Bundesrat beteiligt sind, wird Deutschland nun bis September 2005 einen oder mehrere Bewerberstädte der EU vorschlagen. Im Jahr 2006 entscheidet dann der EU-Rat darüber, wer 2010 Kulturhauptstadt sein wird. Daneben wird auch eine ungarische Stadt mit dem Titel ausgezeichnet. (Siehe Kommentar.)

DER HISTORISCHE BURGPLATZ als Zentrum der historischen Identität ist Wahrzeichen Braunschweigs. Foto: dpa

FLAGGSCHIFF DER KULTURSZENE in Osnabrück ist das von Daniel Liebeskind errichtete Nussbaum-Haus.Foto: Archiv

" Zeitung 2010 ein großer Gewinn"

Reaktionen aus Osnabrück: Thema Kulturhauptstadt bleibt im Gespräch

Von unserem Redakteur Stefan Lüddemann

" Jetzt drücken wir Braunschweig die Daumen": Nach der Entscheidung der niedersächsischen Landesregierung für Braunschweig als Bewerber um den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2010 (siehe nebenstehenden Bericht) zeigte sich Osnabrücks Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip als fairer Verlierer. Die " frühe Festlegung für die Bewerbung Braunschweigs" habe die " objektive Würdigung" der beiden Bewerberstädte erschwert. Doch jetzt gebe es keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen.

Osnabrück habe die Chance genutzt, die Idee der Friedenskultur weithin bekannt zu machen. Dies sei mit vergleichsweise geringem Aufwand geleistet worden, sagte Fip und lobte ausdrücklich die Bewerbungszeitung. " Vor allem die Zeitungsidee 2010 ist ein großer Gewinn für dieStadt." Ebenso wie Fip dankte auch Kulturdezernent Reinhard Sliwka allen, die sich für die Osnabrücker Bewerbung engagiert hätten. Das Thema Kulturhauptstadt werde jetzt " nicht im Aktenschrank verschwinden", versprach Sliwka auf Anfrage. Nach der Sommerpause sollen nach seinen Worten aus der Bewerbungsschrift Projekte zur Realisierung ausgewählt werden.

Sliwka kündigte weiter an, die Öffentlichkeit noch stärker für diesen Prozess mobilisieren zu wollen. " Die Bewerbung hat uns wachgerüttelt. Wir dürfen jetzt nicht selbstzufrieden sein", forderte er weiteres Engagement für die Kultur ein. Städte, die sich auch künftig positiv entwickeln wollten, müssten ohnehin auf Kultur setzen. Gerade Kulturthemen hätten Osnabrück in den letzten Jahren Lebensqualität und überregionale Aufmerksamkeit gebracht, unterstrich der Dezernent.

OBERBÜRGERMEISTER Hans-Jürgen Fip. Foto: Hehmann hard Sliwka. Foto

KULTURDEZERNENT Reinhard Sliwka. Foto: Martens

Liste ist komplett

Letzte Bewerberstädte nominiert

Der Wettbewerb um den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2010 geht in Deutschland in die heiße Phase: Seit Dienstag ist die Liste der zehn deutschen Bewerberstädte nach Angaben des Auswärtigen Amtes komplett. Nach den übrigen Bundesländern haben neben Niedersachsen auch Bayern und Sachsen ihre Kandidaten ausgewählt.

Für Bayern geht Regensburg ins Rennen, für Sachsen bewirbt sich Görlitz.

Am 2. Juli sollen alle Anwärter ihre Bewerbung offiziII in Berlin an das Auswärtige Amt übergeben, das wiederum die Bewerbungen zur Stellungnahme an den Bundesrat weiterleitet. Derzeit bewerben sich: Braunschweig, Bremen, Essen, Görlitz, Halle, Karlsruhe, Kassel, Lübeck, Potsdam und Regensburg.

Der Deutsche Kulturrat und der Sender 3sat wollen die zehn deutschen Bewerberstädte kritisch begleiten. Im " Kultur-TÜV" des 3sat-Magazins " Kulturzeit" würden sie vom 12. Juli an einer " unabhängigen journalistischen Bewertung" unterzogen, teilte der Fernsehsender mit.

Voll mit Visionen

Zwei Bände: Bremer Bewerbung

Die Stadt Bremen hat am Dienstag erstmals ihre vollständige Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt 2010 präsentiert. Sie besteht aus zwei Bänden, in denen Bremen sich selbst sowie seine kulturellen Visionen und Projekte vorstellt. " Das ist ein Produkt, das Bremen möglichst gut und authentisch nach außen verkauft", sagte Kulturhauptstadt-Intendant Martin Heller. Zugleich solle die Bewerbungsschrift die dringend nötige kulturelle Diskussion hier der Blick auf die Altstadt - in der Stadt fördern.

Bremen will die Bewerbung heute im Auswärtigen Amt in Berlin abgeben. Dazu hat die Hansekogge " Roland von Bremen" in den vergangenen Tagen ein Exemplar in die Hauptstadt gebracht.

Intendant Heller sagte, Bremen wolle mit seiner Bewerbung einen " Stolperstein" in einem Verfahren liefern, in dem andere Städte gewichtiger seien. " Wir wollen das hinlegen, damit niemand darum herumkommt." Es solle aber auch " Stolperstein nach innen" sein. In den kommenden Monaten müsse die Stadt zeigen, dass sie es mit der Bewerbung ernst meint. (dpa)

IN BAYERN machte Regensburg - hier der Blick auf die Altstadt - das Kulturhauptstadt-Rennen. Foto: dpa

Kulturstadt

Weiter so!

Von Stefan Lüddemann

Osnabrück hat verloren - und wird auf lange Sicht doch Gewinner sein. Denn die vorhersehbare Entscheidung für Braunschweig als Kandidat im Kulturhauptstadt-Rennen wiegt weniger schwer als die Vorteile, die Osnabrück aus der eigenen Bewerbung ziehen kann. Geschärftes Profil, abgeklärte Ziele, jede Menge Projektideen - für die Friedenskulturstadt gilt: Jetzt nicht hängen lassen! Weiter so!

Denn Osnabrück ist nicht am eigenen Konzept, sondern an einer voreiligen Festlegung gescheitert, die den Wettbewerb zur Farce gemacht hat. Obendrein geht Niedersachsen nun mit einem Kandidaten ins Rennen, dessen Bewerbung die Fachleute nicht vollüberzeugt hat. Kein Bundesland hat sich bei der Kandidatenkür so ungeschickt angestellt. Das Daumendrücken für Braunschweig ist Gebot der Fairness. Aber ob das auf Bundesebene langt? Wohl kaum.

In Osnabrück kommt es nun darauf an, den Schub der Bewerbung zu nutzen und aus Ideen rasch konkrete Projekte zu machen. Dafür müssen die Menschen noch gezielter gewonnen werden. Das Thema Kulturhauptstadt ist nicht am Ende. Es fängt jetzt erst richtig an.
Autor:
Jens Peter Dohmes, Stefan Lüddermann, dpa,


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