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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bauer mit einem Herz für Kiebitze
Zwischenüberschrift:
Arthur Padeffke umkurvt mit seinem Trecker die Gelege der Wiesenvögel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bauer mit einem Herz für Kiebitze

Arthur Padeffke umkurvt mit seinem Trecker die Gelege der Wiesenvögel

Die Erdbeersaison hat begonnen. Direkt an der Sutthauser Straße östlich der Autobahnauffahrt in Nahne liegt eines dieser herrlichen Erdbeerfelder. Doch nicht nur Erdbeeren erfreuen hier des Städters Herz, sondern auch viele bestandsbedrohte Arten wie Hasen, Rebhühner und Kiebitze. Ja, auch Weißstörche wurden bereits gesichtet. Tiere, die man so stadtnah gar nicht erwarten würde.

Sehr erfreulich sind die zahlreichen Kiebitze, die hier seit mindestens 1988 brüten. In den letzten zehn Jahren waren es immer fünf bis zwölf Paare: Tendenz gleich bleibend. In diesem Jahr sind es neun Paare. Die Vögel sind wenig scheu und lassen sich daher gut beobachten. Bleibt man im Auto sitzen, dann scheucht man sie nicht auf, denn ein Auto ist ein gutes Tarnzelt, da Kiebitze es in der Regel nicht als Feind deuten.

Die olivgrünen Eier mitsamt dem Nest sind ebenso wie die Küken mit einer raffinierten Tarnzeichnung ausgestattet, die einen guten Schutz vor Feinden liefert. Das nützt aber gegen Landmaschinen gar nichts. Sehr viele Kiebitzgelege werden daher leider ein Opfer der landwirtschaftlichen Arbeit. Hier in Nahne aber nicht. Der Landwirt Arthur Padeffke kennt seine Kiebitze und hütet sie seit Jahren. So hatten die Kiebitze auch in diesem Jahr wieder einen sehr guten Bruterfolg und konnten im April fast alle Gelege ausbrüten, was 26 bis 28 Tage dauert. Ende Mai liefen 18 flügge Jungvögel zwischen den Erdbeerreihen herum. Bei neun Paaren bedeutet das einen überdurchschnittlich hohen Bruterfolg von zwei Jungvögeln pro Paar. Das reicht für die Bestandserhaltung der Art aus, die mindestens 0, 8 bis 1, 0 Jungvögel pro Paar erfordert. Unmittelbar angrenzend nisten einige Elstern und Rabenkrähen, die zurzeit große Junge im Nest haben oder bereits flügge Jungvögel füttern. Kiebitzeier und - küken sind eine willkommene Delikatesse für die eigene unersättliche Brut. Die Rabenvögel schielen daher immer auf die Felder herüber, ob sie nicht doch ein vorwitziges Kiebitzküken oder ein unbewachtes Gelege erbeuten können. Doch zwecklos: Kiebitze sind sehr wehrhaft und vertreiben Elstern und Krähen erfolgreich von ihren Eiern und Küken. Dass Elstern und Rabenkrähen für den Rückgang von Kiebitzen verantwortlich sein sollen, wie es immer wieder gern geäußert wird, ist wissenschaftlich nicht belegt.

KIEBITZE verteidigen ihre Brut erfolgreich gegen Krähen und Elstern. Das Foto zeigt einen etwa fünfwöchigen Kiebitz-Jungvogel.
Foto: Hans Jürgen Künne
Autor:
Gerhard Kooiker


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