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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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In Lauschigen Ecken den Garten immer neu entdecken
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Osnabrücker zeigen ihre Gärten:
 
Helmut und Petra Hövelkamp: Keine kurze, pompöse Sommerpracht, sondern stetig Neues zu jeder Jahreszeit
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Originaltext:
Osnabrücker zeigen ihre Gärten

In lauschigen Ecken den Garten immer neu entdecken

Helmut und Petra Hövelkamp: Keine kurze, pompöse Sommerpracht, sondern stetig Neues zu jeder Jahreszeit

Von Anne Diekhoff

Schinkel

Das Auge des Betrachters verirrt sich in der grünen Pracht. Erst langsam orientiert es sich und beginnt, Einzelheiten zu unterscheiden: die kreuzartig angelegten, von Buchsbaum gesäumten Beete, bepflanzt mit noch mehr Buchsbaum und zahlreichen Großstauden, dazu Obstbäume, Taglilien, wilder Wein: Der Schinkelaner Reihenhaus Garten von Helmut und Petra Hövelkamp zeigt, welch ein Pflanzenreichtum auf 500 Quadratmetern möglich ist.

" Ein Garten spiegelt immer die Biografie und den Charakter seiner Besitzer wider", sagt Helmut Hövelkamp. Auf dem Land aufgewachsen, hat für ihn die Nutzung von Obstwiesen eine besondere Bedeutung. " Es ist eine Freude für mich, die Entwicklung eines Apfels zu sehen, von der Blüte bis zur reifen Frucht", so erklart der gelernte Gärtner und studierte Landschattspfleger seine Motivation, auch auf kleiner Fläche Obstbäume zu hegen. Und er hat einen besonderen Trick dafür: Seine Apfelbäume sind eigentlich Apfelbüsche, die für eine leichte Ernte niedrig gezüchtet wurden. An einen Stock gebunden, hat Hövelkamp sie aber dennoch hoch gezogen - um auch den Gartenraum in zwei Meter Höhe zu nutzen, ohne dabei mit zu großen Baumkronen Probleme zu bekommen.

Wenn Helmut Hövelkamp von seinem Garten spricht, hört man die Liebe zu dem, was dort wächst, immer heraus. Zum Beispiel wenn er die lauschigen Sitzecken beschreibt, die sich hier und da im Grün verstecken: " Die Idee ist es, Orte zu schaffen, von denen aus sich jeweils die Perspektive auf den Garten ändert", erklärt der Gärtner, " man kann der Sonne hinterher wandern und den Garten immer neu wahrnehmen, den Augenblick genießen, sich an einer Blüte erfreuen." Blüten gibtr es hier fast das ganze Jahr über, von etwa 10 000 frühjahrsblühenden Blumenzwiebeln, 20 kleinkronigen Obstbäumen, Kletterrosen, Blauregen, Stauden - keine kurze pompöse Sommerpracht, sondern stetig Neues, je nach Jahreszeit.

Nicht nur der Anblick des blühenden Gartens, auch die auf dieses Ziel gerichtete Arbeit ist für Helmut Hövelkamp ein Stück Lebensqualität. " Ein Garten ist Ausgleich zum Berufsalltag, er ist gut für Stessabbau und für das Üben in Geduld", sagt er. Wie beim Heranziehen eines natürlichen Gartentores: In wenigen Jahren schon dürften zwei einander gegenüberstehende Eiben über dem Weg zusammengewachsen sein. Dann markieren sie den Übergang vom " Arbeitsraum" des Gartens mit Komposthaufen und geschützten Anzuchtbeeten zum Nutz- und Zierraum.

Dass es zuweilen etwas eng wird für Spaziergänge im Garten, liegt an der Sammlerleidenschaft des Gärtners: Über 40 Sorten Buchsbaum und 80 Sorten Taglilien hat Helmut Hövelkamp bereits zusammengetragen, und weil die Beete voll sind, stehen viele Pflanzen in Töpfen daneben. Noch dazu pflegt er besondere Einzelpflanzen, wie einen sehr hoch gezogenen Liguster, der den Garten vom Licht einer Straßenlaterne abschotten soll, oder den Lebkuchenbaum auf der Terrasse, der sommers als Sonnenschirm und winters als filigraner Weihnachtsbaum für die Lichterkette dient. Nur eines fehlt in diesem Garten, den die Hövelkamps vor knapp zehn Jahren übernahmen und neu gestalteten: Die handelsübliche große Rasenfläche. Bei dem Bedarf an Raum für liebevoll gehegte Pflanzen wäre das reine Platzverschwendung.

Interessenten können auch diesen Garten im Rahmen der Aktion " Das offene Gartentor" nach telefonischer Absprache unter der Nummer 708965 besichtigen.

EIN STÜCK LEBENSQUALITÄT: Helmut Hövelkamp in seinem 500 Quadratmeter großen Pflanzenparadies.

Foto: Egmont Seiler
Autor:
Anne Diekhoff


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