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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Das Nest in der Neumarkt-Platane
Zwischenüberschrift:
Elstern lassen sich vom City-Lärm nicht schrecken
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das Nest in der Neumarkt- Platane

Elstern lassen sich vom City-Lärm nicht schrecken - Klug und anpassungsfähig

Von Gerhard Kooiker

Innenstadt
Unten auf dem Neumarkt pulsiert das hektische Leben der Großstadt. Oben im dichten Blätterdach der Platane wohnt das heimliche Familienglück. Ein Elsternpärchen füttert seine flüggen Jungen, unbemerkt und unbeobachtet von Passanten, die zu tausenden zu ihren Bussen eilen.

Die Elster ist heute in Osnabrück wie in vielen Teilen Europas eine Charakterart der Ortschaften und Städte. Auch in der Innenstadt hat sie schon seit Jahren Fuß gefasst. Das war aber nicht immer so: In Osnabrück sind wir seit 1880 über die Bestandsdynamik der Elster relativ gut unterrichtet. Um die Jahrhundertwende war der Vogel im Stadtraum eine Besonderheit. Damals kam das Nest eines im Schlosspark brütenden Elsternpaares sogar ins Museum. Nach 1900 führten Erweiterungen der Grünanlagen und Baumpflege in den städtischen Anlagen zu einem leichten Bestandsanstieg der Elsternpopulation. Der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit brachten eine starke Zunahme.

Mit zunehmendem Wiederaufbau zog sich die Elster wieder in die Außenquartiere zurück, so dass die Innenstadt 1961 nahezu frei von Elstern war. Eine zweite Welle setzte dann in den 70er Jahren ein, wohl in Verbindung mit der Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung in der Umgebung der Stadt. Hier war bemerkenswert, dass die Zunahme der Elsternbesiedlung in den einzelnen Stadtteilen unterschiedlich verlief. Besonders spektakulär war ihr nahezu explosionsartiges Vordringen in die Osnabrücker Innenstadt von einem Paar (1985) auf 19 Paare (1997). Seit 1994 stagniert der Bestand auf einem hohen Niveau, hat in vielen Stadtteilen wie auch in der Innenstadt seine ökologische Grenzkapazität erreicht und reguliert sich dichteabhängig selbst - ohne Hilfe der Jagd.

Elstern sind klug und sehr anpassungsfähig. Gelegentlich praktizieren sie " modernen Wohnungsbau", wenn sie zum Beispiel in einem Stahlgittermast brüten wie am Osnabrücker Hauptbahnhof. Die Vögel scheinen sich bei der Wahl ihres Nistplatzes von Erfahrungen leiten zu lassen, da in solchen Stahlgittermasten ihre Nester vor Tieren und Menschen sicher sind.

DIE ELSTER lässt sich vom hektischen Treiben in der Großstadt nicht stören. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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