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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
"In der Martinianer Laischaft ist wieder Torf vorräthig"
Zwischenüberschrift:
Schüler des Gymnasiums "In der Wüste" sind auf der Suche nach dem Niedermoor in ihrem Stadtteil fündig geworden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" In der Martinianer Laischaft ist wieder Torf vorräthig"

Dass die Wüste ein Altlasten-Problem hat, weiß fast jeder in Osnabrück. Aber darüber hinaus - oder besser darunter - hat ihre Bodengeschichte noch mehr zu bieten: Die Wüste war ein Niedermoorgebiet. Das zu belegen und mehr über die moorige Vergangenheit ihres Viertels zu erfahren war und ist das Ziel der Umweltgruppe am Gymnasium " In der Wüste".

" Wir wollen das Image der Wüste aufbessern", sagt Ulf Vogel und lacht, " bisher ist sie ja eher als Müllkippe bekannt." Wie die meisten aus der Gruppe ist er schon seit vielen Jahren dabei und ' längst ein Niedermoor-Experte: Auf seine Initiative hin entstand im Innenhof der Schule vor fünf Jahren ein " Minimoor" zur Anschauung.

Angeregt dadurch und durch Torf-Funde bei der Arbeit der Gruppe für das Bodenprojekt der Expo 2000, begann die Suche nach weiteren Belegen. Bei ihren Recherchen in Bibliotheken, beim Umweltamt und im Internet stellten sie fest, dass schon andere Osnabrücker versucht haben, die Geschichte des Moores zu dokumentieren, wie der frühere Osnabrücker Bürgermeister Dr. Johann Carl Bertram Stüve. 1848 veröffentlichte er in den " Mitteilungen des historischen Vereins zu Osnabrück" den Text " Das Moor der Wüste bei Osnabrück".

Dass mit Torf gehandelt wurde, beweist auch ein Hinweis . aus den " Osnabrückischen Anzeigen" vom August 1847: " In der Martinianer Laischaft ist wieder trockener Torf vorräthig und wird derselbe zu möglichst billigen und festgesetzten Preisen verkauft." Leider werden die Laischafter nicht konkreter bei den Angaben zur Herkunft ihres Torfes: " Die vielen unerledigt gebliebenen Bestellungen im vorigen Jahre haben uns veranlasst, die Torfarbeiten in der Wüste bedeutend zu erweitern", heißt es allgemein.

Die bisherigen Forschungsergebnisse sind den Jugendlichen vom Gymnasium " In der Wüste" noch zu vage, deshalb planen sie einen Besuch im Staatsarchiv. " Wir wollen sehen, wie das mit der Martinianer Laischaft genau war, wo sie den Torf abgebaut haben", sagt Jan-Willem Vogel. Wenn sie es endlich genau wüssten, könnten sie von der historischen Forschung, bei der sie vor allem die Ausbreitung des Moores interessiert,

Natürlich gäbe es auch noch andere Möglichkeiten: " Wir würden uns sehr über Hinweise aus der Bevölkerung freuen", betont Diplom-Chemikerin Anne Hammer, die zusammen mit ihrem Mann, dem Chemielehrer Erhard Hammer, die Umweltgruppe leitet. " Vielleicht hat noch jemand offizielle Aufschlüsselungen von den Altlasten-Bodenproben." Aber auch Hinweise auf Torffunde in Baugruben oder Gärten wären schon hilfreich.

WIE TIEF MUSS MAN BOHREN? Die Schüler der Umwelt-AG bei der Sondierung auf einem Grundstück in der Wüste. Von links: Philip Strothmann, Ulf Vogel, Sebastian Stipp, Tobias Droeste und Jan-Willem Vogel. Foto: Hermann Pentermann

Zur Sache: Das Niedermoor in der Wüste

Schon Stüve fand den Torfstich bemerkenswert

Niedermoore bilden sich bei der Verlandung von Seen, typische Pflanzen sind Rohrkolben, Seggen, Schilf, Schwarzerle und Weide, die auf einer mindestens 30 cm mächtigen Torfdecke gedeihen. Die Umweltgruppe des Gymnasiums Wüste hat Torfreste neben dem Uni-Sportplatz am unteren Pappelgraben und auf dem offenen Grundstück Ecke August-Hölscher-Straße / Hiärm-Gruppe-Straße gefunden.

Beweise für den Abbau von und Handel mit Torf aus der Wüste liefern neben den Anzeigen der Martinianer Laischaft auch der Bericht von Johann Carl Bertram Stüve, der sich schon 1848 bemühte, die Bodengeschichte der Wüste zu erforschen. Er schrieb: "(...), und da der seit einigen Jahren auf der Wüste, in der Nähe

der Stadt betriebene Torfstich zu solchen Untersuchungen eine Gelegenheit gibt, welche wohl selten so günstig vorkommt: So wird es von Interesse sein, hier darauf hinzuweisen." Ein Einblick in das Archiv der Martinianer Laischaft soll genauere Erkenntnisse darüber bringen, über welches Gebiet sich das Niedermoor der Wüste genau erstreckte.( andl)
Autor:
Anne Diekhoff


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