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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Ideales Modell: Firmen packen kräftig mit an
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Schwerer Weg zur Ausstellungshalle
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Ideales Modell: Firmen packen kräftig mit an

Schwerer Weg zur Ausstellungshalle

Osnabrück (swa) Vor über 100 Jahren schrubbten sich die Bergleute in der Kaue den Kohlenstaub aus den Poren. Dann nutzte der Steinbruchbetrieb das Gebäude am Süberweg als Magazin. Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde der Industriebau dann im neuromanischen Stil vom Museum restauriert, zum Ausstellungsgebäude umfunktioniert und so zu neuem Leben erweckt.

Besucher kamen, um sich im Friedensjahr die Erste-Weltkriegs-Ausstellung " Der Tod als Maschinist" anzusehen. Beim " Maus-Oleum", der Ausstellung zum Jubiläum der Sendung mit der Maus, traten sich Scharen von Kindern aus der Region gegenseitig auf die Füße. Was die wenigsten Besucher dabei merkten: Es war ein beschwerlicher Weg. Allein die Suche nach geeignetem Wellblech für die frei tragende Tonnendach-Konstruktion war eine detektivische Spezialaufgabe, die die Denkmalpfleger noch im Urlaub in Portugal beschäftigte. Bis die Kaue als Ausstellungsgebäude genutzt werden konnte, floss viel Schweiß.

Geldquellen sprudelten dagegen weniger ergiebig. Ohne die Senator-Friedrich-Lehmann-Stiftung, die das Projekt Magazingebäude mit rund 200 000 Euro förderte, hätte die Restaurierung wohl bis zum St.-Nimmerleins-Tag verschoben werden müssen.

Finanzielle Planungssicherheit, Voraussetzung für eine kontinuierliche Entwicklung des " Industrie-und Landschaftsparks Piesberg", entstand 1997 mit der Gründung der Museum Industriekultur Osnabrück gGmbH (MIOS). Das ist der offizielle Name des Museums, und das kleine " g" vor dem Kürzel GmbH steht für gemeinnützig. Für den amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden, den Sparkassenvorstand Franz-Josef Hillebrandt, ein ideales Modell.

Zunächst hatte es Überlegungen gegeben, das Museum in eine Stiftung zu überführen. Aber das, so Hillebrandt, hätte bedeutet, dass Stiftungskapital auf die hohe Kante gelegt worden wäre und das Museum lediglich von den regelmäßigen Kapitalerträgen profitiert hätte. Aber das Museum brauchte das Geld ja sofort für den Ausbau. Die Sparkasse hält 76 Prozent des Stammkapitals von 51 100 Euro. Weitere Gesellschafter sind die Georgsmarienhütte GmbH, Hellmann, Karmann, KME, die Lehmann-Stiftung, Meinders & Elstermann, Rawie, Schoeller, Sibobeton, Walther Hakenberg für Klöckner Durilit und die Weymann GmbH.

Die Gesellschafter, bedeutende Repräsentanten der regionalen Industrie, bestellen den Aufsichtsrat und den Geschäftsführer, zur Zeit Rolf Spilker. Ein klarer Vorteil dieser Konstruktion ist aus Sicht dies Aufsichtsrats-Vorsitzenden die straffe Entscheidungsstruktur: " Viele Dinge regeln Herr Spilker und ich am kurzen Draht."

Auch zur Finanzierung der gGmbH trägt die Sparkasse kräftig bei. Die Sparkasse Osnabrück pumpt jedes Jahr 600 000 Euro in das Projekt. Alles in allem, so hat Hillebrandt ausgerechnet, hat das Geldinstitut das Projekt bisher mit 4, 3 Millionen Euro gefördert. Die jährlichen Betriebskostenzuschüsse der Stadt liegen derzeit bei knapp 450 000 Euro.

Weitere Mittel fließen aus der Kasse des Fördervereins und von Sponsoren und Förderern wie zum Beispiel der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Die Gesellschafter der gGmbH greifen den Akteuren oft mit praktischer Hilfe unter die Arme. Dazu kommen Stiftungen, die vom Museum verwaltet werden: Die Stiftung Handwerksmuseum Wielens oder die Stiftung Dr. Rainer Buchwalsky, die dem Museum eine beachtliche Sammlung zum Thema Fototechnik zur Verfügung gestellt hat. Der alte Pferdestall neben dem Magazingebäude soll demnächst die Sammlungen beherbergen - eine neue Bewährungsprobe für die MIOS gGmbH.

IN DER WASCHKAUE, wo sich vor über 100 Jahren die Bergleute den Kohlenstaub von der Haut schrubbten, finden heute Ausstellungen zu industriegeschichtlichen Themen statt. Eine aufwändige Restaurierung des neuromanischen Gebäudes machte es möglich. Foto: Gert Westdörp
Autor:
swa


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