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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Zwei Zentrale Plätze nach Pariser Vorbild
 
Nur wenige Arbeitslose am Westerberg
 
"Der Stadtteil ist die grüne Lunge Osnabrücks"
Zwischenüberschrift:
Aus der Nähe betrachtet: Der Stadtteil Westerberg
 
Westerbergviertel entstand Ende des 19. Jahrhunderts - Beliebtes Ausflugsziel für ganz Osnabrück
 
Was ist das Besondere am Westerberg?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Aus der Nähe betrachtet: Der Stadtteil Westerberg

Zwei zentrale Plätze nach Pariser Vorbild

Westerbergviertel entstand Ende des 19. Jahrhunderts - Beliebtes Ausflugsziel für ganz Osnabrück

Von Arne Köhler

Westerberg

Kein Osnabrücker würde daran zweifeln: Der Westerberg gehört zu den beliebtesten Wohngegenden der Stadt. Mit Kopfstein gepflasterte Alleen führen den Hang hinauf, bunte, großzügige Häuser erinnern an die Gründerzeit, und überall schimmert frisches Grün aus Gärten und Parkanlagen hervor.

Dieses gartenstadtartige Ortsbild, das die meisten Osnabrücker vom Westerberg im Kopf haben, wurde Ende des 19. Jahrhunderts geprägt und hat den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden. 1872 stellte die Stadt für den Südhang des knapp über 100 Meter hohen Kalkberges, der wahrscheinlich bereits seit der Frühgeschichte besiedelt ist, einen Bebauungsplan auf. Das Quartier wurde nach Pariser Vorbild mit zwei sternförmigen Plätzen als Achsen gestaltet - dem Straßburger Platz und dem Belfortplatz. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das städtebaulich höchst interessante Westerbergviertel von hier aus zu einem Stadtteil, in den vor allem wohlhabendere Bevölkerungsschichten zogen.

" Am Westerberg, da wohnen nur die Reichen." Dieses Image, das im Spannungsfeld zwischen Bewunderung und Neid zu suchen ist, kennt jeder Osnabrücker - und natürlich auch die Westerberger selbst. Diese sind zwar einerseits stolz auf die hohe Wohnqualität in ihrem Stadtteil - auch wenn natürlich längst nicht jeder am Westerberg in einer Gründerzeitvilla lebt! Andererseits verwahren sie sich aber energisch gegen den gelegentlich in der Stadt geäußerten Verdacht, sie säßen bei Politik und Verwaltung an längeren Hebeln als andere Einwohner.

Denn Probleme hat natürlich auch der Westerberg. Vor allem die hohe Lärmbelastung durch Schleichverkehr liegt vielen Stadtteilbewohnern schwer im Magen: Denn ortskundige Autofahrer benutzen den Westerberg gerne als Abkürzung. Überhöhte Geschwindigkeit auf ansteigenden Straßen und historischem Kopfsteinpflaster sorgen bei den betroffenen Anwohnern vor allem nachts für Ärger über einen zu hohen Geräuschpegel. Seit Jahrzehnten wird über den Bau einer Umgehungsstraße diskutiert - bislang aber noch ohne konkretes Ergebnis. Der Vorschlag, die Westumgehung als Tunnel zu realisieren, hat zuletzt allerdings für Bewegung in dieser Frage gesorgt. Abseits solcher Diskussionen bleibt der Stadtteil ein Ausflugsziel für ganz Osnabrück: Auf seinem Gebiet beherbergt er nicht nur den Botanischen Garten der Universität, sondern auch zwei beliebte Naherholungsgebiete: den Rubbenbruchsee und das Heger Holz.

Traditionell mit beiden Gebieten und dem gesamten Stadtteil Westerberg eng verbunden ist die in früheren Zeiten für die Verwaltung der Feldmark zuständige Heger Laischaft. Im kommenden September unternimmt sie wieder ihren großen " Schnatgang" und lässt dabei auch den traditionellen Schlachtruf " Olle use!" (" Alles unser' s") hören. Teil der Laischaftstradition ist übrigens auch die " Eiserne Hand" an der Lotter Straße, ein alter Grenzstein in einer Bruchsteinmauer.

Stadtteil-lnfo

Nur wenige Arbeitslose am Westerberg

481 Hektar umfasst der Stadtteil Westerberg, der seinen höchsten Punkt mit 108 Metern am Wasserbehälter südlich des Botanischen Gartens hat. Der niedrigste Punkt ist die Fläche nördlich des Kindergartens bei der Markuskirche (61 Meter). Etwa 8 900 Menschen leben hier in gut 5 500 Haushalten (Datenstand: 2003). 22, 5 Prozent der Westerberger sind 65 Jahre oder älter - ein höherer Anteil alter Menschen findet sich sonst nur in der Bevölkerung von Schinkel-Ost (26, 2 Prozent). Lediglich 4, 3 Prozent der Westerberger sind arbeitslos gemeldet (stadtweiter Durchschnitt: 7, 7 Prozent). Weniger Arbeitslose gibt es nur in Sutthausen (4 Prozent). Zwei Schulen gibt es im Stadtteil: Die Heinrich-Schüren-Grundschule (196 Schüler) und die Hermann-Nohl-Sonderschule( 128 Schüler).

Was ist das Besondere am Westerberg?

" Der Stadtteil ist die grüne Lunge Osnabrücks"

Er lebe sehr gerne am Westerberg, sagt Ingo Klute. Aber ein emotionales Bekenntnis zu seinem Stadtteil lässt er sich dennoch nicht entlocken. " Die Westerberger Art ist eben manchmal ein klein wenig unterkühlt", erklärt er seine Zurückhaltung schmunzelnd. Statt lokalpatriotischer Floskeln zählt der 64-jährige Kaufmann, der seit seiner Geburt in diesem Stadtteil lebt, lieber Fakten auf: Eine sehr gute Wohnqualität biete der Westerberg, zum Teil in schönen Gründerzeithäusern. Auch eine ausgezeichnete Nahversorgung gebe es: Allein wenn er Brötchen holen wolle, könne er zwischen fünf Geschäften auswählen. Vier attraktive Altenheime beherberge der Westerberg - nicht zuletzt wegen seiner angenehmen Lage zwischen zwei Naherholungsgebieten. " Der Stadtteil ist die grüne Lunge Osnabrücks", unterstreicht Klute.( ack)

ANGENEHMES LEBEN IM GRÜNEN: Der Westerberg gilt als eines der beliebtesten Wohngebiete der Stadt. Für Ärger bei den Anliegern sorgt allerdings der teilweise lebhafte Schleichverkehr, den der Stadtteil verkraften muss. Fotos: Detlef Heese

DIE LOHMÜHLE, hier ein historisches Foto, wurde im 19. Jahrhundert am Osthang des Westerbergs errichtet. Der Mühlenstumpf ist noch heute erhalten.
Autor:
ack


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