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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Ohne Verschnaufpause zum nächsten Projekt
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Der alte Pferdestall neben dem Magazin wird bis 2006 saniert - Platz für neue Dauerausstellung
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Ohne Verschnaufpause zum nächsten Projekt

Der alte Pferdestall neben dem Magazin wird bis 2006 saniert - Platz für neue Dauerausstellung

Von Holger Jansing

Osnabrück

Die Industrialisierung steckte in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wahrlich nicht mehr in den Kinderschuhen. Trotzdem waren es nicht Maschinen, sondern Pferde, die die Steine aus dem Piesberg zur Verladestelle brachten. Kilometerlang mussten sie die voll gepackten Förderwagen über die Schmalspurschienen schleppen. Nachts konnten die Zugtiere in einem Stall verschnaufen, der um 1900 entstanden war.

Die Maurer hatten damals solide Arbeit geleistet - ein Glück für das Museum Industriekultur, das das Gebäude ab 2006 für eine neue Dauerausstellung nutzen wird. Die Industrialisierung des Handwerks wird dann darin in allen Einzelheiten zu sehen sein. Auch die Museumspädagogik wird mit einziehen.

In den zurückliegenden Jahren wurde der Pferdestall als Lagerhalle genutzt. Drinnen liegt noch Gerümpel, Fensterscheiben sind zum Teil zerbrochen, und in den Holzbalken hat sich der Hausschwamm breit gemacht. 500 000 Euro sind veranschlagt, um das Gebäude in Stand zu setzen. Die Finanzierung ist gesichert, noch in diesem Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen.

Auf insgesamt 400 Quadratmetern entstehen im Erd- und Obergeschoss jeweils zwei große Räume. Sie werden ausreichend Platz bieten, um die Entwicklungen im Müller-, Automobil-, Papiermacher- und Schusterhandwerk von den Ursprüngen bis zur Moderne zeigen zu können. Geplant ist zudem, draußen unter dem großen Vordach die alte Schmiede zu reaktivieren. Gemeinsam mit den Museumspädagogen werden Kinder selbst Papier schöpfen können oder anschaulich den Weg vom Korn zum Brot kennen lernen.

Zunächst aber steht die Sanierung des Mauerwerks an, und wegen des Hausschwammbefalls muss das Dach komplett erneuert werden. Im Laufe der Zeit ist der Pferdestall mehrfach verändert worden. In Absprache mit der Denkmalpflege sollen diese achitektonischen Brücke sichtbar bleiben. Statt der drei hässlichen Garagentore aus Blech werden allerdings moderne Stahlfenster eingebaut, und auch einen neuen Eingang wird das Gebäude bekommen. An der Fassade selbst ist ein interessantes Detail der Industrialisierung zu entdecken. Die Fensterlaibungen sind aus Kunststein, der aus Steinstaub und Zement gepresst wurde. Direkt gegenüber am Magazin, das 1893 fertig gestellt wurde, sind die Einfassungen der Fenster aus Sandstein.

Die Museumsmannschaft hat in den vergangenen zehn Jahren eigentlich nie verschnaufen können. Nach dem Umbau des Magazins zur Ausstellungshalle und der Freilegung des Hasestollens ist der Pferdestall das nächste große Projekt, das sich die Mitarbeiter vor die Brust genommen haben. " Eigentlich wird die Sanierung kreativproduktiv nebenher laufen", bemerkt Museumschef Rolf Spilker, " denn mit dem Alltagsgeschäft sind wir voll ausgelastet."

Pioniergeit ist überall zu spüren

Jedes Jahr eine Sonderausstellung, die vielen Baumaßnahmen und Großveranstaltungen wie die " Mai-Fire" in zwei Wochen: " Wir haben noch nie mit so wenig Leuten so viel geschafft", sagt der Chef und weiß nicht, ob er stöhnen oder sich freuen soll. Der Pioniergeist ist in dem zehn Jahre jungen Museum, das noch längst nicht fertig ist, an allen Ecken und Enden zu spüren.

Rolf Spilker weiß, dass das Gelände am Piesberg sehr entwicklungsfähig ist. Das - war von Beginn an eine große Chance für die Industriekultur. Auf dem Weg zur Bundesgartenschau 2015 wird es viele neue Impulse geben. Die Außenbereiche werden sich verändern, weitere Gebäude kommen möglicherweise zum Museum hinzu. Die neue Dauerausstellung dort, wo einst die Pferde verschnauft haben, ist jedenfalls nur ein Etappenziel.

DIE INDUSTRIALISIERUNG DES HANDWERKS: So wird die Dauerausstellung heißen, die in den alten Pferdestall neben dem Magazin einziehen wird. Die Fassade erhält moderne Fenster und einen neuen Eingang. Die hässlichen Garagentore verschwinden.

VERWUNSCHEN: die Rückansicht des Pferdestalls vom Süberweg. Links ein Teil des Magazins. Fotos: Klaus Lindemann

VOM SCHLOSS WESTERKAPPELN stammt dieser rund 200 Jahre alte, frisch restaurierte und wieder voll funktionstüchtige Kornmahlgang, der im Pferdestall einen Ehrenplatz bekommen und von Mai bis Oktober 2004 zunächst in der Mühlenausstellung zu sehen sein wird (rechts im Bild)
Autor:
Holger Jansing


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