User Online: 1 | Timeout: 22:04Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Keine Schippe beim Schaufeln
Zwischenüberschrift:
Mitarbeiter im Museum Industriekultur packen bei allen Projekten bereitwillig an
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Keine Schippe beim Schaufeln

Mitarbeiter im Museum Industriekultur packen bei allen Projekten bereitwillig an

Osnabrück (swa) Als am 10. November 1999 endlich der Durchbruch im zugeschlammten Hasestollen gelungen war, waren alle aus dem Häuschen. Günter Kahlert, der damalige Vorsitzende des Fördervereins für das Museum Industriekultur, hatte sich sofort aufgemacht, um bei diesem wichtigen Ereignis für die Entwicklung des Museums dabei zu sein. Im zähen Schlamm büßte er auch prompt seine Gummistiefel ein - aber nicht seinen Enthusiasmus.

Der war auch nötig, denn für die Museumsleute begann die eigentliche Maloche erst, nachdem die Profis einer Nordhausener Bergbaufirma abgerückt waren. Museumsmitarbeiter Klaus Becker erinnert sich, dass er damals zusammen mit den Technikern und ABM-Kräften noch drei bis vier Monate für die " Feinarbeiten" gebraucht hat, bei denen noch einige Kubikmeter des feinen, zähen Schlamms aus dem Stollen herausgeholt wurden.

Dieses Engagement der Mitarbeiter, das nicht nur im Stollen, sondern immer wieder in der zehnjährigen Museumsgeschichte gebraucht wurde, habe Seltenheitswert, findet Museumschef Rolf Spilker. Und es sei die Basis für das, was jetzt zu sehen sei. Klaus Becker ergänzt das Lob noch. Er habe in den vergangenen zehn Jahren mit rund 40 ABM- oder Sozialhilfeempfängern zusammengearbeitet: " Von vielen habe ich mich schwer getrennt." Auch wenn das Einarbeiten der meist nur für ein Jahr beschäftigten Kollegen immer wieder auch eine besondere Integrationsleistung gewesen sei - die aber fast immer erfolgreich war.

Das Prinzip der Arbeit: Alle müssen alles machen. Becker: " Der Schlosser kann nicht sagen: , Ich mache nur Schlosserarbeiten.' Das funktioniert nicht, denn wir sind ja immer nur ein paar Leute." So entstand vieles, was der Museumsbesucher vielleicht als Selbstverständlichkeit registriert, wohinter aber jede Menge Einsatz, Ideenreichtum und Improvisationstalent stecken. Das neue Multifunktionsregal für die Dauerausstellung im Haseschachtgebäude, die Vitrinen, die Mechanik für die von Transmissionsriemen getriebenen Maschinen - alles Eigenbau. Und wenn wie derzeit gerade die Reste des alten Schornsteins zugänglich gemacht werden oder für die Mühlenausstellung das Stampfwerk einer Ölmühle nachgebaut werden muss, sägen, pflastern oder schweißen die Mitarbeiter, was ihre handwerklichen Fähigkeiten hergeben. Ohne all das blieben viele Projekte einfach liegen, weil sie auf andere Weise für das Museum nicht zu bezahlen wären.

Dennoch - Becker selbst sieht sich nicht als selbstlosen Rackerer: " Mir war immer wichtig, dass mir die Arbeit Spaß macht und es nie langweilig wird. Langweilig ist es mir hier im Museum noch nie geworden."

OHNE SCHWEISSEN KEIN PREIS: An den alten Schornstein legt Museumsschlosser Hans-Joachim Bergmann Hand an. Auch in diesem Projekt steckt viel Eigenleistung. Fotos: Klaus Lindemann

ÜBERSICHTLICH angeordnete Ausstellungskataloge finden Besucher im Eigenbauregal.

DAS MULTIFUNKTIONSREGAL ist eine Eigenkonstruktion des Museums. Klaus Becker zeigt, wie das Stahl-Holz-Gebilde demnächst die Exponate der Dauerausstellung aufnimmt.
Autor:
swa


Anfang der Liste Ende der Liste