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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Pferde zerstören Wanderwege
Zwischenüberschrift:
Immer mehr Reiter ignorieren Vorschriften - Neue Lösungen gesucht
Artikel:
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Originaltext:
Pferde zerstören Wanderwege

Immer mehr Reiter ignorieren Vorschriften - Neue Lösungen gesucht

Von Daniel Hopkins

Osnabrücker und Touristen suchen Entspannung auf einen der zahlreichen Waldwanderwege in und um Osnabrück. In letzter Zeit aber häufen sich bei der Stadtverwaltung die Beschwerden über Reiter, die die idyllischen Wanderwege mit ihren Pferden zu grundlosen Stolperpfaden werden lassen. Eine Kennzeichnungspflicht der Rösser könnte Abhilfe schaffen.

Ein weiteres Übel seien die zu Häuf verteilten Pferdeäpfel, so die Klage, um die ein großer Bogen geschlagen werden muss. Eingefleischte Reiter argumentieren schnell dagegen: " Wir treten lieber in einen Haufen Pferdekot, als auf den Exkrementen eines Hundes ausrutschen."

Die Stadt hingegen beklagt hohe Ausgaben für die Instandhaltung der Wanderwege. Wenn die mehrere hundert Kilo schweren Kolosse, gerade bei feuchtem Wetter, die Wege belasten, kommt es zu schwerwiegenden Schäden. " Vor allem für Touristen werden diese Wandermöglichkeiten unattraktiv", so Corinna Stübbe im Grünflächenamt.

Bei einer Ortsbesichtigung des Waldwanderweges auf dem Schölerberg werden auch andere, nicht abschätzbare Gefahren deutlich. Kleine Kinder könnten auf teilweise engen Passagen unvermittelt vor ein Ross lauten. Oder mitgeführte Hunde scheuchen die Pferde auf. Es sei schon zu einigen gefährlichen Begegnungen dieser Art gekommen, bestätigt Stübbe. Die Pferdehalter konnten aber nicht ermittelt werden.

In Nordrhein-Westfalen gibt es daher eine Kennzeichnungspflicht für die Vierbeiner. Wer sein Grundstück verlässt und in der Öffentlichkeit, in der freien Landschaft oder im Wald reitet, muss dort ein beidseitig am Sattelzeug befestigtes, gut sichtbares Kennzeichnen mit sich führen.

Sollten sich die Umstände auf dem städtischen Wanderwegenetz nicht ändern, könnte eine solche Regelung auch hier in Osnabrück in Erwägung gezogen werden, erklärt Ratsherr Björn Meyer, der auch Mitglied im Umwelt- und Feuerwehrausschuss ist. Er sucht aber vorher lieber das Gespräch mit den Reitern: " Die meisten Reiter halten sich an die Vorschriften." Es gebe aber leider wie in allen Bereichen die schwarzen Schafe, die den guten Ruf des Pferdesports in Mitleidenschaft ziehen, verteidigt Meyer die Reitbegeisterten.

Dabei kommen die Pferde oft gar nicht aus den Reitervereinen. Wolfgang Graefe von der Reitsportanlage in Atter vermutet die Übeltäter an anderer Stelle: " Viele Landwirte vermieten freigewordenen Stallplatz an Pferdebesitzer. Vernünftige Reiterwege sind dort natürlich nicht vorhanden, so dass die Pferdebesitzer auf allgemeine Wanderwege ausweichen."

Entlastung könnte das Vorhaben des Tourismusverband Osnabrücker Land bringen: " Wir möchten das Reitwegenetz nach dem Vorbild des Emslandes und Münsterlandes ausweiten. Die verbesserten Möglichkeiten sollen schließlich die , schwarzen Schafe' von den für Pferde gesperrte Strecken fern halten und somit auch die Stadt entlasten", stellt Geschäftsführer Günter Droste in Aussicht.

Zur Sache: Reiten in Wald und Flur

Wo darf nun der Reiter reiten? Generell sind folgende Regelungen für den Ausritt in Wald und Flur zu beachten: Reiten ist auf allen öffentlichen Wegen und Straßen entsprechend dem Straßenverkehrsrecht, auf allen privaten Wegen und Straßen in der freien Landschaft und auf allen privaten und öffentlichen Wegen und Straßen im Wald, die als Reitweg gekennzeichnet sind, erlaubt.

Grundsätzlich ist das Reiten im Wald auf nicht gekennzeichneten Wegen und Straßen, auf landwirtschaftlich genutzen Flächen und auf Böschungen, Trampelpfaden, Waldschneisen, Feldrainen, Ufer- und Waldsäumen, Leitungsstraßen und vernässten Wiesen verboten. (dh)

BEI TROCKENEM WETTER HALTEN SICH DIE SCHÄDEN noch in Grenzen. Sobald es feucht wird, können Pferdehufe aber die Wanderwege in Osnabrücks Naherholungsgebieten in Stolperpfade verwandeln.Foto: Gert Westdörp
Autor:
dh


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