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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Bald noch mehr Eulennachwuchs am Sonnenhügel?
Zwischenüberschrift:
Ein neues Zuhause für seltene Vögel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bald noch mehr Eulennachwuchs am Sonnenhügel?

Ein neues Zuhause für seltene Vögel

Sonnenhügel (dh) " So macht Unterricht Spaß" - mit seiner Meinung steht der 13-jährige Patrick von der Anne-Frank-Schule nicht allein. Auch seine Mitschüler fanden Gefallen am " Gewölle-Projekt", das auch mit dem Bau eines Nistkastens in Verbindung steht.

Wer hätte gedacht, welche Eulen in unserer Gegend heimisch sind? Patrick weiß es: " Es kann durchaus sein, dass Osnabrücker eine Schleiereule, Uhu, Waldohreule, Steinkauz, Sumpfohreule oder einen Waldkauz sichten." Wieso kennt er sich so genau aus?

Eines Tages taucht Biologie-Lehrerin Christiane Feldmann mit einigen Gewöllen in der Klasse auf, die sie auf ihrem Dachboden fand. In der Schule werkelten die Kinder mit Pinzette, Lupe, Präpariernadel und Pinsel am Haar- und legten die Überreste von Mäuseskeletten frei. " So haben die Schüler herausgefunden, was die Eulen fressen", beschreibt die 28-jährige Lehrerin. " Anhand des unterschiedlichen Knochenbaus konnten die Kinder sogar die verschiedenen Mäusearten bestimmen", schildert Feldmann weiter. Aber auch der Aufbau des Federkleids wurde untersucht. Mit einem Lichtmikroskop wurde ganz genau hingeschaut.

Den Experimenten im Klassenraum folgte ein Besuch im Museum am Schölerberg, wo man sich besonders intensiv Gedanken über heimische Eulen macht. Zu der Ausstellung gehört auch ein Nistkasten-Bauprojekt, an dem sich schon einige Osnabrücker Schulklassen beteiligten. Projektleiter Norbert Niedernostheide zieht sein vorläufiges Fazit: " Bisher wurden schon fünf Nistkästen gebaut und aufgestellt. Frühestens im Frühjahr zur nächsten Brutzeit werden wir erfahren, ob die seltenen Vögel sie auch annehmen."

Besonders gut findet er, dass durch das Projekt Praxis mit dem Fachunterricht verbunden wird. So nehmen die Schüler aktiv am Naturschutz teil. Natürlich sei es mit der Aufstellung der Nistkästen nicht getan. Über Jahre hinweg sollen sie durch die Schüler beobachtet und gepflegt werden - " Garantie dafür, dass die Schüler stets mit dem Thema vertraut sind", hofft der 39-Jährige.

Der sechste Nistkasten, der aus dem Projekt hervorgeht, wird " ausnahmsweise einen Platz an der Außenfassade der Anne-Frank-Schule finden". " Normalerweise ist es ja so, dass Eulen innerhalb von Gebäuden brüten", erklärt der 13-jährige Martin, der eigentlich viel mehr Interesse an Opossums zeigt. " Aber das könnte ja vielleicht das nächste Thema des Biologieunterrichts sein", schlägt er vor.

Wir suchen Weitere Schulklassen, die bei unserem Projekt " Jugend forscht im Stadtteil" mitmachen wollen. Näheres unter Telefon 310-639.

Zur Sache: Eulen - Die heimlichen Osnabrücker

Die unhörbaren Nachtjäger brüten auch bei uns

Der Osnabrücker Dr. Gerhard Kooiker hat sich ausgiebig mit den nachtaktiven Vögeln beschäftigt und eine Zusammenfassung der in Osnabrück lebenden Eulenarten erstellt: " Von den fünf in Osnabrück brütenden Eulenarten sind Uhu, Steinkauz und Schleiereule bereits sehr selten geworden und wären wohl ohne die Hilfe der Menschen bei uns ausgestorben. Lebensraumzerstörung und das Fehlen geeigneter Bruthöhlen sind die Hauptursachen. Der gewaltige Uhu ist zweifelsohne der seltenste. In Niedersachsen war er durch Fang und Abschuss beinahe ausgestorben. Dank des niedersächsischen Auswilderungsprogramms seit 1963 brütet er auch wieder unregelmäßig am Piesberger Steinbruch. Ebenso taucht er wieder häufiger im Steinbruch Natbergen / Voxtrup auf. Sogar im Stadtgebiet, wie auf dem Hasefriedhof und um den Westerberg, wird er vereinzelt beobachtet. Der einstige " Todesverkünder", der Steinkauz, ist nun selbst bedroht. Anders als die überwiegend waldbewohnenden Arten Waldohreule und Waldkauz. Die Bestände sind nicht gefährdet. Der Revierruf des Waldkauz, den man das ganze Jahr über vor allem von Januar bis März hören kann, sollte den Menschen sehr geläufig sein. Spannende und geheimnisvolle Nachtszenen werden im Fernsehen mit den Lauten des Vogels untermalt: Huh-huh, huhuhu."

STOLZ PRÄSENTIEREN die Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Schule ihren selbst getischlerten Nistkasten für die Eulen. Der Brutkasten soll am Schulgebäude angebracht werden.Foto: Klaus Lindemann
Autor:
dh


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