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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Zwei neue Standorte für einen Spielplatz in der Wüste
 
Erfolgreich mit Sankt Florian
Zwischenüberschrift:
Kinderkommission zeigt sich fassungslos über den erfolgreichen Widerstand der Anlieger an der Rehmstraße
 
Kein Spielplatz an der Hiärm-Grupe-Straße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zwei neue Standorte für einen Spielplatz in der Wüste

Kinderkommission zeigt sich fassungslos über den erfolgreichen Widerstand der Anlieger an der Rehmstraße

Wüste (S.)

Wütend, fassungslos, ohnmächtig - so reagierten Mitglieder der Kinderkommission auf die Nachricht, dass die Stadt vor den Anliegern des geplanten Spielplatzes an der Hiärm-Grupe-Straße kapituliert hat. Einziger Lichtblick: Es gibt plötzlich zwei alternative Standorte.

Nach der Berichterstattung in unserer Zeitung wurden zwei neue Standorte " wie die Kaninchen aus dem Hut gezaubert", wie es Uli Sommer, der Vorsitzende der Kinderkommission, formulierte: " Ein Privileg, von dem ich glaubte, dass es mir zusteht", ergänzte der Hobby-Zauberer.

Als Fläche für den in der Wüste dringend notwendigen Spielplatz wird jetzt ein Gelände hinter der städtischen Kindertagesstätte an der August-Hölscher-Straße geprüft. Es war für eine mögliche Erweiterung der Kita gedacht, die sich aber erledigt hat. Nach dem Neue-OZ-Bericht meldete sich außerdem das Diakoniewerk und bietet eine Fläche zwischen dem Bischof-Lilje-Heim und der Limberger Straße an.

" Hervorragend schnell umsetzbare Spielflächen", stellte Uli Sommer fest. Es sei dringend erforderlich, dass sich etwas tue. Schon seit Jahren steht ein Spielplatz in der Wüste auf Platz 1 der Prioritätenliste der Kinderkommission. Doch die geplante städtische Fläche im Carree zwischen Pappelgraben, Hiärm-Grupe- und Rehmstraße ist nicht erreichbar: Der Fußweg, der von der Rehmstraße auf das Grundstück führt, war früher ein öffentlicher Graben. Als er verschwand, schlug ihn das Amtsgericht den Anliegern zu.

Die verweigern den Zutritt und wehrten sich vehement gegen einen Spielplatz. So schrieben sie als " Enteignungsgemeinschaft Rehmstraße" an die Ratsfraktionen: " Wir werden es jedenfalls nicht hinnehmen, dass vor unserer Haustür sich ein Treffpunkt für Drogensüchtige, Penner und sonstige Personen installiert, wobei dann Drogenbestecke, Bierdosen usw. zurückgelassen werden."

Der Widerstand war erfolgreich: Der Verwaltungsausschuss sprach sich mit Mehrheit gegen eine Enteignung aus, weil sich das Verfahren vermutlich über Jahre hinziehen würde. Die Stadt will das Grundstück nun nach Auskunft von Kämmerer Karl-Josef Leyendecker " zu einem angemessenen Preis" verkaufen.

Diese Entscheidung löste ebenso wie der Anliegerbrief in der Kinderkommission Wut und Fassungslosigkeit aus: " Wir müssen ohnmächtig mit ansehen, wie es Anliegern gelingt, einen Spielplatz zu verhindern." " Skandalös", sagt auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Uli Hus. Die Stadt brauche dringend Spielflächen für Kinder, " und ein Spielplatz wird ja nicht erst durch Geräte zum Spielplatz, eine freie Fläche tut es auch". Aus diesem Grunde sei nicht nachvollziehbar, dass die Stadt auf dieses Grundstück verzichte: " Kinder- und Familienfreundlichkeit zeigt sich nicht in Sonntagsreden, sondern im Handeln."

Jochen Weber, Leiter des Fachbereichs für Kinder, Jugendliche und Familien, berichtete in der Kinderkommission, dass Osnabrück laut Studien bis zum Jahr 2015 etwa 20 000 Einwohner verlieren könnte: " Da kann man nur mit einer kinder- und familienpolitischen Offensive gegensteuern."

Kein Spielplatz an der Hiärm-Grupe-Straße

Erfolgreich mit Sankt Florian

Von Ulrike Schmidt

" Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andre an." Mit diesem Prinzip haben sich die Anlieger gegen den Spielplatz gewehrt und gewonnen. Nun ist es spannend, die weitere Entwicklung um das städtische Grundstück zu beobachten. Die Stadt will es zu einem " anemessenen Preis" verkaufen. Aber wer will ein Grundstück, für das es keinen Zugang gibt?

Blieben die Anlieger, die das Gelände schon jetzt zu Teilen gepachtet haben und nutzen. Aber warum sollten sie einen Euro für ein Grundstück zahlen, das ihnen ja auch so zur Verfügung steht?

Wenn die Stadt nicht auf dem Grundstück sitzen bleiben will, könnte sie den Bebauungsplan ändern, eine Wohnbebauung planen und dann vielleicht doch ein Enteignungsverfahren durchziehen. Aber warum nicht für den Spielplatz? Zugegeben, die Entscheidung könnte sich hinziehen, bis die heutigen Kinder erwachsen sind. Aber es kommen Kinder nach, die dann dort spielen könnten.

Die Stadt gibt kein gutes Bild ab: Sie will kinderfreundlicher werden, lässt sich aber von Spielplatzgegnern austricksen.

Autor:
S.


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