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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Sie brütet sogar auf Hochhäusern und Balkonen
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Die Stockente heisst so, weil es sie auch ins Unterholz zieht
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Originaltext:
Sie brütet sogar auf Hochhäusern und Balkonen

Die Stockente heißt so, weil es sie auch ins Unterholz zieht

Von Gerhard Kooiker

Wüste
Die Stockente hat wie keine andere Ente unsere Städte erfolgreich besiedelt. Sie ist unsere häufigste Wasservogelart. Je nach Winterstärke schwimmen 1200 bis 1800 Stockenten auf den Gewässern im Stadtgebiet. Die Wintergäste verlassen uns in wenigen Wochen, so dass dann immer noch ein beachtlicher Brutbestand von 600 bis 650 Paaren übrig bleibt.

Die Schwerpunkte der Stockentenverbreitung liegen an den Seen (Rubbenbruchsee, Attersee), den größeren Teichen (Gretescher Teiche, Regenrückhaltebecken Kampweg/ Hellern) sowie den Klärteichen in Eversburg und Gretesch. Selbst innerhalb des Stadtgebietes, dort wo die Hase am Herrenteichswall, am Güterbahnhof und in Eversburg träge dahinfließt, quaken viele Enten. Wichtige Brut- und Überwinterungsgewässer finden sich in der Wüste, der Pappel- und der Wüstensee. Hier und am Pappelgraben halten sich in milden eisfreien Wintern in der Regel 200 bis 250 Vögel auf. Einmal wurden sogar 475 Stockenten gezählt.

Die männliche Stockente ist sehr hübsch und farbenprächtig. Sie gilt als die schönste Ente Europas. Leider nehmen von dieser prächtigen Ente nur wenige Bürger Notiz. Wohl deshalb, weil sie so zahlreich auftritt, schaut man gar nicht genau hin. Allenfalls beim sonntäglichen Familienausflug zum nahen Wüsten- und Pappelsee, wenn Enten mit trockenem Brot, Zwieback oder mit Keksen gefüttert werden (was das Grünflächenamt gar nicht gerne sieht), erfreut man sich ihrer Anwesenheit.

Männchen folgen auf Schritt und Tritt

Die Stockente genießt in der Stadt einige biologische und ökologische Vorteile, muss andererseits aber auch Nachteile in Kauf nehmen. Draußen auf dem Land brüten die Weibchen auch abseits der Gewässer, manchmal im Unterholz vorwiegend von Bruchwäldern. Daher also der Name Stockente. In der Stadt dagegen brüten sie oft an verkehrsreichen Straßen, selbst inmitten der City, ausnahmsweise sogar auf Hochhäusern, Parkdecks und Balkonen. Insbesondere in der Vorbrutzeit, wenn die Männchen eine geringe Fluchtdistanz besitzen und ihren Weibchen auf Schritt und Tritt folgen, werden viele Enten Opfer des Autoverkehrs. Die Paare watscheln dann völlig gelassen und seelenruhig über eine Straße. Auch Am Pappelgraben findet man immer wieder tote, überfahrene Stockenten.

MAL EINEN BLICK RISKIEREN: Die Stockente ist am Pappelsee und am Rubbenbruchsee zu Hause. Besonders hübsch anzuschauen sind die Männchen. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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