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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Bahnhofgarage für OPG größter Verlustbringer
 
Alle wollen "nur mal kurz" parken
 
Zehn Minuten werden geduldet
Zwischenüberschrift:
Minus von über 600 000 Euro in 2002
 
An Wochenenden spitzt sich die Verkehrssituation vor dem Hauptbahnhof zu
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bahnhof-Garage für OPG größter Verlustbringer

Minus von über 600 000 Euro in 2002

Auf dem Bahnhofsvorplatz herrscht das große Kurzzeit-Parkchaos, dagegen zur gleichen Zeit gähnende Leere in der Bahnhof-Garage. Das ist das kuriose Bild, das sich besonders am späten Nachmittag sowie am Wochenende am Bahnhof bietet. Rund drei Viertel der knapp 700 Parkhaus-Plätze bleiben im Schnitt tagsüber frei. Der Hauptgrund, dass die Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) an diesem Standort kräftig rote Zahlen schreibt.

Auf über 600 000 Euro belief sich das Minus im vorletzten Jahr. Wolfgang Klimm (CDU), Vorsitzender der OPG-Gesellschafterversammlung: " Das momentane Ergebnis ist größtenteils auf normale Anlaufschwierigkeiten und die hohen Abschreibungen zurückzuführen." Für den Ratspolitiker bietet zum Beispiel das " Park-&- Rail"- Zusammenspiel mit der Deutschen Bahn (DB) noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten: " Es wird viel zu wenig darauf hingewiesen, dass Bahnbenutzer ihr Auto zu einem Sondertarif von fünf Euro pro Tag im Parkhaus abstellen können."

Für Kurzzeitparker wichtig, wenn auch nicht " offizieller Tarif": Wer mit seinem Fahrzeug weniger als 15 Minuten im Haus bleibt, zum Beispiel nur jemanden schnell zum Bahnsteig bringt, braucht bei der Ausfahrt nichts zu bezahlen.

Seit rund zwei Jahren ist die für rund 23 Millionen Mark erstellte Bahnhof-Garage inzwischen in Betrieb. Probleme gibt es nicht nur hinsichtlich der Auslastung: Die beiden Büroetagen sind jeweils nur zur Hälfte vermietet. OPG-Geschäftsführer Siegfried Hoffmann: " Während die ebenerdigen Geschäftsflächen komplett belegt sind, stehen in jeder der oberen Ebenen über 100 Quadratmeter leer."

Kritik, die Kapazität der Bahnhof-Garage sei zu großzügig dimensioniert worden, halten beide OPG-Vertreter für ungerechtfertigt. Sie setzen darauf, dass sich im Bahnhofsumfeld noch einiges tut. Hoffmann: " Es entstehen weitere Projekte, die Parkplatzkunden bringen."

Jetzt wird abgewartet, wie die Kunden die neuen Tarife - tagsüber ein Euro pro Stunde - akzeptieren. Mittelfristig zur Einnahmeverbesserung denkbar: Dass der Preis am Tag gesenkt, und der ab 20 Uhr gültige Nachttarif (50 Cent die Stunde) erhöht wird. Klimm: " So würde die OPG davon profitieren, dass die Bahnhof-Garage auf Grund der hohen Nutzung durch die Kinobesucher ein Nacht-Parkhaus ist." (we)

KEINEN PFIFFERLING WERT sind vor allem am Wochenende die Verkehrsregeln vor dem Hauptbahnhof: Dauerparker belegen die wenigen Plätze im eingeschränkten Halteverbot. Taxistand und Behindertenparkplätze werden zugestellt. Auch die allgemeinen Grundsätze der Rücksichtnahme bleiben bei der Jagd nach einem Stellplatz oft auf der Strecke. Foto: Michael Hehmann

Alle wollen " nur mal kurz" parken

An Wochenenden spitzt sich die Verkehrssituation vor dem Hauptbahnhof zu

Von Arne Köhler

Theodor-Heuss-Platz, Freitagnachmittag. Ein blauer Mercedes stoppt mitten auf einem der engen Fahrstrelfen - noch dichter kann man an den Hauptbahnhof nicht heranfahren. Für die dahinter Wartenden ist an ein Vorbeikommen nicht zu denken: Schon nach kurzer Zeit bildet sich ein kapitaler Rückstau bis vor das Kino.

Wortreich verabschiedet sich der Fahrer der Limousine, noch immer am Steuer sitzend, von seiner Beifahrerin. Schließlich steigt das Paar seelenruhig aus, der Kofferraum wird geöffnet. Ohne Eile entlädt der Mann eine Reisetasche, und ungerührt vom Hupen der Hinterleute setzt das Paar seine Abschiedszeremonie fort. Erst nach knapp zwei Minuten ist die Fahrbahn wieder frei.

Kopfschüttelnd beobachtet Manfred Schröder die Szene. " Am Wochenende herrscht auf dem Bahnhofsvorplatz Anarchie", seufzt der Taxiunternehmer, " da muss dringend mal etwas passieren." Auch sein Kollege Bernd Spieker ist sauer. Es fehle an Kurzzeitparkplätzen, während die großzügigen Busspuren nebenan meist leer stünden, beschwert er sich. Oft werde auch der Taxistand zugeparkt, " und weist man die Leute darauf hin, bekommt man dumme Bemerkungen". Oder eine abfällige Handbewegung wie Manfred Schröder, als dieser einem Autofahrer bedeutet, dass sein soeben abgestellter Wagen den Verkehr behindert.

Die Nerven liegen blank auf dem Theodor-Heuss-Platz - vor allem an Freitagen und Sonntagen, wenn die An- und Abreisewelle der Wochenendpendler über die Drehschreibe Hauptbahnhof rollt. Schnell sind die etwa 30 Plätze belegt, für die ein eingeschränktes Halteverbot gilt. Viele Autofahrer stellen ihre Fahrzeuge dann auf einem der etwa zehn Behindertenparkplätze ab, parken den Taxistand zu oder ignorieren das absolute Halteverbot.

Unrechtsbewusstsein ist dabei kaum zu spüren. " Sonst gibt es hier eben keine freien Parkplätze", sagt ein junger Mann schulterzuckend, der seinen Passat gerade ins Halteverbot gestellt hat. Aber in der Bahnhof-Garage wäre doch genug Platz? Er wolle " nur eben" seine Freundin zum Zug bringen. Für die paar Minuten einen Euro zu bezahlen sehe er gar nicht ein. Da riskiert er lieber 15 Euro Bußgeld.

" Das absolute Halteverbot wird nicht angenommen", haben auch die beiden Politessen beobachtet, die an diesem Tag ihre Runden drehen. Nicht auf alle macht ihre Präsenz offenbar Eindruck. Immer wieder müssen sie Autofahrer zur Rede stellen, die direkt vor ihrer Nase in eine Verbotszone fahren. Gehen die Uniformierten ein paar Schritte weiter, wird der Platz prompt von einem anderen Auto belegt.

Sitzt niemand im Wagen, zücken die Mitarbeiterinnen des OS-Teams ihr elektronisches Notizbuch. Doch meistens kommt dann rasch jemand angelaufen. So wie die Audi-Fahrerin aus Herford, die eilig versichert, normalerweise nie falsch zu parken. " Ich habe nur schnell..." heißt der von den Politessen am häufigsten gehörte Satzanfang, der in diesem Fall mit "... bei der Post eine Kopie gemacht" vervollständigt wird. Ausnahmsweise akzeptiert, der Frau bleibt ein Knöllchen erspart. Sie stand ja auch tatsächlich nur sehr kurz im Parkverbot.

Andere sind da dreister. Gerade an Wochenden verstopfen die falsch geparkten Autos von Kinobesuchern den Platz. Und es gibt sogar Zeitgenossen, die ihren Wagen im absoluten Halteverbot stehen lassen und übers Wochenende mit dem Zug verreisen.

Zur Sache

Zehn Minuten werden geduldet

Viele Autofahrer reagieren verwirrt auf die verschiedenen Verbotsschilder auf dem Theodor-Heuss-Platz. Grundsätzlich gilt: Über einen längeren Zeitraum dürfen Autofahrer dort grundsätzlich nicht parken. Dafür steht die benachbarte Bahnhof-Garage zur Verfügung. Wer hingegen nur kurz ein Paket zur Post bringen, im Bahnhof eine Zeitschrift kaufen oder jemanden zum Zug bringen möchte, darf kurz im eingeschränkten Halteverbot stehen bleiben. Rechtlich handelt es sich dabei um " Be- und Entladen", das normalerweise nicht länger als drei Minuten dauern darf. Vor dem Hauptbahnhof duldet das OS-Team aber ausnahmsweise bis zu zehn Minuten. Dabei gilt die Faustregel: Die Lieben bis auf den Bahnsteig zu bringen ist in Ordnung - dort mit ihnen auf einen unpünktlichen Zug zu warten nicht. Es drohen 15 Euro Bußgeld. Keine zeitliche Toleranz gilt für den Taxistand und die Behindertenparkplätze. Wer hier unberechtigt länger als drei Minuten stehen bleibt, riskiert 15 beziehungsweise 35 Euro. Im absoluten Halteverbot schließlich hat das Auto überhaupt nichts zu suchen - nicht einmal für wenige Minuten. Das gilt übrigens auch dann, wenn der Fahrer am Steuer sitzen bleibt. Wer sich nicht daran hält, zahlt 15 Euro und riskiert außerdem, dass sein Auto abgeschleppt wird. (ack)

FREIE PARKHAUS-PLÄTZE so weit das Auge reicht: Tagsüber ist die Bahnhof-Garage im Schnitt nur zu einem viertel belegt. In den Abendstunden steigt die Auslastung durch die Kinobesucher auf bis zu 80 Prozent. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Arne Köhler, ack


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