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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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"Machbarkeitsstudie kostet Zoo keinen Cent"
Zwischenüberschrift:
Am geplanten Tunnelprojekt mit dem Naturkundemuseum scheiden sich die Geister
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Stadt Osnabrück

" Machbarkeitsstudie kostet Zoo keinen Cent"

Am geplanten Tunnelprojekt mit dem Naturkundemuseum scheiden sich die Geister

Am geplanten Erlebnistunnel zwischen Zoo und Naturkundemuseum am Schölerberg scheiden sich die Geister. Während sich die Befürworter eine " lebende Inszenierung des Tierlebens unter der Erde" versprechen, fürchten die Gegner vor allem hohe Kosten und weitreichende Folgen für den Fortbestand des Zoos. Die " Meinungsverschiedenheiten" gehen dabei offenbar quer durch die Mitgliedschaft der Zoogesellschaft.

" Es hat noch nie eine so große Unstimmigkeit wie in dieser Frage gegeben", sagt beispielsweise Fred Hackmann, der der Zoogesellschaft seit rund 50 Jahren angehört. Vizepräsident Burkhard Fromme erklärte auf Anfrage ebenfalls, dass es skeptische Mitglieder gebe. " Ich kenne nicht viele, die dafür sind", sagte er. Zuerst müsse aber die Machbarkeitsstudie, die im Herbst vorliegen solle, abgewartet werden. Auf deren Grundlage könne vernünftig diskutiert werden. Der kaufmännische Direktor der Zoogesellschaft, Andreas Busemann, vom dem die Tunnelidee stammt, schätzt das Meinungsbild allerdings anders ein. " Es gibt eine schweigende Mehrheit, die für das Projekt ist", ist er sich sicher.

" Ich kenne nicht viele, die dafür sind"

Die Gegner des Vorhabens befürchten vor allem, dass sich der Zoo mit der Investition - derzeit sind rund 1, 5 Millionen Euro im Gespräch - überheben könnte. Es gebe beispielsweise im Seelöwenbecken erheblichen Sanierungsbedarf. Das Geld könne dort sinnvoller ausgegeben werden. Überdies folge dem bautechnischen Zusammenschluss von Zoo und Museum möglicherweise auch der organisatorische unter dem Dach einer neuen Gesellschaft mit möglicherweise erheblichen personellen und finanziellen Konsequenzen. Entsprechende Absichten seien in der Vergangenheit von Vertretern der Stadt bereits geäußert worden.

Schließlich fragen sich einige Mitglieder, warum zuerst 60.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie ausgegeben werden sollen und erst dann eine Befragung der Mitglieder geplant ist.

" Chance beim Schöpfe fassen"

Andreas Busemann hält die Befürchtungen und Vorwürfe der Projektkritiker für unbegründet. Die Studie koste den Zoo " keinen Cent", betont er. 30.000 Euro steuere die Deutsche Bundesstiftung Umwelt bei, die restlichen 30.000 Euro seien für seine Leistung als Projektleiter der Machbarkeitsstudie veranschlagt worden. Die Studie sei notwendig, um auf einer vernünftigen Grundlage Vor- und Nachteile abwägen zu können. Im Übrigen würden sofort nach Vorlage der Studie alle 1500 stimmberechtigten Mitglieder schriftlich befragt, um eine möglichst breite demokratische Basis für die Entscheidung herbeizuführen. Dies geschehe, obwohl laut Satzung das Präsidium und das Kuratorium die maßgeblichen Instanzen bei der Entscheidung über das Tunnelprojekt seien und die Befragung der Mitglieder somit vom rechtlichen Standpunkt aus betrachtet keine Relevanz habe.

Anders sei dies bei einer Entscheidung über ein organisatorisches Zusammengehen mit dem Naturkundemuseum, sagte Busemann weiter. Hier sei eine Zweidrittel-Mehrheit unter den Mitgliedern der Zoogesellschaft notwendig. " Das ist nicht durchsetzbar", betonte er. Überdies sehe er nicht, dass sich aus einem Zusammenschluss Synergieeffekte ergeben könnten. Ihm gehe es bei dem Projekt vielmehr darum, eine neue Attraktion für Zoo und Museum zu schaffen, ihn auf diese Weise gleichzeitig witterungsunabhängiger zu machen, kurzum eine weitere Erlebniswelt wie die Samburu-Anlage zu schaffen, die möglichst spektakuläre Einblicke in die unterirdische Tierwelt biete. Keinesfalls werde darüber das Alltagsgeschäft des Zoos vergessen. Aber es gebe jetzt die einmalige Chance erhebliche Fördermittel von der Deutschen Stiftung Umwelt zu bekommen. " Wir sollten sie beim Schöpfe fassen, falls die Ergebnisse der Studie dies zulassen", sagte Busemann.
Autor:
Jürgen Ackmann


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