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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Karmann will die Karmannstraße ganz für sich
Zwischenüberschrift:
Fledder: Betrieb wächst, Autofahrer müssen Umwege fahren
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Karmann will die Karmannstraße ganz für sich

Fledder: Betrieb wächst, Autofahrer müssen Umwege fahren - Stadt: Im Interesse der Arbeitsplätze

Karmann wächst, und das bedeutet größere Umwege für viele, die im Fledder unterwegs sind. Nach der Karmannstraße sollen jetzt auch Teile der Neulandstraße und des Großen Fledderweges dem Betriebsgelände einverleibt werden. Die Stadt unterstützt das Vorhaben.

Schon seit 1997 sind 450 Meter der Karmannstraße entwidmet, sie stehen also für die Öffentlichkeit nicht mehr zur Verfügung. Jetzt hat der Betrieb die Stadt gebeten, dass ihm weitere 550 Meter Straße überlassen werden. Es handelt sich um die restlichen 150 Meter Karmannstraße, um 300 Meter Neulandstraße und 100 Meter vom Großen Fledderweg. Nach Ansicht der Stadtplaner ist kann der Verkehr problemlos über die Gesmolder Straße und die Hannoversche Straße abgewickelt werden, zumal die Achse schon jetzt geschlossen ist.

Karmann will der Stadt die Verkehrsflächen abkaufen, um die Logistik der Warenströme auf dem Betriebsgelände zu vereinfachen. Gabelstapler, sagt Unternehmenssprecher Dr. Christian Eick, dürften eben nicht auf öffentlichen Straßen fahren. Deshalb müsse man ganze Paletten auf Lastwagen umladen und an die Produktionsstätten bringen.

Nach Auskunft von Eick sind es vor allem die variantenreichen Sonderausstattungen, etwa beim Mercedes CLK, die Werksverkehr verursachen. Dieser Trend lasse sich überall in der Industrie ablesen: " Vielfalt erzeugt Verkehr." Die Autoproduktion sei heute eine " logistische Großveranstaltung". Mit optimierten Warenströmen ließen sich Kosten sparen, und das komme dem Standort Osnabrück zugute.

Diese Argumentation hat sich die Stadt Osnabrück zu Eigen gemacht. In der Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss heißt es, die Einziehung der genannten Straßenabschnitte liege im öffentlichen Interesse, " da sie der Sicherung von Arbeitsplätzen dient". Nach den Zählungen der Stadt bewegen sich pro Arbeitstag 1200 Mitarbeiter zu Fuß von einer Betriebsstätte zur anderen, dazu kommen 400 Fahrzeuge, unter ihnen 125 Lkw. " Dies führt zu Behinderungen im Verkehrsfluss und zu Gefährdungen der Verkehrsteilnehmer", fasst der Fachbereich Städtebau zusammen.

Sondersitzung des Rates für Karmann

Mit der Entwidmung wird sich am Donnerstag der Stadtentwicklungsausschuss befassen. Eine Mehrheit für das Karmann-Anliegen gilt zwar als sicher, allerdings genügt es nicht, einen Beschluss zu fassen. Die Stadt muss ihre Absicht öffentlich bekannt machen und eine Bürgerbeteiligung auf die Beine stellen. Erst drei Monate später, wenn die Einwendungen auf dem Tisch liegen, kann der Rat darüber abstimmen. Doch der hat dann gerade Sitzungspause.

Karmann drückt aufs Tempo. Die neue Logistik, sagt Unternehmenssprecher Eick, stehe im Zusammenhang mit der neuen Lackieranlage, deren dritter Bauabschnitt jetzt in Betrieb geht. Um dem größten Arbeitgeber der Stadt entgegenzukommen, will der Oberbürgermeister den Rat nun zu einer Sondersitzung am 27. April einladen.

GESPERRT: Der östliche Teil der Karmannstraße (rot schraffiert) ist seit 1997 Teil des Betriebsgeländes, jetzt sollen auch die rot markierten Abschnitte dem öffentlichen Verkehr entzogen werden.

GABELSTAPLER dürfen keine öffentlichen Straßen befahren. Um Karmann zu unterstützen, will die Stadt auch diesen Teil der Neulandstraße entwidmen. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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