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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Über Osnabrücker Vorgärten und städtische Anlagen.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die furchtbare Auswirkungen des Weltkrieges habe in besonderem Maße auch den Gartenbau betroffen. Dieses ist in unseren Anlagen und vielen Gärten in Osnabrück festzustellen. Osnabrück ist inbezug auf Wiedergutmachung der Schäden infolge des Krieges weit gegen andere Städte (vgl. Münster un d Bielefeld) zurück. Gehen wir einmal über unsere Wälle und betrachten die Vorgärten unserer Häuser. Vereinzelt findet man gut angelegte, wenige sind einigermaßen gepflegt und viele verwahrlost. So wie hier ist es fast mit sämtlichen Vorgärten Osnabrücks. Die Verschönerung und Belebung des Straßen- und Stadtbildes, die Weckung des Schönheitssinnes, die Freude der Einheimischen sowie Fremden an schön angelegte Vorgärten und Anlagen sind ideale Werte, die heute in der trostlosen wirtschaftliche Lage unseres deutschen Volkes zu heben und zu pflegen sind. In anderen Städten hat man mit finanzieller Hilfe der Stadtverwaltungen, Verkehrs- und Verschönerungsvereine eine Vorgartenwettbewerb veranstaltet. Dieser wäre auch i Osnabrück sehr am Platze. Dem Verkehrsamt dürfte mit dieser Anregung ebenfalls gedient sein, denn zur Förderung des Fremdenverkehrs tragen verwahrloste Vorgärten nicht bei.

Des weiteren muss in Osnabrück de öffentlichen Anlagen mehr Interesse und vor allem Verständnis entgegengebracht werden. Immer wieder hört man, städtische Anlagen seien Luxus. Dies ist eine vollständig irrige Ansicht. Ganz im Gegenteil bedeuten städtische Anlagen die Lungen der Stadt. Die Anlagen sollen dem kleinen Manne den Garten ersetzen. Hier soll er seine Erholung finden. Die Liebe zur Natur muss in dieser materiellen Zeit geweckt werden. Dieses Ziel erreicht man nicht, wenn die Anlagen sich nicht in bestem Zustand befinden. Hierzu gehört Aufsicht, Aufsicht und nochmals Aufsicht der Anlagen. Wo ist diese in Osnabrück? Kinder spielen überall auf den Anlagen herum. Selten hält es ein Spaziergänger für nötig, dem Kind dieses zu verbieten. Er würde in den meisten Fällen nur eine höhnische Antwort bekommen.Hier müssen exemplarische Strafen einsetzen. Die Polizeiverordnung hat auf dem Papier keinen Sinn, wenn sie nicht durchgeführt wird. Dafür müsste die Polizeiverwaltung unbedingt Sorge tragen. So sehr ich die Neuanlage des Jahnplatzes begrüße, die mit Hilfe von Arbeitslosen erfolgt ist, so frage ich dennoch, wer soll den Platz pflegen. Die wenigen Stadtgärtner werden dazu niemals in der Lage sein. Arbeitslose werden bei der Gartenverwaltung nur vorübergehend eingestellt. Wenn sie gerade angelernt sind, werden sie wieder entlassen. Man sehe sich nur einmal den Augustenburger Platz an. So schön er angelegt war, so verwahllost ist er heute. Überall durch Kinder und Hunde Zerstörung. Da muss man doch unwillkürlich die Frage aufwerfen, ob man nicht den selben Arbeitslosen und Geldmitteln erst einmal den Augustenburger Platz in einen würdigen Zustand hätte versetzen sollen. Das Gartenamt, das möchte ich ausdrücklich betonen, trifft an dem schlechten Aussehen des Augustenburger Platzes und vieler Teile der Anlagen wie z.B. der unwürdigen Zustände zwischen den Tennisplätzen und der Herz Jesu kirche keine Schuld. Im Gegenteil, man kann und muss anerkennen, was das Stadtgartenamt mit Hilfe von wenigen Arbeitskräften leistet. Die für die Kinder vorgeschriebenen Spielplätze, z.B. auf dem Augustenburger Platz, werden von diesen wenig benutzt, sondern sie tummeln sich unbeaufsichtigt auf den Anlagen herum.

Dem Stadtgartenamt müsste vollständig freie Hand gelassen werden. Man sollte es selbstständig machen. Was soll den die Promenadenkommission? In ihr ist außer Herrn Oberinspektor Freytag, der nicht einmal den Vorsitz führt, kein einziger Fachmann lt. Adreßbuch. Weshalb nimmt man nicht einige Gärtner und die Gartenarchitekten in die Kommission. Die Lösung des Arndtplatzes, der lediglich desist (?) und mit einigen Bänken besetzt werden soll, ist doch keine Lösung des Projektes. Wenn kein Geld für großzügige Herstellung des Platzes da ist, weshalb legt man dann den Jahnplatz an, der doch nicht instand gehalten werden kann und demselben Schicksal wie der Augustenburgerplatz verfallen wird.
Autor:
Hans Daubenspeck


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