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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Plötzlich sind es zwei Meter weniger
Zwischenüberschrift:
Kontoverse um zweite Baureihe an der Glatzer Straße - "Paketlösung"
Artikel:
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Originaltext:
Plötzlich sind es zwei Meter weniger

Kontoverse um zweite Baureihe an der Glatzer Straße - " Paketlösung"

Eckhard Stockmeier ist sauer auf die Stadt. Er hat ihr den kleinen Finger gereicht und die ganze Hand eingebüßt. Als in den Nachbargärten eine zweite Baureihe geplant wurde, stimmte er zu - und machte damit das Projekt erst möglich. Allerdings unter der Voraussetzung, dass bis zur Grundstücksgrenze acht Meter freigehalten werden. Jetzt ist der Bebauungsplan verabschiedet, aber aus den acht Metern sind sechs Meter geworden. Dazwischen liegen Welten - jedenfalls für die Anwohner der Glatzer Straße.

Die Grundstücke am Gretescher Weg sind tief genug für eine zweite Reihe, an der Glatzer Straße jedoch nicht. Eckhard Stockmeier, der dort wohnt, hat von der Hinterliegerbebauung also keine Vorteile. Aber er wollte den Bauabsichten einzelner Familien nicht im Wege stehen, als er vor einem Jahr danach gefragt wurde. Seine Nachbarn von der Glatzer Straße übrigens auch nicht.

In den Verhandlungen mit der Stadt wurde ein Mindestabstand von acht Metern gefordert. Doch dann bekam die Sache ihre eigene Dynamik. Der Fachbereich Städtebau nahm das Areal unter die Lupe und entschied sich für eine zusammenhängende Lösung. Auch wenn im Augenblick nur einer bauen wolle, sei das sinnvoll, sagt Fachbereichsleiter Franz Schürings. Denn nach ein paar Jahren kämen erfahrungsgemäß weitere Anwohner auf die Idee, ihr Häuschen in die zweite Reihe zu setzen. Um dann nicht noch einmal von vom anzufangen, werde besser gleich eine " Paketlösung" ausgearbeitet.

Dass der von den Anwohnern der Glatzer Straße geforderte Mindestabstand nicht in dieses Paket gepackt wurde, hat andere Gründe. In den verschiedenen Gremien wurde hin und her überlegt, wie die neuen Hauser angeordnet werden sollen. Näher zum Gretescher Weg - das würde eng zwischen Vorder- und Hinterliegern. Weiter nach Norden, also zur Glatzer Straße, das hätte einen städtebaulichen Vorteil: Die Abstände zwischen allen drei Häuserreihen wären einigermaßen gleich groß. Aber der Nachteil: Diese Lösung ist genau das, was die Anwohner von der Glatzer Straße von Anfang an nicht wollten.

Im Ortsrat Darum-Gretesch-Lüstringen wurde ein Kompromiss vorgeschlagen: Sieben Meter sollten frei bleiben, damit könnten beide Seiten leben. Doch der Stadtentwicklungsausschuss setzte sich darüber hinweg. Es gebe " vernünftige städtebauliche Gründe" für sechs Meter Abstand, meinte der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Hus. Einstimmig folgte der Ausschuss seinem Vorschlag und segnete den Bebauungsplan ab. Inzwischen hat auch der Rat zugestimmt.

Eckhard Stockmeier und seine Nachbarn fragen sich nun, ob das der Dank für ihre Kooperationsbereitschaft ist. Sie haben ihre Zustimmung jedenfalls zurückgezogen und hoffen, dass die Bezirksregierung den Bebauungsplan nicht durchgehen lässt. Andernfalls behalten sie sich vor, dagegen zu klagen. (rll)
Autor:
rll


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