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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Protest gegen neue Siedlung am Stadtrand
Zwischenüberschrift:
Turbulente Versammlung in Gretesch
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Protest gegen neue Siedlungen am Stadtrand

Turbulente Versammlung in Gretesch

Gegen die Flächenpolitik von CDU und FDP formiert sich Protest. Eine Anhörungsversammlung für den Stadtteil Darum Gretesch-Lüstringen wurde unversehens zur Kundgebung gegen die Ausweisung neuer Baugebiete im Flächennutzungsplan. Der frühere CDU Ratsherr Klaus Steinmeier ging als Sprecher der Bürgerinitiative hart mit den Plänen ins Gericht, und der FDP-Politiker Dieter Schwarze sah sich gezwungen, seine bisherige Position aufzugeben (dazu auch das Interview auf Seite 11).

Fast 100 Interessierte drängten sich in den engen Saal des Clubhauses an der Gretescher Sportanlage. Der Stadltplaner Siegfried Kaemmerer hatte es zeitweilig schwer, sich gegen aufgebrachte Zwischenrufer zu behaupten. Im östlichen Stadtteil geht es um fünf von insgesamt 22 Änderungen, die von CDU und FDP schon kurz nach ihrem Sieg bei der Kommunalwahl auf den Weg gebracht worden sind. Teilnehmer der Diskussion machten deutlich, dass sie vor allem die 4, 2 ha große Fläche am Schnittpunkt von Hömmelkenbrinkweg und Schledehauser Weg unangetastet lassen wollen.

Auch Siegfried Kaemmerer sprach von einem " Siedlungssplitter in der freien Landschaft" und bestätigte, dass dem Gebiet am Rande des Naherholungsgebiets Lechtenbrink in der Umweltverträglichkeitsprüfling eine hohe Bedeutung bescheinigt wurde. Aber nicht nur solch sensible Rereiche wurden von den Wortführern zu Tabuzonen erklärt. Auch die kleineren Gebiete am Seelbachweg und am Bruchweg sollten nicht bebaut werden, hieß es aus der Versammlung. Eine Streichung des Landschaftsschutzes komme schon gar nicht in Frage, weil kein öffentliches Interesse vorliege.

Kritisiert wurde zugleich, dass die CDU / FDP-Gruppe mit zweierlei Maß messe, wenn sie eine Fläche am Barenteich von der Bebauung verschone. Und das, obwohl sie aus ökologischer Sicht weniger bedeutsam sei als die umstrittenen Gebiete am östlichen Stadtrand.

Wie es denn zu solchen Abwägungsmängeln komme, wollte eine Anwohnerin wissen. " Da müssen Sie die Politiker fragen, die das beschlossen haben", erklärte Stadtplaner Kaemmerer, der zugleich darauf hinwies, dass die Änderungen für den Flächennutzungsplan noch nicht beschlossen seien.

Im Gegenteil: Die Bürgerbeteiligung laufe noch, und wer sich gegen die Ausweisung neuer Baugebiete ausspreche, solle seine Hinwände am besten per Brief oder E-Mail beim Fachbereich Städtebau geltend machen.

Bürgermeister erbittet sich Bedenkzeit

Aufs Grundsätzliche kam der ehemalige CDU-Ratsherr Klaus Steinmeier zu sprechen, der sich in der Initiative " Bürger für Landschaftsschutz" gegen die Pläne seiner Parteifreunde engagiert: Jede Sekunde würden in Deutschland 15 qm Boden versiegelt. Damit müsse Schluss sein, zumal die fraglichen Flächen laut Gutachten " hochkarätig schützenswert" seien. Wenn Osnabrück so weitermache, würden die ökologisch wertvollen Landschaftsbestandteile der Stadt auf die Hälfte zusammenschrumpfen.

In die Schusslinie geriet zeitweilig der FDP-Ratsherr Dieter Schwarze, der sich in der Vergangenheit für die Ausweisung weiterer Bauflächen stark gemacht hatte. Am Ende der Veranstaltung kündigte er an, er werde das Votum aus der Versammlung mit in die Beratungen nehmen.

Frank Henning, der neu gewählte Ortsbürgermeister für Darum-Gretesch-Lüstringen, zog das Fazit: " Nach dem heutigen Abend wird es schwer sein, diese Flächen der Bebauung zuzuführen." (rll)

MIT ZWEIERLEI MASS werde in Osnabrück die ökologische Bedeutung von Bauflächen beurteilt, lautete eine Kritik aus der Anhörungsversammlung zum Flächennutzungsplan. Hier das umstrittene Gebiet am Hömmelkenbrinkweg in Darum.Foto: Michael Hehmann
Autor:
rll


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