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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Schinkel: Charme lebt von den Gegensätzen
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Stadtteil seit 1914 - Industrialisierung machte aus Bauerschaft das am dichtesten besiedelte Gebiet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Schinkel: Charme lebt von den Gegensätzen

Stadtteil seit 1914 - Industrialisierung machte aus Bauerschaft das am dichtesten besiedelte Gebiet

Von Christoph Franken

Der Stadtteil Schinkel hat in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Entwicklung durchgemacht: Vor der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts eine unbedeutende Bauerschaft vor den Toren Osnabrücks, hat sich Schinkel schnell zum größten Stadtteil entwickelt. Der Eingemeindung in die Stadt 1914 war zwar vom Gemeindevorstand noch hinhaltender Widerstand entgegengesetzt worden, aber schließlich siegten doch die Sachargumente.

Den Boom auf Schinkel läutete 1870 der Bau des Stahlwerks ein. Es folgten die Werkstätten der Bahn und zahlreiche Zuliefererbetriebe.

Aus den 1 000 Einwohnern in Schinkel waren schon bis zur Eingemeindung 10 000 geworden, und diese wirtschaftlich bedingte stürmische Zuwanderung von Arbeitern stellte die Bauerschaft vor gewaltige infrastrukturelle Probleme. Dies umso mehr, als die großen Steuer zahlenden Betriebe wie Stahlwerk und Bahn auf Stadtgebiet lagen.

1914 präsentierte sich Schinkel als typische industrielle Vorortgemeinde. Die weitere Entwicklung gescharr in enger Abstimmung mit dem Magistrat. Schinkel wurde an das Kanal-, Wasser- und Gasnetz angeschlossen, und bald fuhr dort auch die Straßenbahn. Schmucke Arbeitersiedlungen an der Oststraße, der Koloniestraße und des Schützenhofs prägten das Bild. Erst der Massen-Mietwohnungsbau der 60- und 70er Jahre schuf oftmals gesichtslose Straßenfronten.

Nach wie vor besitzt Schinkel die höchste Einwohnerdichte der Stadt. Hier leben rund 13 000 Menschen und damit 60 Personen auf einem Hektar. Zum Vergleich: Der Durchschnitt beträgt 13, 1 Menschen pro Hektar. Auch die Zahl der hier wohnenden Ausländer ist mit rund 3 000 sehr hoch.

Dennoch gilt Schinkel trotz oder gerade wegen seiner Gegensätze als ein Stadtteil mit Charme. Viele Bewohner engagieren sich dort in Vereinen, im Kulturbereich oder in der Politik. Dieser hohe Grad der Identifikation verschafft Schinkel in Osnabrück ein besonderes Gewicht. Dazu kommt ein Bürgerverein, der sich nicht nur als Sprachrohr versteht, sondern sich aktiv in die Belange des Stadtteils einbringt. Der traditionelle " Schinkelgang" ist ein Beispiel dafür.

Auch sonst wartet Schinkel mit Besonderheiten auf. So verfügt er mit dem Fernmeldeturm auf dem Schinkelberg über das höchste Bauwerk der Stadt (158 Meter), das Schinkelbad hat mittlerweile über fünf Millionen Besucher gesehen und wird jetzt zum Gesundheits- und Wellnessbad umgebaut. Besonders aktiv ist zudem das Treiben im Stadtteiltreff " Heinz-Fitschen-Haus", und der frühere Luftschutzbunker " Ostbunker" ist seit 25 Jahren als Jugendtreff in der Szene ein Begriff. Auch , der Fußballverein VfL Osnabrück ist untrennbar mit Schinkel verbunden. Sieben Kleingartenkolonien dienen zudem als " grüne Lunge".

Dem Niedergang der Bahn und des Stahlwerks verdankt der Stadtteil neue Entwicklungsmöglichkeiten. So entstanden Gewerbe- und Wohngebiete. Der aktuelle Flächennutzungsplan setzte zudem auf Modernisierung bestehender Häuser.

MUT ZUR FARBE bewies der Eigentümer dieses Hauses, das in den Kreuzungsbereich Buersche Straße / Schinkelstraße hineinragt. Früher befand sich darin eine Zweigstelle der Stadtsparkasse. In der nach oben abzweigenden Schinkelstraße werden zurzeit neue Gas- und Wasserleitungen verlegt. Die Bebauung auf unserem Luftbild, das am 6. November entstand, stammt überwiegend aus den 60er Jahren. Foto: Gerd Westdörp
Autor:
Christoph Franken


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