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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Der lange Weg bis zum "Schmuckkästchen"
Zwischenüberschrift:
Bremer Brücke: Den Anfang machte der FC Rapid - Kleingärtner sorgte für die Lücke
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der lange Weg bis zum " Schmuckkästchen"

Bremer Brücke: Den Anfang machte der FC Rapid - Kleingärtner sorgte für die Lücke

Offiziell fasst das moderne und an drei Seiten überdachte Stadion an der Bremer Brücke heute 18 419 Zuschauer. Aber es war ein langer Weg, bis sich das Stadion in der Form präsentieren konnte, wie es unser aktuelles Luftbild vom 20. September zeigt.

Ursprünglich eine sumpfige Schafweide im Eigentum der Klöckner-Werke, machten die Mitglieder des Schinkelaner SC Rapid ab 1931 daraus einen Fußballplatz., der am 22. Mai 1933 eingeweiht wurde. Die Stadt hatte mit einem Ingenieur ausgeholfen, die Klöckner-Werke kostenlos Baumaterialien beigesteuert und die Reichswehr Lastwagen zur Verfügung gestellt. Der VfL spielte damals noch auf einem holprigen Gelände an der Gartlage. Die Nationalsozialisten zwangen Rapid zur Fusion mit dem VfL, der damit Hausherr an der Bremer Brücke wurde und im Gegenzug die Rapid-Farben Lila-Weiß übernahm. Zum Auftakt schlug der VfL am 19. November 1939 den Deutschen Meister FC Schalke 04 vor 13 000 Zuschauern. 1945 wurden elf Bombentrichter in der Sportarena gezählt. Aber schon ein Jahr später konnte der VfL unter dem von den Besatzungsbehörden freigegebenen Namen 1. FSV Osnabrück dort wieder spielen. Die anhaltende Fußballbegeisterung der Nachkriegsjahre führte dazu, dass das Stadion schon 1952 ein modernes Gesicht erhielt. Ein störrischer Kleingärtner sorgte allerdings bis 1986 für eine Lücke im Stadionrund, weil der Verein dessen maßlose finanziellen Forderungen nicht erfüllen wollte. Dieses Kuriosum wurde bundesweit bekannt. Schließlich setzte die Stadt eine Enteignung des 250 Quadratmeter kleinen Gartens durch. In den 60er Jahren erlebte Osnabrück ein wahres Fußballfieber mit bis zu 33 000 Zuschauern bei den Spitzenspielen: Reklameschilder und Hausdächer dienten als provisorische Steh- und Sitzplätze. 1974 übernahm die Stadt die " Bremer Brücke", ließ die Haupttribüne überdachen und schaffte eine Flutlichtanlage an. Bis 1980 wurden auch die maroden Stehtraversen hinter den Toren abgerissen und durch neue Betonstufen ersetzt. 1981 erklärte sich VfL-Präsident Hartwig Piepenbrock bereit, den weiteren Ausbau mit rund zwei Millionen Mark vorzufinanzieren. Hinter den Toren wurde erweitert und so das Fassungsvermögen auf 20 500 Zuschauer erhöht. Der Bundesliga-Aspirant VfL verwirklichte dann noch bis Sommer 1982 auf eigene Kosten die Überdachung der Fan-Kurven. Bis 1993 investierte die Stadt dann noch 12 Millionen Mark in den Ausbau der Parkplätze, die Verbesserung der Aufgänge, die Renovierung der Stehterrassen und die Neugestaltung des Haupteingangs. Der DFB entdeckte das " Schmuckkästchen englischen Zuschnitts" und kommt zu den so genannten kleinen Länderspielen nach Osnabrück. Am 2. Juli 1989 eroberte die deutsche Damenmannschaft gegen Norwegen die Europameisterschaft an der Bremer Brücke und machte damit Damenfußball bundesweit gesellschaftsfähig. 1994 übernahm der Unternehmer Hartwig Piepenbrock das Stadion und damit auch die Kosten von jährlich 250 000 Mark, die die Stadt bislang zugeschossen hatte. Sein Versuch, die traditionsreiche Spielstätte über diesen Deal untrennbar mit seinem Namen zu verbinden, endete nach heftigem Widerstand im Stadtrat mit einem Kompromiß: " Piepenbrock-Stadion an der Bremer Brücke". Für die Osnabrücker blieb es aber immer die " Bremer Brücke", und die Fans gehen nach wie vor " zur Brücke". Dieses Luftbild ist in den Neue-OZ-Geschäftsstellen für 12, 50 Euro (20x30) oder 25 Euro (40x60) erhältlich. (fr)

DIE OSTKURVE des Stadions ist links im Bild zu sehen. Rechts verläuft die Oststraße mit den dahinter liegenden Bahngleisen.

Foto: Gert Westdörp
Autor:
fr


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