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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Jetzt bewirbt sich Osnabrück für die Buga am Piesberg
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Große Ratsmehrheit für das Projekt
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Jetzt bewirbt sich Osnabrück für die Buga am Piesberg

Große Ratsmehrheit für das Projekt

Das Votum war eindeutig: Mit allen Stimmen der CDU-, SPD- und FDP-Fraktionen entschied der Rat der Stadt Osnabrück gestern Abend bei seiner Sondersitzung im Piesberger Gesellschaftshaus, sich für die Bundesgartenschau (Buga) im Jahr 2013 zu bewerben. Vor allem wegen der Kosten sprachen sich die Rats-Grünen dagegen aus. Auch Kämmerer Karl-Josef Leyendecker warnte: Das Vorhaben dürfe sich nicht zum finanziellen Abenteuer entwickeln.

Für Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip ist es beachtlich, dass sich die Menschen und die Wirtschaft in Osnabrück und Umgebung an der Planung für die Buga beteiligen und das Vorhaben mittragen. Das habe sich besonders in den vorangegangenen Phasen der Bürgerbeteiligung gezeigt. Daran waren unter anderem der Agenda-Arbeitskreis, Zeitzeugen im Alter von 70 bis 90 Jahren und Jugendliche beteiligt.

Ratsvorsitzender Josef Thöle (CDU) wertete eine Buga als " touristischen Leuchtturm" und Riesenchance für die Region. Die Schau werde den Prozess beschleunigen, den Piesberg nach dem Ende der Deponie und später nach dem Abschluss des Gesteinsabbaus zu rekultivieren und zu einem attraktiven Naherholungsgebiet zu entwickeln. Um das 175-Millionen-Euro-Projekt verantwortlich finanzieren zu können, sei aber eine dauerhafte Nachnutzung unerlässlich.

Ähnlich sah es Alice Graschtat (SPD). Die bisherige Beteiligung der Bürger am Planungsprozess zeige: Viele sind dafür. Die Idee der " Himmelstreppe" sei zum Beispiel in den Arbeitskreisen entstanden. Trotz ihrer Zustimmung gehe ihre Fraktion nicht blauäugig an das Projekt heran: Neben den noch offenen Finanzfragen müssten auch die Verkehrsprobleme gelöst werden. Am Ende müssten die Planer auch den Menschen in der Region sagen können, was für sie bei dem Buga-Projekt herauskommt.

Auch Bürgermeister Dieter Schwarze (FDP) gewichtete die Chancen höher als die Risiken. Die Infrastruktur werde gewinnen, und es entwickelten sich Perspektiven für Kultur und Tourismus.

Michael Hagedorn (Grüne) teilte die Euphorie der anderen im Rat nicht. Er kritisierte, dass die Kostenschätzung in der Machbarkeitsstudie weder die noch zu erwerbenden Flächen noch die langfristigen Kapital- und Unterhaltungskosten berücksichtigte. Hagedorn geht hier von jährlich zehn Millionen Euro aus. Von Rentabilität könne man da nicht sprechen. Der Grüne sprach sich gegen eine Urnwandlung zum Disneyland aus, nur um mit der Buga später Geld verdienen zu können.

Kämmerer Karl-Josef Leyendecker teilte die Bedenken. Aber mit der Bewerbung sei ja noch nicht das letzte Wort gesprochen. Für den Fall, dass sich das Projekt zum finanziellen Abenteuer entwickle, gebe es ja ein " Ausstiegsszenario".

Mit diesem Begriff löste der Kämmerer regen Widerspruch aus. Dr. Rainer Tenfelde (CDU) wollte die Bewerbung nicht mit dem Gedanken ans Aussteigen koppeln: Die große Ratsmehrheit für eine Buga-Bewerbung sei das Signal: " Wir trauen uns diese Aufgabe zu." Da gab ihm auch Boris Pistorius (SPD) Recht: " Wer zum großen Sprung ansetzt, muss das mit ganzer Kraft tun, sonst stürzt er ab."

Vor der Abstimmung und der Debatte hatten die Planer Ernst Herbstreit und Susanne von Weymarn ihre Machbarkeitsstudie vorgestellt und dabei die Einmaligkeit des Geländes für eine Buga hervorgehoben. (Mehr zur Buga: S. 16) (swa)
Autor:
swa


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