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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Wenn sich über Osnabrück die Schleusen auftun
Zwischenüberschrift:
Flutkatastrophe auch hier denkbar
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Originaltext:
Wenn sich über Osnabrück die Schleusen auftun

Flutkatastrophe auch hier denkbar

Der Kelch ist an den Bewohnern von Hase-, Düte- und Nettetal vorbeigegangen. Osnabrück und Umgebung droht in diesem Regensommer kein Hochwasser - im Moment. Denn dass auch hier Land unter sein könnte wie in Sachsen oder Bayern, halten Experten für nicht abwegig. Pläne für diesen Fall liegen in der Schublade.

Dr. Eckart Kühl, Professor für Umweltphysik an der Universität Osnabrück, halt schlimmere Überschwemmungen als bisher grundsätzlich für möglich. " Das hat es hier bisher noch nie gegeben", das sei die jetzt häufig zu hörende Reaktion in Girimma und in anderen betroffenen Orten. Wenn innerhalb kürzester Zeit so viel Regen fällt wie sonst in einem halben Jahr, gibt' s überall Probleme.

Das kann Michael Rohling, Abteilungsleiter bei der Osnabrücker Feuerwehr, aus seiner Erfahrung bestätigen. Am 28. Oktober 1998 waren innerhalb von zehn Stunden knapp 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen - weniger als ein Drittel dessen, was sich jetzt im Erzgebirge aus dem Himmel ergoss. " Da stand die Straße an der Haster Mühle einen halben Meter unter Wasser. Die Nette sah aus wie ein reißender Strom", erinnert sich Rohling.

Für den Ernstfall sieht er die Katastrophenschützer der Region Osnabrück aber gewappnet. Wichtige Erfahrungen fürs Katastrophen-Management sammelten sie bei den Evakuierungen für die Bombenräumungen und im Arbeitskreis Bahnunfälle. Besonders wichtig bei Unwetterkatastrophen, aber auch anderen Extrernsituationen wie Terroranschlägen, Eisenbahn- oder Flugzeugunfällen sei die Koordination der Einsatzkräfte. Derzeit entsteht deshalb ein Führungsraum, von dem aus die Katastrophenstäbe die Einsätze von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk sowie anderen Behörden und Institutionen steuern können. In diesem Raum laufen auch die Informationen vom Deutschen Wetterdienst und über die Bezirksregierung von Bundes- und Landesbehörden ein.

Umwelt- und Feuerwehrdezernent Dr. Dieter Zimmermann zieht aus der aktuellen Flutkatastrophe noch zwei Erkenntnisse: Schon im Frühstadium einer Überschwemmung müsse man bereit sein, zum Beispiel durch Deichsprengungen gezielte Überschwemmungen herbeizufühen. Dadurch könnten Gefahren für Menschen vermindert und der Gesamtsachschaden deutlich verringert werden. Außerdem müsse die Bundeswehr mit ihren großen Personal- und Materialreserven früher eingeplant werden.

Dr. Michael Matthies, Professor für Umweltsystemforschung und Leiter des gleichnamigen Instituts der Osnabrücker Uni, ist an einem Forschungsprojekt

Noch kein Modell für die Region Osnabrück

für die Elbe-Region beteiligt. Das soll zu einer noch weiter gehenden Vorbereitung auf Überschwemmungs-Katastrophen beitragen: Hier werden unter anderem Niederschlags-Abflussmodelle entwickelt.

Diese Modelle sollen - nach Eingabe einer Vielzahl von Messdaten - ziemlich exakte Vorausberechnungen von Überflutungen erlauben. Faktoren für diese Berechnungen sind unter anderem Geländeprofile, Pegelstände, der Grad der Landschaftsversiegelung und die Abflussgeschwindigkeiten des Regenwassers. Für die Region Osnabrück wurde ein solches Modell noch nicht entwickelt. (swa)

Spendenaufruf der Politik

Die Osnabrücker Grünen wollen an ihren Infoständen zur Bundestagswahl für die Hochwasseropfer sammeln. Das meldete gestern Kandidat Michael Hagedorn. Auch die Junge Union Osnabrück-Stadt ruft zu Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe auf: " Die Spendenbereitschaft vieler Osnabrücker für den Aufbau der Dresdner Frauenkirche muss sich nun auch in Bezug auf die Hochwasseropfer in der sächsischen Landeshauptstadt zeigen", so Wolfram Giese, JU-Kreisvorsitzender. Seine Empfehlung: Spenden an das Dresdner Kulturbüro, Konto 3 600 707, BLZ 85020500, Kennwort: Hilfe für Dresden.

EINEN KLEINEN VORGESCHMACK auf mögliche Flutkatastrophen an den Ufern von Hase, Düte und Nette bekamen die Osnabrücker im Herbst 1998: Land unter an der Sandforter Straße.Foto: Klaus Lindemann
Autor:
swa


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