User Online: 1 | Timeout: 16:17Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Geschredderte Fische als eine Art Kollateralschaden?
 
Enger abstimmen
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke verteidigen ihr Vorgehen an Regenrückhaltebecken - Stadt: Wahnsinnsgewinn für die Natur
 
Stadtwerke entschlammen Becken
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Geschredderte Fische als eine Art Kollateralschaden?

Stadtwerke verteidigen ihr Vorgehen an Rückhaltebecken - Stadt: Wahnsinnsgewinn für die Natur

Proteste von Anliegern gegen die Art und Weise, wie Mitarbeiter der Stadtwerke Staubecken im Verlauf des Klusgrabens (Dodesheide) entschlammen, haben einen besseren Abstimmungsbedarf zwischen Stadtwerken und der Umweltverwaltung deutlich gemacht. Nachbarn hatten berichtet, die Becken seien vor Beginn der Arbeiten nicht abgefischt, sondern die lebenden Fische in den Aggregaten geschreddert worden.

" Das ist ein eklatanter Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, und auch die Artenschutzbestimmungen wurden verletzt, weil in dem Gewässer die seltenen Bitterlinge vorkamen", wetterte ein Biologe der Uni, der in dem Bereich zwischen Sulinger Straße und Haster Weg wohnt. Auch bei der städtischen Umweltverwaltung ging eine Beschwerde von Anliegern ein.

Für die Stadt war Fachbereichsleiter Detlef Gerdts gestern sichtlich bemüht, den Vorfall herunterzuspielen. Er verwies darauf, dass die Stadtwerke dabei seien, in Abstimmung mit dem Umweltamt 16 teilweise noch betonierte Becken zu entschlammen und naturnah umzubauen. " Das ist ein Wahnsinnsgewinn für die Natur, und diese Umwandlung ist uns wichtiger als ein paar Fische." Im Übrigen besäße seine Behörde keine Erkenntnissse darüber, dass sich artengeschützte Fische in dem Gewässer befunden hätten.

Unmittelbaren Einfluss auf das Tun der Stadtwerke habe die Umweltverwaltung im Übrigen nur, wenn es sich bei Regenrückhaltebecken um gesetzlich eingestufte Biotope handele. Das sei beispielsweise in Atter der Fall, und dort sei vor einer kürzlich erfolgten Entschlammung abgefischt worden. Dessen ungeachtet aber wolle er sich mit den Verantwortlichen der Stadtwerke zusammensetzen, um weitere Aktionen enger abzustimmen. Die stehen an, denn viele der Regenrückhaltebecken Osnabrücks sind in die Jahre gekommen und müssen vom Schlamm befreit werden.

Stadtwerke-Sprecher Peter Horenburg versteht die ganze Aufregung nicht. Sein Unternehmen wolle bei den Arbeiten Kostenbewusstsein mit Ökologie verbinden. In dem betroffenen Teich seien ohnehin nicht viele Fische gewesen und auch denen sei während der Baggerarbeiten eine Rückzugsmöglichkeit geboten worden. " Da baggern wir nämlich eine Stelle tiefer aus, damit sich dort Wasser sammelt." Horenburg schloss " Kollateralschäden" nicht aus, aber im Endeffekt gehe es darum, der Natur stärker zu ihrem Recht zu verhelfen als vorher. " Das muss den Bedenkenträgern auch einmal deutlich gesagt werden dürfen", so der Stadtwerke-Sprecher. (fr)

Stadtwerke entschlammen Becken

Enger abstimmen

Von Christoph Franken

Zum zweiten Mal erwecken die Stadtwerke den Anschein, dass bei ihnen Kostenbewusstsein vor Gesundheits oder Umweltschutz geht. Waren es kürzlich noch die vom Unternehmen angezweifelten Altlasten-Werte, handelt es sich dieses Mal um Fische in Regenrückhaltebecken. Auch im Sinne des Naturschutzes ist, bleibt bei den Anliegern das Gefühl, mit den Tieren sei nicht sensibel genug umgegangen worden.

Mit dem Wechsel des Tiefbaubereichs von der Stadt zu den Stadtwerken ist ganz offensichtlich die direkte Abstimmung mit dem Umweltamt verloren gegangen. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich die Stadtwerke wegen der Fische beim Ordnungsamt ausgerechnet mit dem Sachbearbeiter in Verbindung gesetzt haben, der für das Jagdwesen einschließlich Fischerei zuständig ist. Die Umweltbehörde blieb außen vor. Dazu kommt noch, dass der federführende Abteilungsleiter der Stadtwerke zwar als kosteneffizienter Techniker bekannt ist, aber von angewandtem Naturschutz wenig hält. Schon in Zeiten, als er noch in Diensten der Stadt war, ließ er aus seiner Sicht lästige Gräben schnell verrohren und zuschütten.

Die Stadt muss daher aufpassen, dass ihre hochgelobten Umweltstandards von der eigenen Tochter Stadtwerke nicht konterkariert werden. Wenn das auf der Arbeitsebene nicht funktioniert, sollten sich Vorstand und / oder Aufsichtsrat darum kümmern.

DER SAUGER wartet schon im nächsten Becken am Klusgraben. Tierliebende Anlieger sind mit der Vorgehensweise dort nicht einverstanden. Foto: Gert Westdörp
Autor:
fr


Anfang der Liste Ende der Liste