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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Woher hat die Illoshöhe eigentlich ihren Namen?
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Sommer 1901: Die Hase bot einen ekelhaften Anblick
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Originaltext:
Woher hat die Illoshöhe eigentlich ihren Namen?

Sommer 1901: Die Hase bot einen ekelhaften Anblick

Von Christiana Keller

Ferienzeit und Sommerlust vor 100 Jahren: Das Wetter spielte mit, die Flussbadeanstalten waren oberhalb der Stadtgrenze gut besucht. Der Juli zeigte sich sehr warm und schwül, aber die kurzen Gewitter brachten keine Abkühlung.

Das städtische Wasserwerk kam kaum nach, soviel Leitungswasser zapften die Osnabrücker in diesem Monat. Obwohl es bei den vielen sandigen Straßen und Wegen dringend erforderlich gewesen wäre, wurde das Besprengen der Straßen untersagt. 4 500 Kubikmeter Wasser brausten an einem Tag durch die Leitungen, eine Wassermenge, die man in Osnabrück bis dahin noch nie gemessen hatte.

Gerade darum bot die Hase 1901 erstmalig " einen ekelhaften Anblick", so schrieben die Lokalblätter. Das Thema trat auch in den folgenden Jahren mit schönster Regelmäßigkeit im Sommer auf, denn die Verschmutzung der Hase sollte sich zu einem Dauerreizthema auswachsen, nicht nur für die Anlieger.

Am Neumarkt sah man vor lauter Schlingpflanzen das Wasser kaum. Besonders unangenehm war der Anblick der Hase aber beim Wehr am Herrenteichswall. In den dichten Sumpfkräutern blieben " unappetitliche Sachen" tagelang hängen und beeinträchtigten mit ihrem Gestank die Spaziergänger. Der Gesundheit kann das nicht dienen, vermutete der Reporter der Osnabrücker Zeitung.

Die Klärgruben in der Stadt reichten eben nicht aus und die Abwässer flössen, glitten oder plumpsten in die Hase. Eine Reinigung des Flussbettes einmal im Jahr durch die Anlieger war völlig unzureichend. An einem der ersten Augusttage fand die so genannte " Haseschau" statt, Anlieger, deren Flussstück sich dann nicht in sauberem Zustand befand, mussten Strafe zahlen.

Auch im Rathaus wurde die Frage nach dem Wasserstand erörtert und der neue Bürgermeister Rißmüller schlug vor, die Müller zu entschädigen, wenn das Wasser nicht mehr gestaut werden könnte, aber die Hase müsse fließen.

Für eine internationale Ausstellung " Das Feuerschutzwesen einst und jetzt" in Berlin wurde die älteste deutsche Feuerspritze gesucht. Man fand sie im Ostharz, die eingravierte Zahl nannte das Entstehungsjahr 1744. Die Osnabrücker Zeitung gab zu Recht an, dass in Osnabrück eine viel ältere Spritze existiere: nämlich die der Heger Laischaft von 1722, die 1901 noch " völlig intact und in stetem Gebrauch" war. 1897 erst hatte die Laischaft das 175-jährige Bestehen der Spritze und des Spritzencorps mit großem Hallo gefeiert. Für die Ausstellung kam diese Enthüllung wohl zu spät, die Feuerspritze blieb in ihrem Schuppen am Heger Tor und hielt weiter die Wacht.

Bei Ausschachtungsarbeiten in der Marienkirche war eine Grube entdeckt worden, in der sich " Hunderte von Gerippen und Schädeln" befanden. Vermutlich stammten die Gebeine vom rückwärtigen Friedhof, der 1634 verändert worden war. Die Kirchstuhlbesitzer unter der Studentenempore hatten, ohne es zu ahnen, fast 300 Jahre auf einem Massengrab gesessen.

Im Juli 1901 starb im Alter von 50 Jahren der Privatlehrer und Bibliothekar des wissenschaftlichen Lesezirkels, Christian Geisler. Bekannt war Geisler vor allem als Lokalredakteur beim Osnabrücker Tageblatt, seine Artikel zeichnete er mit dem Pseudonym " Illo". Kurz vor seinem Tod erwarb er zum Erhalt für die Allgemeinheit ein schönes Gelände mit herrlichem Ausblick über die ganze Stadt, das noch heute Illoshöhe heißt. Die Osnabrücker Zeitung schrieb 1901 dazu: " Durch , Illo' s Höhe' wird man sich Geislers noch nach langen Jahren gern erinnern."
Autor:
Christiana Keller


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