User Online: 4 | Timeout: 01:22Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Fünf Zentner Fisch vor dem sicheren Tod bewahrt
Zwischenüberschrift:
Ökologische Aktion der Stadtwerke war ein voller Erfolg
 
Zur Sache: Muschel und Bitterling
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Fünf Zentner Fisch vor dem sicheren Tod bewahrt

Ökologische Aktion der Stadtwerke war ein voller Erfolg

Mustergültig klappen die Entschlammungs-Arbeiten am Regenrückhaltebecken in der Dodesheide: Dort arbeiten Stadtwerkemitarbeiter sowie Natur- und Umweltschützer erstmals im Rahmen eines neuen Konzeptes zusammen, um Schäden an diesen inzwischen entstandenen Biotopen zu vermeiden.

Gewässerökologe Friedel Hehmann, der die Maßnahme jetzt begleitete, freute sich am Montagabend: " Wir haben etwa 90 Prozent der Fische retten können." Auch rund 40 Teichmuscheln konnten Hehmann und seine Mitstreiter aus dem tiefen Schlick bergen. " Ich hatte am nächsten Tag gewaltigen Muskelkater, denn das Gehen in dem zähen Schlamm mit Hüftstiefeln ist unheimlich anstrengend", sagte Biologin Regina Klüppel-Hellmann nach der Aktion.

Die Teichmuscheln hat Hehmann zunächst in seiner Garage zwischengelagert. Sie sollen nach Beendigung der Arbeiten wieder in das Becken 1 an der Cloppenburger Straße zurückgesetzt werden.

Zahlreiche Anlieger verfolgten die Arbeit der Natur- und Tierschützer vom Uferrand aus, und am Nachmittag kamen immer mehr Passanten, die mit den Helfern und Anglern fachsimpelten.

Eine faustdicke Überraschung erlebten Hehmann und Heinrich Arnsthoff von der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung beim elektrischen Abfischen, nachdem eine Pumpe den Wasserstand zuvor stark abgesenkt hatte: Vier kapitale Hechte von 60 Zentimeter Länge und bis zu 40 Zentimeter große Schleien gingen Hehmann in den Kescher. Um das Fangerät herum baut sich ein schwaches Stromfeld auf, das die Fische größenabhängig kurzfristig betäubt. Diese leichte Beute landete im Netz.

Der Gewässerökologe zählte den gefangenen Artenreichtum in dem Gewässer auf: Hechte, Schleien, Barsche, Tausende von Rotaugen und Rotfedern, Gründlinge, Aale, Brassen, Giebel sowie die vom Aussterben bedrohten Moderlieschen und Bitterlinge. " Insgesamt fünf Zentner Fisch", zog Hehmann Bilanz.

" Jetzt weiß ich auch, warum so viele russlanddeutsche Jugendliche hier immer ihr Anglerglück versuchen", meinte ein zuschauender Anlieger. " Die schmecken aber nicht, zu viel Dreck und Schlamm", erklärte Arnsthoff.

Gestern dann legten die beiden Bagger los. Bis über die Ketten stand eines der gelben Ungetüme im schwarzen Schlick und schaufelte ihn kubikmeterweise dem zweiten Bagger an Land zu, der den Schlamm aushob und auf Lastwagen verlud. Rund 2 000 Kubikmeter des belasteten Materials gelangten so auf die Deponie Piesberg.

Mit auf die Reise gingen Gegenstände, die teilweise über 30 Jahre auf dem Grund gelegen hatten: Töpfe, Reifen, Kühlschränke, Fahrräder, Blech-Papierkörbe und ein Moped. (fr)

Zur Sache: Muschel und Bitterling

Der vom Aussterben bedrohte Bitterling und die Teichmuschel gehören untrennbar zusammen: Das Weibchen des nur fünf Zentimeter großen Karpfenfischs legt die Eier in den Mantelhöhlen großer Muscheln ab. Anschließend gibt das Männchen über der Muschel Spermien ab, die mit dem Atemwasser in das Innere der Muschel gelangen und dort die Eier befruchten. Im Schutz der Muschel wächst die Fischbrut heran. Die revanchiert sich für die gewährte Sicherheit, indem sie beim Verlassen der Muschel deren Larven an den Kiemen mit nach draußen transportiert. Dort entwickeln sich winzige Muscheln, die dann abfallen und ihr Bodenleben autnehmen. " Ohne Teichmuscheln keine Bitterlinge und umgekehrt", erklärte der städtische Artenschutzbeauftragte Helmut Schmitz. (fr)

KAPITALE BEUTE: Jochen Diekmann und Friedel Hehmann (rechts) retteten Tausende von Fischen mit dem elektrischen Kescher vor dem Tod. Der Fang wurde auf andere Regenrückhaltebecken verteilt. Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
fr


Anfang der Liste Ende der Liste