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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Wellmannsbrücke: Egerland will Parkdeck aufstocken
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Mehr Platz für Neuwagen aus Frankreich - Konflikt mit dem Naturschutz einstweilen aus dem Weg geganeng
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Wellmannsbrücke: Egerland will Parkdeck aufstocken

Mehr Platz für Neuwagen aus Frankreich - Konflikt mit dem Naturschutz einstweilen aus dem Weg gegangen

Von Rainer Lahmann-Lammert

Das fünfstöckige Parkdeck der Firma Egerland an der Wellmannsbrücke ist knapp vier Jahre nach seiner Fertigstellung schon zu klein, jetzt will die Autospedition zusätzlichen Platz schaffen - alles andere al eine Kleinigkeit: Die 2 200 Stellplätze sollen um weitere 1 000 ergänzt werden, es geht um zusätzliche 20 000 qm Fläche. Egerland-Geschäftsführer Kay Ewaldsen strebt eine Aufstockung in die Höhe an.

Eigentlich sollten die Erweiterungsabsichten heute im nichtöffentlichen Teil des Stadtentwicklungsausschusses zur Sprache kommen. Doch gestern zog Egerland seinen Antrag überraschend zurück. Geschäftsführer Kay Ewaldsen erklärte gegenüber unserer Zeitung, die angedachte Lösung sei nicht ökonomisch. Jetzt werde nach Alternativen gesucht.

Der Rückzieher geht auf eine Kalkulation der Stadtwerke zurück. Sie wollen just an der von Egerland ins Auge gefassten Stelle ein Regenrückhaltebecken bauen. Ein anderer Standort, so heißt es, komme dafür nicht in Frage. Es sei zwar technisch möglich, ein unterirdisches Becken anzulegen. Allerdings müsse Egerland dann für die Mehrkosten in der Größenordnung von 500 000 Euro aufkommen. Doch damit ist das Projekt für die Autospedition vom Tisch. Detlef Gerdts, bei der Stadt Osnabrück Leiter des Fachbereichs Grün und Umwelt, atmete gestern erleichtert auf, als er von Egerlands vorläufigem Rückzug hörte. Das Projekt hätte dem Naturschutz arge Probleme bereitet. Zum einen liegt das Bauvorhaben im Überschwemmungsgebiet der Hase. Die aktuellen Hochwasserkatastrophen werden als Bestätigung gesehen, dass solche Flächen frei gehalten werden müssen, falls ein Fluss über seine Ufer tritt. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung dürfte im Überschwemmungsgebiet gebaut werden - mit der Maßgabe, dass an anderer Stelle so genannter Retentionsraum geschaffen wird.

Ein Teil der potenziellen Erweiterungsfläche steht zugleich unter Naturschutz, als

Die Franzosen steigen ins Geschäft ein

so genanntes 28a-Biotop sogar unter der höchsten Schutzstufe. Eine Aufhebung wäre nur zulässig, wenn dies im öffentlichen Interesse läge. Ein Konflikt, der schon vor fünf Jahren für erheblichen Zündstoff sorgte und am Schluss im Sinne der Arbeitsplätze entschieden wurde.

Doch so weit will es Egerland-Geschäftsführer Ewaldsen jetzt schon wegen der Kosten nicht kommen lassen. Er favorisiert eine Aufstockung des vorhandenen Parkdecks, will sich zu Einzelheiten aber nicht äußern. Egerland versuche jedenfalls, das Projekt am Standort Osnabrück zu realisieren, sagt der Manager der Autospedition. Die Stadt sei dabei sehr kooperativ. " Ich sehe eine gute Chance, das in Osnabrück zu realisieren", lautet Ewaldsens Fazit.

Die Erweiterungspläne werden damit begründet, dass Egerland stärker in das Geschäft mit französischen Neuwagen einsteigt. So hat die SPVA-Gruppe, ein Tochterunternehmen der französischen Eisenbahn, 20 Prozent der Gesellschafteranteile von Egerland erworben. " Eine strategische Allianz", wie es Kay Ewaldsen ausdrückt, aus der sich weitere geschäftliche Aktitäten entwickeln würden.

Bei Egerland kommen täglich bis zu 1 200 Neufahrzeuge aus den europäischen Automobilfabriken an, sie werden überprüft, teilweise nachgebessert und per Lkw zu den Händlern in Nordwestdeutschland ausgeliefert. Auch für Karmann sorgt die Spedition dafür, dass die fabrikneuen Autos zu ihren Käufern kommen.

FÜNF STOCKWERKE reichen nicht mehr: Die Autospedition Egerland will Platz für weitere 1 000 Neuwagen schaffen. Die vorhandene Parkpalette kann 2 200 Autos aufnehmen. Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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