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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Kaufmannstöchterchen beim Schokoladenkauf verletzt
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Juli 1902: Erst Niedrigwasser in der Hase, dann kam der große Regen - Niederschlag gefährdete die Ernte
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Originaltext:
Kaufmannstöchterchen beim Schokoladenkauf verletzt

Juli 1902: Erst Niedrigwasser in der Hase, dann kam der große Regen - Niederschlag gefährdete die Ernte

Von Christiana Keller

" Nach kurzer Hitze folgt reichlich Regen" sagten die Wetterfrösche voraus und das trat auch ein, begleitet von " nicht gerade schweren Gewittern". Regen, Regen und noch mal Regen bedrohte die Ernte Ende Juli vor 100 Jahren.

Ein neuer Pächter für die Pernickelmühle wurde 1902 gesucht. Zehn oder mehr Jahre sollte der Vertrag währen, bestimmte der Magistrat als Vermieter. Die komplette Mühlenausstattung fand sich in der Zeitungsannonce.

Da gab es eine starke außenschächtige Radialturbine, vom Hasewasser angetrieben, die einen Schrotstuhl mit zwei Walzen betrieb. Weiter einen " Wegmannsehen Porzellanstuhl", zwei französische Mahlgänge, eine Griesputz- und Sortiermaschine, noch einen Schrotgang und eine komplette Reinigungsvorrichtung. Zur dreistöckigen Mühle gehörte noch das nebenan liegende Wohnhaus.

Auf das verunreinigte Brunnenwasser machte der Magistrat über die Tageszeitungen wiederholt aufmerksam. Das Wasser aus der Leitung hingegen wurde regelmäßig untersucht und war tadellos. " Trinkt nur Leitungswasser", hieß die Devise. Vor der Einrichtung der Wasserleitungen war Typhus eine oft gekannte Geißel des Sommers gewesen, jetzt trat die Krankheit nur noch vereinzelt auf.

Mitte Juli klagten die Haseanwohner über " gesundheitsschädigende Dünste" die dem Fluss entströmten, denn der niedrige Wasserstand legte den Ekel erregenden Schlamm im Flussbett zum Teil frei. Um Abhilfe wurde dringend gebeten und tatsächlich machte man sich seit geraumer Zeit im Rathaus Gedanken, wie dem Übel beizukommen sei. Eine Lösung schien schon greifbar, wurde aber noch nicht veröffentlicht.

Die reformierte Bergkirche hatte sich für einen zweiten Prediger entschieden, der junge ostfriesische Pastor Ites wurde vom Superintendenten aus Aurich im Juli in sein Amt eingeführt.

Die angesehene Gattin des pensionierten Stadtbaurates Emil Hackländer verstarb im Juli. Die Verstorbene, eine geborene von Bändel, war im Schatten des Herrmann-Denkmals aufgewachsen, das ihr Vater Ernst bei Detmold errichtet hatte.

Das bevorstehende erste " Bundesschützenfest" in Osnabrück warb mit einer gastronomischen Neuerung: Ein rühriger Gastwirt hatte ein westfälisches Bauernhaus " mit hübschem Gärtchen" en miniature zimmern lassen, nannte es " Bodega" und schenkte dort gläserweise Wein aus. Vier Schützenvereine hatten sich zusammengefunden, ihre Kräfte gebündelt und veranstalteten ein großes Fest. Im bunten Bild des Schützenplatzes fanden sich auch Karussells, Schieß-, Spiel- und Kuchenbuden für die Festbesucher. Das Fest begann mit Zapfenstreich und bengalischem Feuer entlang der Hauptstraßen und setzte sich am nächsten Tag mit dem Vogelschießen fort. Die Stimmung auf dem Schießplatz beschrieb der Lokalreporter als " fidel", denn große Menschengruppen amüsierten sich bei Gesang und Gläserklang.

Den Zugreisenden von Osnabrück nach Rheine bot sich im Bereich des Bahnhofs , Lotte ein sehenswertes Bild. Dort hatte ein kunstsinniger Bahnwärter die gleisbegleitenden Hecken in die Form von allerlei Tieren and Menschen gebracht, auch von einer Jagdszene, bei der ein Hase von Jäger und Hund verfolgt wurde, berichten das reisende Publikum. Die Meldung des Monats in Megantgeschriebenem Deutsch: " Gestern verunglückte das Töchterchen eines hiesigen Kaufmannes, als es an einem Automaten Schokolade zog, wobei derselbe um und auf das Kind fiel. Man brachte die Verletzte ins Krankenhaus."
Autor:
Christiana Keller


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