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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
"Das Gurkenglas wird wieder im Müll landen"
Zwischenüberschrift:
Osnabrück Geschäftsfrau klagt gegen das Einwegpfand
Artikel:
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Originaltext:
" Das Gurkenglas wird wieder im Müll landen"

Osnabrück Geschäftsfrau klagt gegen das Einwegpfand

Gegen die Pfandpflicht auf Einwegverpackungen, die im Januar 2003 in Kraft treten soll, machen jetzt auch Osnabrücker Einzelhändler mobil. Mechthild Möllenkamp, Inhaberin von drei Edeka-Märkten, will sich einer bundesweiten Sammelklage anschließen und ist sicher: " Sehr viele Osnabrücker Kollegen werden mitmachen, weil sie nicht zur Müllkippe der Nation werden wollen."

Dabei ist sich die Sutthauser Geschäftsfrau eigentlich einig mit Bundesumweltminister Trittin: " Genau wie er bin ich ein Verfechter des Mehrwegsystems. Doch der Weg über das neue Zwangspfand ist der falsche Weg, man erreicht nur das Gegenteil."

Schon seit langem sei die Mehrwegquote gesunken, weil sich die Discounter wie Aldi und Plus nicht am Pfandflaschensystem beteiligen, sondern nur noch Dosen und Tetra-Packs verkauften. Nach Meinung von Mechthild Möllenkamp spielt auch das Preisbewusstsein der Verbraucher eine Rolle: " Apfelsaft in der Flasche ist 50 Cent teurer als Saft im Tetra-Pack." Diese Preispolitik sei der falsche Weg. Und auch wenn auf Dosen und andere bisherige Einwegverpackungen ein Pfand von 25 Cent erhoben würde, seien sie damit immer noch billiger als die Mehrwegflasche.

Durch die Pfandpflicht auf Einwegverpackungen kämen auf sie und andere " Nachbarschaftsläden" große Investitionen zu. " Die Verbraucher kaufen doch ein Mal die Wo-

Fünf Automaten im Supermarkt?

ehe beim Großmarkt, in der Woche aber mehrmals im kleinen Supermarkt um die Ecke. Was glauben Sie, wo die Kunden die Einwegverpackungen zurückgeben? Bei uns!" Neben der bisherigen Pfandflaschenannahme müsste sie in ihrem Supermarkt noch fünf Automaten aufstellen: Für die Rücknahme von Dosen, Tetra-Packs, Glas, PET-Flaschen und Schlauchbeuteln. " Der Platz fehlt oder geht zu Lasten von Verkaufsfläche, ich brauche Personal, um die Automaten zu leeren, zu säubern und mit Kleingeld aufzufüllen." Und wer, so fragt sie, gibt ihr das Pfandgeld zurück? " Wenn der Kunde beim Discounter Bier in Dosen kauft und die Dosen bei mir gegen 25 Cent Pfand abgibt - wie wird mit mir abgerechnet?"

Als Folge aus dem Einwegpfand sieht sie das Duale System sterben und die Zahl der Glascontainer verringert. " Das Gurkenglas wird dann wieder im Hausmüll landen." Um Mehrkosten zu vermeiden, befürchtet die Supermarkt-Inhaberin, würden viele Geschäftsleute bald ganz auf Mehrwegflaschen verzichten. " Das kann doch nicht der Sinn sein", sagt Mechthild Möllenkamp, die sehr auf eine gute ökobilanz achten möchte.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels und die Handelsvereinigung für Marktwirtschaft haben alle Einzelhändler aufgerufen, sich an einer Sammelklage gegen den Pfandzuschlag zu beteiligen. Und Mechthild Möllenkamp wird dabei sein. " Nicht, weil ich für Einweg, sondern gerade weil ich für Mehrweg bin", betont sie. (d.)

GETRÄNKE in Pfandflaschen sind 50 Cent teurer als in Einwegverpackungen, kritisiert Mechthild Möllenkamp. Die Einzelhändlerin aus Sutthausen klagt auch deshalb gegen die neue Pfandverordnung. Foto: Michael Hehmann
Autor:
d.


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