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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Überall an den Wänden krabbeln die Kakerlaken
Zwischenüberschrift:
Mieter klagt über Plage in seiner Wohnung
 
Zur Sache: Kakerlaken
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Überall an den Wänden krabbeln die Kakerlaken

Mieter klagt über Plage in seiner Wohnung

Er nimmt seine Lederjacke vom Haken und braucht nur einmal kraftig zu schütteln. Schon fallen einige Kakerlaken zu Boden und beeilen sich, unter den Fußleisten zu verschwinden. Bis zu 15 dieser ungebetenen Gäste erlegt Hans Jürgen Raab in seinem kleinen Appartement an der Atterstraße - und das jeden Tag.

Immer, wenn ein Kakerlak die Wand entlang rennt, zerquetscht ihn der Junggeselle. Die vor einem halben Jahr weiß gestrichene Wand ist von Flecken übersät. Ob im Bett, im Badezimmer oder im Brotschrank - überall sind die Ekel erregenden Untermieter zu finden. Mit den erlegten Tieren der vergangenen Nacht steht Hans-jürgen Raab da und klagt, dass er das Problem allein nicht in den Griff bekommt.

Da die 70 Wohneinheiten von einer privaten Immobilienverwaltung vermietet worden sind, ist die Stadt für die Ungezieferplage zunächst einmal nicht zuständig. " Wenn der Befall allerdings zu massiv vorhanden ist und Infektionen drohen, dann werden wir aktiv und erlassen eine Verfügung, so dass der Vermieter gezwungen wird, die Kakerlaken zu bekämpfen", erklärt Peter Tenhaken vom städtischen Gesundheitsamt. " Man muss sich allerdings fragen, wo die Tiere herkommen", so Tenhaken weiter, " der Mieter muss dafür sorgen, dass die Wohnung sauber bleibt." Das sei eine Grundvoraussetzung, damit es gar nicht erst zu einem Befall komme.

Schädlingsbekämpfer kennt die Wohnung

Der beauftragte Schädlings-bekämpfer Konrad Brockmann kennt das Haus in der Atterstraße seit gut einem Jahr, und weiß, warum es immer wieder zum Auftreten von Kakerlaken kommt. " Ich darf nur mit Zustimmung des Mieters in die Wohnung, anderenfalls ist das Hausfriedensbruch", berichtet er, " und 70 Parteien unter einen Hut zu bekommen, ist nicht einfach." Das bedeutet, wenn irgendwo eine Wohnung mit Befall nicht gesäubert werden kann, verbreiten sich die Kakerlaken von dort wieder über das ganze Haus.

Bekämpft werden die Schädlinge mit so genannten Gelpunkten, die überall in die Fugen und Ritzen gespritzt werden. Diese Punkte enthalten einen Lockstoff und ein Gift, das die Kakerlaken innerhalb von zwei bis drei Tagen tötet. Für Menschen sind die Gelpunkte ungefährlich. " Der Wirkungsgrad ist sehr gut", erklärt Brockmann,' " die Schaben bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde und erkunden so in einer Nacht die gesamte Wohnung, wobei sie natürlich auch auf die Gelpunkte stoßen und diese fressen."

Zwar hat Klaus Schlatmann als Immobilienverwalter den Schädlingsbekämpfer wegen des Kakerlakenbefalls beauftragt. Er weiß allerdings, dass die Bekämpfung allein nicht genügt: " Für die Sauberkeit der Appartements und damit für die Vorbeugung gegen Schädlinge ist jeder Mieter selbst verantwortlich." Eine enge Kooperation zwischen Mieter und Vermieter sei daher unerlässlich, um der Plage Herr zu werden.

Zur Sache: Kakerlaken

Kakerlaken gehören zu der Familie der Küchenschaben. In Osnabrück gibt es vier Arten dieser Schaben: Die Deutsche, Orientalische, Asiatische und Braunbandschabe, die auch als einzige fliegen kann. Die im Volksmund Kakerlaken genannten Schaben erreichen ein Alter von bis zu eineinhalb Jahren und eine Größe von zwei bis drei Zentimetern. Rechnet man auch die Kindeskinder zu den Nachkommen, kann es ein Paar leicht auf mehrere Milliarden Nachkommen bringen. Die Kakerlaken erregen bei den meisten Menschen Ekel, der Kot kann Allergien auslösen. Außerdem können sie Krankheitserreger übertragen. Die genügsamen Allesfresser treten überall dort gehäuft auf, wo es dreckig, feucht und warm ist. Küchenschaben treiben sich nicht nur in Küchen herum, sie kommen auch in anderen Räumen, wie Wohnzimmern, Speisekammern und beheizten Kellern vor. Normalerweise entdeckt man die Tiere erst, wenn sie bei einem hohen Befall in ihren Verstecken zu wenig Platz haben und herauskommen.

DIE AUSBEUTE EINER NACHT, gesammelt in einer Plastiktüte: " Ich bekomme die Kakerlaken, allein nicht in den Griff", sagt Hans-Jürgen Raab von der Atterstraße. Fotos: Thomas Osterfeld

ALLES ANDERE ALS NIEDLICH: Kakerlaken treten überall dort auf, wo es dreckig, feucht und warm ist.
Autor:
MP


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