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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Mit langen Zehen über schwimmende Pflanzen
Zwischenüberschrift:
Die Teichralle hält sich meist versteckt am Wasser auf
Artikel:
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Originaltext:
Mit langen Zehen über schwimmende Pflanzen

Die Teichralle hält sich meist versteckt am Wasser auf

Von Gerhard Kooiker

Teichrallen (oder Teichhühner) sind in Osnabrück nach den Stockenten die häufigsten Wasservögel. Sie brüten an stehenden und langsam fließenden Gewässern. In der Innenstadt auf der Hase sind sie ebenso zu Hause wie draußen in der Feldflur auf Teichen und kleineren Seen, aber auch am Stichkanal, auf dem Wüstensee und am Pappelgraben, vor allem auf den Klärteichen in Eversburg.

Für die Ralle ist wichtig, dass am Ufer Pflanzen als Sichtschutz stehen. Besonders günstige Bedingungen bieten ihr daher nährstoffreiche, flache Gewässer mit Uferpflanzen und davor wachsenden Schwimmblattgesellschaften. Ihre langen Zehen sind zum Laufen auf schwimmenden Pflanzen hervorragend geeignet. In dichtem Pflanzenbewuchs picken sie nach Insekten, Kleinkrebsen, Schnecken und Würmern. Auch die grünen Teile von Sumpf- und Wasserpflanzen werden nicht verschmäht. Zur Nahrungsaufnahme sucht die Teichralle gern Wiesen und Äcker oder Gärten in Wassernähe auf. Zum Schlafen setzt sie sich besonders im Winter auf Büsche oder Bäume und bildet mitunter eine Schlafgemeinschaft von vier bis fünf Vögeln. Weil sie sich gerne versteckt, wissen wirüber ihre Bestandsentwicklung in Osnabrück nicht viel. Es deutet jedoch vieles darauf hin, dass ihr Bestand in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Eine Untersuchung im Frühjahr 2001 ergab 125 Brutpaare. Die Teichralle ist nicht nur ein Kulturfolger, sondern sogar ein echter Großstädter geworden. Manche Exemplare sind hier so vertraut, dass sie in Osnabrück überwintern. Teichrallen brüten bei uns regelmäßig zwei Mal im Jahr und können dabei jeweils bis zu fünf Junge aufziehen. In kurzer Zeit können sie neu entstandene Gewässer besiedeln und sich an neue Umweltsituationen anpassen. Die letzten milden Winter kamen ihnen dabei sehr entgegen. Sind einmal keine Wasserpflanzen vorhanden, hinter denen die schwarzen Kopfnicker ihr Nest verstecken können, dann platzieren sie es in seltenen Fällen ohne Sichtschutz auf einem Bootssteg oder an einem anderen ungewöhnlichen Ort.

Im Frühjahr brütete eine Teichralle an der Neuen Mühle direkt neben einer Spundwand. Die Bauarbeiten waren beendet, und die Spundwände sollten beseitigt werden, damit die Hase wieder in ihr altes Flussbett fließen konnte. Eine schwierige Frage für die Naturschutzbehörde: Darf das Nest eines geschützen Vogels versetzt werden? Nimmt der Vogel dieses Nest dann wieder an? Die komplizierte Situation löste sich dann aber für alle plötzlich und unerwartet: Ein Beutegreifer fand das völlig ungeschützte Gelege und fraß alle elf Eier.

DIREKT NEBEN DER SPUNDWAND brütete diese Teichralle an der Neuen Mühle.Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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