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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Meyer & Meyer: Mit einem Pferdenwagen fing alles an
Zwischenüberschrift:
Heute wird das 100-jährige Firmenjubiläum gefeiert
Artikel:
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Originaltext:
Meyer & Meyer: Mit einem Pferdewagen fing alles an

Heute wird das 100-jährige Firmenjubiläum gefeiert

Am Anfang fehlte ein zweites Pferd. Das musste sich der Osnabrücker Unternehmer Adolf Maximlllian Meyer stets von seinem Nachbarn leihen, wenn er mit seinem neuen Möbelwagen-Anhänger etwas transportieren wollte. Ein Pferd konnte der gelernte Tischlermeister zwar sein Eigen nennen, das reichte aber für die meisten Aufträge nicht aus. Das war 1902. und mit dem Wechsel von Adolf Meyer ins Transportgewerbe begann die lange Geschichte einer Osnabrücker Firma, die an diesem Wochenende ihr 100 jähriges Bestehen feiert: Meyer & Meyer. Es ist zugleich die Geschichte von zwei Brüdern, die zuerst eigene Wege gingen, schließlich aber wieder zueinander fanden.

Wer sich die statistischen Daten ansieht, die das Unternehmen heute vorzuweisen hat, mag kaum Glauben, das dies alles einst mit einem ein-

Schwere Zeiten in der Weltwirtschaftskrise

gen hölzernen Anhänger begonnen haben soll: 1 500 Mitarbeiter, 170 eigene Lkw. über 10 Millionen transportierte Teile pro Jahr, Niederlassungen in Hamburg, Bochum, Mönchengladbach, Tochterfirmen im Ausland (u. a. in Kiew, Istanbul), Beteiligung an Firmen wie beispielsweise der Deutschen xtil-Logistlk (DTL) und, und und...

Und doch gab es am Anfang nur dieses eine Pferdegespann, um sich auf diese Tradition zu sinnen, hat die Firma den Anhänger so rekonstruieren lassen, wie er 1902 ausgesehen hat. Der Wagen seines Vaters ist ein Geburtstagsgeschenk, das sich der Geschäftsführungs-Älteste Josef Meyer speziell zum Firmenjubiläum gewünscht hat. der wohl den größten Teil der 100-jährigen Geschichte miterlebt haben durfte - seit über 50 Jahren steht er der Firma vor.

Heute soll der eisenbereifte Acht-Meter-Möbelwagen durch die Osnabrücker Innenstadt fahren. Am Abend soll dann im Rahmen eines Betriebsfestes in der Stadthalle das Jubiläumsfest gefeiert werden. Groß, kräftig und lang, versteht sich.

Genau 30 Jahre lang hatte Firmengründer Adolf Maximilian Meyer die Chance, sein Unternehmen zu einem stattlichen Fuhrgeschäft auszubauen. Dann, im Jahre 1932. starb er unerwartet, und seine beiden Söhne die Brüder Adolf und Josef, erbten die Spedition. Zunächst übernahm der ältere Adolf die Geschäftsführung.

Es waren keine einfachen Zeiten. Die Weltwirtschafskrise machte allen Unternehmern das Leben schwer. Dennoch entschied sich Adolf Meyer, motorgetriebene Spezial-Fahrzeuge für den Mobiltransport zu kaufen. Das Geschäft florierte - zunächst. Dann jedoch kam der Zweite Weltkrieg, und mit einem Schlag war das Geschäft einen Großteil seiner Fahrzeuge los. " Kriegsverwendungszwecke" lautete die Begründung, mit der die Flotte eingezogen wird.

Mit dem Ende des Krieges begann eine wohl einzigartige Geschichte: Die Brüder Josef und Adolf trennten sich. Der jüngere Josef gründete ein eigenes, sogar in Konkurrenz stehendes Unternehmen - und doch gingen beide Brüder einen fast gleichen Weg. Das Möbelgeschäft verlor nach den 50er Jahren zunehmend an Bedeutung. Kleidung war es, was sowohl die Josef Meyer GmbH & Co. KG, als auch die Adolf Meyer GmbH & Co. KG jetzt transportieren wollte. Eine Spezialisierung, die ganz neue Techniken erforderte, denn die Anziehsachen konnten nicht einfach aufeinander gestapelt werden. Sie mussten hängend transportiert werden.

Damit war die Marschrichtung festgelegt. Für beide Unternehmen. Bis zum Januar 1990, in dem eine Fusion schließlich aus zwei getrennten Meyers eine Firma werden ließ. Deren " Kernkompetenz" ist seit je die " Textile Kette" so heißt es im Geschäftsbericht des Jahres 2001, nicht ohne einen gewissen Stolz,

Im Krieg wurden die Fahrzeuge eingezogen

den die Unternehmensleitung auch noch weiter begründet: Selbst in einem konjunkturell schwierigen Jahr wie 2001 mussten weitere neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Nur in einem Punkt hat sich wenig geändert: Wenn heute der hölzerne Möbelwagen des Vaters und Gründers Adolf Maximlilian Meyer durch die Innenstadt zieht, dann sind die Pferde davor wiederum ausgeliehen, zwar verfügt das Unternehmen heutzutage über etliche PS - aber nicht mehr über eigene Tiere. (ta)

MIT EINEM VON PFERDEN gezogenen Anhänger begann vor genau 100 Jahren die Geschiehe der Firma Meyer & Meyer. Bald reichte das nicht mehr aus. Das Foto zeigt einen motorgetribenen Transporter aus dem Jahr 1910. Foto: Archiv Meyer & Meyer

VOR 100 JAHREN: Dieser Pferdetransporter wurde zum Firmenjubiläum originalgetreu nachgebaut. Foto: Elvira Parton
Autor:
ta


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