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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Textil-Reinigung war Umweltsünder
Zwischenüberschrift:
Altlast im Hinterhof Wörthstraße: Lösungsmittel verseucht das Grundwasser
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Originaltext:
Textil-Reinigung war Umweltsünder

Altlast im Hinterhof Wörthstraße: Lösungsmittel verseucht das Grundwasser

50 Jahre lang haben auf einem Hofgelände hinter der Wörthstraße zwei Reinigungsbetriebe gewirtschaftet. Dabei müssen große Mengen Chemikalien versickert sein: Eine Umwelt-Altlast, die nun mit hohem Aufwand saniert werden muss.

" Schon bei den Bodenuntersuchungen vor Jahren im Hammersen-Viertel sind wir auf das Problem aufmerksam geworden", so berichtet Manfred Wortmann vom Fachbereich Grün und Umwelt. Die Quelle der Grundwasser-Verschmutzung mit chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) war schnell gefunden: Eben das Hinterhof-Quartier an der Wörthstraße, von wo aus sich die Chemie-Blase großflächig

Brunnen fördert 1 000 Liter pro Stunde

im Untergrund verbreitet hatte.

Allerdings war der Verursacher selbst nicht mehr dingfest zu machen: Auf dem Gelände haben nacheinander von 1927 bis 1978 gleich zwei chemische Reinigungen gearbeitet - und welcher Betrieb als Verursacher zu gelten hat, ist nicht mehr beweisbar. Deshalb trägt jetzt nach geltendem Recht der spätere Käufer des Grundstücks ohne sein Verschulden die Kosten des Sanierungsverrahrens. " Und das tut schon unheimlich weh", sagte Klaus Grotpeter, der Bevollmächtigte des heutigen Eigentümers: Gut 100 000 Euro hat der Grundstücksinhaber bislang für die Sanierung aufwenden müssen.

Vor etwa zwei Monaten ist in dem verschachtelten Hinterhof an der Wörthstraße eine hochmoderne Anlage zur Schadstoffbeseitigung in Betrieb gegangen: Aus einem etwa zehn Meter tiefen Brunnen wird das belastete Wasser gefördert und über zwei Gegenstrom-Verrieselungsanlagen geleitet.

In diesen Tropfkörpern gasen die chlorierten Kohlenwasserstoffe aus. Die Luft wird in einem geschlossenen Kreislauf durch zwei Filter geleitet, die Chemikalie mit Aktivkohle gebunden. Das gereinigte Wasser fließt dann in die Kanalisation ab.

" Wir fördern derzeit tausend Liter Wasser pro Stunde", so berichtete Manfred Wortmann gestern, " mehr würde durch Grundwasserabsenkung möglicherweise zu Gebäudeschäden führen". Aber immerhin: Seit Anfang März hat die Anlage an der Wörthstraße umgerechnet 14 Kilogramm Kohlenwasserstoffe aus dem Grundwasser ausgefiltert. Die Experten rechnen damit, dass die Anlage wohl fünf Jahre lang betrieben werden muss, bevor die Sanierung dieser Umweltsünde als abgeschlossen gelten kann.( fhv)

IN EINEM HERUNTERGEKOMMENEN INNENHOF an der Wörthstraße schlummert seit Jahren eine Umwelt-Altlast. Manfred Wortmann (links) und Klaus Grotpeter vor dem Brunnen, aus dem jetzt das mit chlorierten Kohlenwasserstoffen verseuchte Grundwasser gefördert wird. Foto: Michael Hehmann
Autor:
fhv


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