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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kaufleute sagen Nein zu Sperrung des Neumarkts
 
Gewichtige Bedenken
Zwischenüberschrift:
Auch Stadtbaurat ist eher skeptisch
 
Diskussion um Neumarkt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kaufleute dagen Nein zu Sperrung des Neumarktes

Auch Stadtbaurat ist eher skeptisch

Entschieden gegen eine Sperrung des Neumarktes für den Autoverkehr spricht sich der städtische Einzelhandel aus. Bei der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Osnabrück-Stadt des Unternehmerverbandes Einzelhandel stimmten gestern nur zwei der 35 Anwesenden für einen " autofreien Neumarkt".

Bei den Kaufleuten überwiegt die Sorge, dass die Innenstadt schwerer zu erreichen sein könnte, es zu mehr Staus kommt und die Kunden aus dem Umland ausbleiben. Das wurde in der Aussprache deutlich. Verbandsgeschäftsführer Peter H. Konermann sprach von einer " breiten Ablehnungsfront".

In ihrer Skepsis bestätigt fühlten sich die Verbandsmitglieder durch Informationen von Seiten der Verwaltung. Der städtische Verkehrsplaner Hans-Jürgen Apel referierte über Tendenzen des Gutachtens, das die Möglichkeit einer Neumarkt-Sperrung geprüft hat. Quintessenz seiner Ausführungen: Die in diesem Fall anstehende Verlagerung der Verkehrsströme wäre zwar beherrschbar, wenn eine Reihe baulicher und betrieblichtechnischer Maßnahmen ergriffen würde; sie würde aber jene Leistungsreserven aufzehren, die derzeit beim Straßenverkehr auf dem Wallring noch bestehen.

Auch von Stadtbaurat Jörg Ellinghaus kam kein Plädoyer für eine Neumarkt-Sperrung. Zwar betonte er, dass eine Verbannung des Autoverkehrs sowohl am Neumarkt als auch im Bereich des Schlosses am Neuen Graben aus städtplanerischer Sicht reizvolle Gestaltungsmöglichkeiten gäbe (" eine tolle Herausforderung"). Aus Perspektive der Verkehrsplaner sieht er jedoch eher Nachteile, denn er befürchtet, dass die Innenstadt nicht nur objektiv schlechter erreichbar wäre, sondern ein entsprechender Eindruck sich auch in den Köpfen der Umlandbewohner noch mehr festsetzt - zum Nachteil der Stadt.

Dass eine Sperrung des Neumarktes der südlichen Innenstadt hilft, sieht Ellinghaus nicht. Dort gebe es eine völlig andere Wirtschaftsstruktur; sie werde sich nicht durch eine Anbindung an den stabileren nördlichen Bereich besser entwickeln.

Ellinghaus Fazit: " Große Bedenken gegen eine Total Sperrung. Es ist sehr fraglich, ob sie Gewinn für die Stadt bringt." Zu welchem Schluss die Politik schließlich kommt, wollte der Baudezernent nicht prognostizieren. Er sieht aber Bewegung: " Manche, die bisher kritiklos für eine Sperrung waren, scheinen die Meinung zu ändern."

Abschied nahmen die Kaufleute von ihrem bisherigen Vorsitzenden Horst Dreyer. Für seinen engagierten Einsatz in diesem Ehrenamt dankte ihm der Chef des Bezirksverbandes Osnabrück-Emsland, Thomas Nulle, nachdrücklich und unter starkem Applaus. Zum Nachfolger wählten die Versammelten den Diplomkaufmann Dirk Kolkmeyer; dessen bisherigen Platz im Vorstand nimmt nun Diplomkaufmann Peter Wüsthoff ein.

Abschied nahmen die Verbandsmitglieder auch vom bisherigen Chef der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH, Elmar Schmitz. Der merkte in einem kritischen Rückblick auf seine zweieinhalbjährige Dienstzeit an, es sei ihm nicht leicht gemacht worden. Er beklagte einen Mangel an Streitkultur und sachlichfairer Auseinandersetzung. Für seine Arbeit dankte ihm der Vorsitzende des Osnabrücker City-Marketing, Dieter Rausehen, unter herzlichem Beifall nachdrücklich. (hs)

GUTE WÜNSCHE gab der scheidende Vorsitzende des Unternehmerverbandes Einzelhandel Osnabrück-Stadt, Horst Dreyer (links), seinem Nachfolger Dirk Kolkmeyer mit. Foto: Klaus Lindemann

Diskussion um Neumarkt

Gewichtige Bedenken

Von Heiko Schlottke

Kommt der Neumarkt bald zur Ruhe? Wohl nicht so, wie es die Initiatoren und Mitwirkenden des so genannten Bürgergutachtens sich wünschen, denn die Bedenken gegen eine Sperrung dieser wichtigen Verkehrsachse sind gewichtig. Vor allem das Gutachten, das sich mit den Folgen befasst, lässt sich so leicht nicht vom Tisch fegen. Wenn eine kurzfristige Verlagerung des Verkehrs auf den Wallring zwar als möglich gilt, zugleich aber die letzten Kapazitätsreserven des Ringes aufzehrt, kann über die Folgen nicht intensiv genug nachgedacht werden. Denn die Perspektive ist nun mal, dass der Individualverkehr in den nächsten Jahren weiter zu- und nicht etwa abnimmt. Es sei denn, man würde ihn aus dem engeren Stadtbereich hinausdrängen. Das allerdings hätte fatale Folgen: zunächst für den Handel, dann für die Stadt insgesamt. Das sollte jeder bedenken, der sich schönen Visionen von völlig neu gestalteten, reizvollen Neumarkt- und Schlossbereichen hingibt.
Autor:
hs


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