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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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"Nicht sperren, sondern für die Menschen öffnen"
 
Neumarkt: Landgericht will mitreden
Zwischenüberschrift:
Neumarkt: Diskussion im Agenda-Arbeitskreis - Klimm (CDU) wagte sich in die "Höhle des Löwen"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Nicht sperren, sondern für die Menschen öffnen"

Neumarkt: Diskussion im Agenda-Arbeitskreis - Klimm (CDU) wagte sich in die " Höhle des Löwen"

Die Osnabrücker Kaufleute sind gegen die Sperrung des Neumarkts? Diese Schlagzeile rief im Agenda-Arbeitskreis Stadtplanung energischen Widerspruch hervor - von Kaufleuten aus der Johannisstraße. Zugleich bemühte sich der Kaufmann Dr. Theodor Bergmann um eine neue Sprachregelung: " Man sollte nicht von einer Sperrung des Neumarkts sprechen, sondern von einer Öffnung - für den Menschen."

Die Sitzung des Arbeitskreises im Stadthaus war ungewöhnlich gut besucht. Im engen Sitzungsraum 622 des Stadthauses drängten sich 35 Interessierte, um vom CDU-Politiker Wolfgang Klimm die Haltung seiner Fraktion zur Neumarkt-Frage zu erfahren. Klimm sprach sich in dieser " Höhle des Löwen" gegen einen Schnellschuss aus und kündigte weitere Anhörungen mit allen relevanten Interessengruppen an.

Persönlich, so bekundete er, könne er sich einen autofreien Neumarkt mit Bäumen und Bänken zwar vorstellen. Als Politiker müsse er jedoch alle Folgen abwägen. Wenn sich der Verkehr auf dem Wall staue, sei das ein falsches Signal für viele Autofahrer, die dann vielleicht nicht mehr in der Innenstadt einkaufen würden.

Klimm nannte es eine Illusion, zu glauben, dass der Neumarkt in den nächsten zwölf Monaten gesperrt werden könne. Denkbar sei, dass der Rat nach gründlicher Beratung im Herbst oder Winter eine Richtungsentscheidung treffe. Anschließend solle ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben werden, und dann müsse auch noch die Finanzierung sichergestellt werden. Bei solchen Prozessen gehe es um lange Zeiträume, bekundete der CDU-Politiker.

Skepsis ließ Klimm gegenüber dem Bürgergutachten anklingen, in dem sich die Planungszellen - nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger - vor einem Jahr für einen autofreien Neumarkt ausgesprochen hatten. Das Bürgergutachten sei " nicht objektiv", es gehe zu wenig auf die Folgen einer Sperrung ein. Das Ergebnis sei so ähnlich, als würde man die Leute fragen, ob die Steuern abgeschafft werden sollten.

Mehrere anwesende Bürgergutachter reagierten empört auf den Vergleich. Sie seien besser informiert als die Politiker, denn sie hätten sich vier Tage lang intensiv mit allen Aspekten auseinander gesetzt, meinte eine Teilnehmerin der Planungszellen. Rolf Brinkmann, der Sprecher des Arbeitskreises, nannte es " nicht fair, die Planungszellen so abzutun".

Kritik am Bürgergutachten kam aber auch aus einer anderen Richtung. Eine Anwohnerin des Walls vermisste Aussagen zur Verkehrsverlagerung. Wenn die Stadt den Neumarkt für Autos sperre, werde es am Wall unerträglich. 30 000 Autos pro Tag entsprächen einer Schlange bis nach Hamburg. Ein solches Verkehrsaufkommen komme einer " Menschenrechtsverletzung" gleich.

Nicht gerade beruhigend klangen da die Ausführungen von Dr. Theodor Bergmann. Das Verkehrsgutachten der Ingenieurgemeinschaft gevas lasse keinen Zweifel, dass die Staus so oder so zunehmen würden, ob der Neumarkt nun autofrei werde oder nicht. Das Gutachten berücksichtige aber nicht, wie sich das Verhalten des Menschen ändert. Gegen Staus gebe es ein gutes Mittel, meinte Bergmann: Durch längere Ladenöffnungszeiten verteile sich der Verkehr über einen größeren Zeitraum. (rll)

Neumarkt: Landgericht will mitreden

" Wir können uns vorstellen, in der Neumarkt-Diskussion eine ausgleichende Rolle zu übernehmen", sagte Landgerichtspräsident Wolfgang Arenhövel. Der Neumarkt sei ein Riesenproblem und habe sich zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt, machten Arenhövel und der Vizepräsident des Landgerichts, Dr. Elmar Schürmann, in einem Pressegespräch deutlich. Die Diskussion über eine Neugestaltung des Platzes wird ausdrücklich begrüßt. " Wir würden uns aber auch freuen, wenn das Landgericht an der Diskussion um die Neumarktgestaltung beteiligt wird", sagt Arenhövel. (dm)
Autor:
rll, dm


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