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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
EU fördert Agrarwege in der Stadt
 
Ein viel zu hoher Standard
Zwischenüberschrift:
Zehn Kilometer werden ausgebaut - Stadt steuert 274000 Euro als Hälfte bei
 
Der Ausbau von Feldweqen in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
EU fördert Agrarwege in der Stadt

Zehn Kilometer werden ausgebaut - Stadt steuert 274000 Euro als Hälfte bei

Zehn Kilometer ländliche Wege am Stadtrand von Osnabrück werden in den nächsten Wochen ausgebaut. Schwerpunkte bilden die Bauerschaften Voxtrup und Darum / Gretesch. Aber auch Sutthausen, Hellern und Pye werden berücksichtigt. Die Finanzierung teilen sich die EU und die Stadt Osnabrück: Sie steuern jeweils 274000 Euro bei.

Ziel dieser Förderung durch das " Proland-Programm" ist eine dauerhaft wesentlich verbesserte Tragfähigkeit der ländlichen Wege mit entsprechenden niedrigen künftigen Unterhaltungskosten durch die Kommunen. Diesen Aspekt betonte auch Kurt Santjer vom städtischen Tiefbauamt. Die asphaltierten Wege seien 20 Jahre lang nur notdürftig geflickt worden. Jetzt erhalten die Wege neue Decken und werden bis zu einer Breite von drei Metern befestigt. " Das ist sinnvoll, dann haben wir 20 bis 30 Jahre Ruhe mit der Wegeunterhaltung", so Santjer. Auf die Anlieger kämen im übrigen keine Kosten zu.

Achim Bohne vom gleichnamigen Ingenieurbüro betreut die Maßnahme für die Stadt und übernimmt auch die Bauleitung. Seine Firma hat bereits Erfahrung mit dem im Jahr 2000 aufgelegten EiU-Programm. " Die Kommunen des Landkreises Osnabrück haben es auch gerne in Anspruch genommen", betonte er.

Für die Stadt seien die Förderbescheide am 6. Juni eingetroffen. Die Aktivitäten innerhalb des Programms glichen immer einer Hauruck-Aktion. " Auch jetzt müssen wir bis Ende Juli gebaut und abgerechnet haben", erklärte Bohne.

Die Abwicklung von der Antragsannahme und Prüfung bis hin zur Bewilligung und Auszahlung der Gelder übernimmt das Amt für Agrarstruktur. Dessen Leiter in Osnabrück, Hans-Günter Altenbernd, freut sich über den bisherigen Verlauf: " Das Programm ist gut angelaufen und im Landkreis sind schon etliche Millionen Euro investiert worden". Landwirtschaft sei ein großes Transportunternehmen und es gehe darum, den Landwirten einen möglichst schnellen Zugang zu ihren Produktionsflächen zu ermöglichen. Das Programm selbst müsse im Zusammenhang mit der Agenda 2000 gesehen werden, wo vereinbart worden sei, die direkten Zuwendungen an die Bauern zu kürzen. " Daher gibt es nun das Programm, das parallel die ländlichen Räume stärkt", sagte Altenbernd.

Kurt Santjer verhehlte eines nicht: " Die Bauern haben nicht Hurra geschrien und wollten den Ausbau nicht". Zu groß sei deren Sorgen, dass auf den Wegen nun schneller gefahren werden könne und sie sich zu Schleichwegen entwickeln.

Neben den beiden Bauerschaften werden in Pye der Nasse Weg und der Musweg, in Hellem der Heller Esch und in Sutthausen der Hörner Weg ausgebaut. (fr)

Der Ausbau von Feldweqen in Osnabrück

Ein viel zu hoher Standard

Von Christoph Franken

Es ist nicht zu fassen: Während der jüngsten Spardebatten stritten sich die Ratsmitglieder erbittert über Zuschusskürzungen an freie Träger von wenigen Tausend Euro. Gestern wurde bekannt, dass die Stadt mit 274000 Euro den Ausbau von zehn Kilometern landwirtschaftlicher Wege mitfinanziert. Denselben Betrag macht noch einmal die EU locker.

Wenn Vertreter von Baufirmen und Planungsbüros die Maßnahmen als sinnvoll einstufen, gebührt ihnen volles Verständnis. Schließlich verdienen sie damit ihre Brötchen. Auch die Argumentation der städtischen Tiefbauer, nun müssten für die nächsten 20 bis 30 Jahre keine Gelder mehr für Reparaturen ausgegeben werden, ist auf den ersten Blick stichhaltig. Die Frage ist aber, ob wir überhaupt einen so hohen Standard auf Wegen brauchen, die ohnehin nur von landwirtschaftlichen Maschinen auf dem Weg zum Acker und von der Handvoll Anlieger auf den Bauernhöfen genutzt werden?

Genau diese überzogenen Anforderungen sind es doch, die den Agrarhaushalt der EU zum Problemkind machen.

Und was ist mit den künftigen Beitrittskandidaten wie Polen oder Tschechien? Wenn die sehen, welche tollen Feldwege es im Rest der EU gibt, werden sie entsprechende Forderungen stellen. Das wird nicht nur unbezahlbar, sondern ist wegen der oftüberflüssigen Bodenversiegelung zusätzlich ein ökologisches Problem.

Die Tatsache, dass zumindest in Osnabrück die Bauern den Ausbau gar nicht wollen, schlägt dem Fass den Boden aus: Der Steuerzahler blutet und die vermeintlichen Nutznießer gibt es gar nicht. So wird EU-Verdrossenheit nicht abgebaut!

DIE EU UND DIE STADT teilen sich die 548 000 Euro für den Ausbau von zehn Kilometer ländlichen Wegen wie hier in der Bauernschaft Voxtrup. Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
fr


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