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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Osnabrück, ein Dorf im Feuchtbiotop
Zwischenüberschrift:
Stadtmodell für die Ausstellung über 1000 Jahre Markt, Münz- und Zollrecht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück, ein Dorf im Feuchtbiotop

Stadtmodell für die Ausstellung über 1000 Jahre Markt-, Münz- und Zollrecht

Vor 1000 Jahren lebten in Osnabrück gerade mal 300 Einwohner, der größte Teil des heutigen Stadtgebiets bestand aus Wäldern und Feuchtbiotopen. Aber der Dom hatte schon in etwa seine heutige Größe. Diese und andere Einblicke ins mittelalterliche Osnabrück erlaubt das Stadtmodell, das für die Ausstellung " Mercatum et Monetum" zum 1000-jährigen Markt-, Münz- und Zollrecht gebaut wurde.

Der Modellbauer Paul Hahn hat die mittelalterliche Siedlung ins Format 1, 9 x 2, 3 Meter projiziert. Erkenntnisse aus über 20 Jahren archäologischer Forschung flossen in das Modell ein, das im Maßstab 1: 1000 angefertigt wurde. Gezeigt wird es vom 28. Juli bis zum 27. Oktober in der Marienkirche, dem zentralen ~> As-stellungsort, der sich der " Mittelalterlichen Lebenswelt Markt" widmet.

Die anderen Teile der Ausstellung werden in der Domschatzkammer und im Rathaus gezeigt. Anlass für die Ausstellung ist das Markt-, Münz- und Zollrecht, das Heinrich II. am 28. Juli 1002 dem Bischof von Osnabrück gewährte. " Eine wichtige Entscheidung auf dem Weg zur Stadtgründung", wie Kultusdezernent Reinhard Sliwka gestern im Pressegespräch vermerkte.

Die Urzelle von Osnabrück war ein Sandrücken an der Hase, eine der wenigen Stellen, die trockenen Fußes passierbar waren. Auf dieser Düne entstand " wohl 780", wie der Chefarchäologe Prof. Dr. Wolfgang Schlüter es ausdrückt, eine Missionsstation, aus der schon bald ein Bischofssitz hervorging. Händler aus entfernteren Region waren die Ersten, die sich in Osnabrück niederließen.

So entwickelte sich eine Siedlung, deren Bewohner meist in Holzhäusern lebten. Sie sind im Modell von Paul Hahn in Braun gehalten, während die wenigen Steinhäuser - Dom, St. Marien und St. Johann, außerdem diverse Kapellen - zur Unterscheidung gelbe Mauern und rote Dächer aufweisen.

Vor 1000 Jahren, als die Stadt das Markt-, Münz- und Zollrecht erhielt, herrschte bereits ein " enormer Bevölkerungsdruck", wie der Archäologe Bodo Zehm betont. Siedlungsflächen waren knapp, Wälder mussten gerodet und Feuchtgebiete zugeschüttet werden. Eine zusammenhängende Bebauung entwickelte sich an der Marienkirche und rund um die Jakobstraße.

Wer als ortskundiger Osnabrücker vor dem Stadtmodell steht, wundert sich über die üppig mäandrierende Hase und die viele Bäche wie Poggenbach und Wiesenbach, die heute längst kanalisiert und unter der Erde verschwunden sind. Die Wüste war ein unwegsames Feuchtgebiet und der Gertrudenberg ein bewaldeter Hügel.

Was " Osnabrug" einst so interessant gemacht hatte, beschreibt Wolfgang Schlüter so: An diesem Platz war die Hase problemlos über eine Furt zu überqueren, und deshalb kreuzten sich hier zwei wichtige Handelswege. Heute hat sich das Verkehrsgeschehen ans Lotter Kreuz verlagert, die Stadt ist geblieben. (rll)

AM ANFANG WAR DER DOM: Das Stadtmodell zeigt Osnabrück vor 1000 Jahren. Im Vordergrund St. Marien und die ersten (hölzernen) Bürgerhäuser am Markt, links das Viertel um die Jakobstraße, im Hintergrund der Dom.Fotos: Uwe Lewandowski

PAUL HAHN hat das Stadtmodell im Maßstab 1: 1000 angefertigt
Autor:
rll


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