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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Der Minitümpel bietet vielen einen Lebensraum
Zwischenüberschrift:
Auch Schmetterlinge suchen Nektar in der Pflanze
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Heute: Wittrockia superba

Der Minitümpel bietet vielen einen Lebensraum

Auch Schmetterlinge suchen Nektar in der Pflanze

Eine höchst interessante " Wohngemeinschaft" bilden manche Bromeliengewächse. Einige Arten wachsen als so genannte Aufsitzerpflanzen hoch oben auf den Zweigen von Bäumen. Hier oben erhält die Pflanze mehr Licht als am Boden. Ihre Wurzeln dienen nur zur Verankerung an den Ästen. Manche Arten bevorzugen aber auch den Lebensraum auf dem Boden. Regenwasser und Mineralstoffe sammeln die Bromelien in ihren festen Blatttrichtern. Und weil es in Regenwäldern nun mal häufig regnet, trocknen diese Minitümpel selten aus.

So ein kleines Gewässer fern vom Boden lockt zahlreiche Tiere an. In den Minlbassins leben Algen, Egel und die Larven von Fliegen, Mücken, Liebellen und Käfern. Sogar eine Krabbe, die so genannte Bromelienkrabbe (MetopauIis depressus), hat sich die Trichter dieser Pflanzen als Lebensraum ausgesucht. Außerdem bewohnen Baum-Steigerfrösche und deren Kaulquappen die Pflanzentümpel. Sie fressen die Insektenlarven und Algen. Die großen Libellenlarven drehen den Spieß allerdings um und erbeuten die Kaulquappen. Wo es derart reichhaltige Wohn- und Lmbensbedingungen gibt, kommt auch gerne Besuch. Andere Tierarten kommen regelmäßig zum Trinken oder Fressen zum Bronelientümpel. Schmetterlinge, Käfer und Kolibris suchen in den Bromelienblüten nach Nektar. Ein geschütztes Paradies kann die Bromelle ihren Gästen allerdings nicht bieten, weil der Besuch ganz unterschiedliche geschmackliche Vorlieben hat. Eidechsen und Fledermäuse kommen beispielsweise zum Tümpel im Baum, beide fressen aber auch Insekten und Spinnen. Ameisen überwältigen in Gemeinschaftsarbeit selbst Käfer, stehen selbst allerdings auf der Speisekarte der Baumsteigerfrösche - ebenso wie andere Kleininsekten und Würmer. Eidechsen hingegen erfreuen sich an Nacktschnecken, die für sie fette Bissen darstellen. Dabei muss die Eidechse allerdings selbst aufpassen, dass sie nicht von einer Baumschlange erwischt wird.

Dafür, dass die Bromelie so vielen verschiedenen Gästen einen Lebensraum bietet, erhält sie aber auch Leistungen im Gegenzug: Die Ausscheidungen der Tiere liefern der Pflanze Mineralstoffe. Außerdem bestäuben nektarsuchende Kolibris und Fledermäuse die Bromelienblüten.

Ihre Heimat haben Bromelien (Bromeliaceae - Familie der Ananasgewächse) In Brasillen. In Osnabrück bietet das Regenwaldhaus des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück den Bromellen optimale Lebensbedingungen im mittleren Planzenbeet in der unteren Ebene ist auch die Art Wittrockia superba (Foto) zu sehen, die in ihrer Heimat sowohl auf dem Boden als auch als Aufsitzpflanze lebt. (jm)

WIE MIT EINEM TRICHTER fängt die Bromelienart Wittrockia superba das Wasser auf, das viele tierische Gäste zum Verweilen einlädt. Foto: Michael Hehmann
Autor:
jm


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