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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Hafenkommandant ließ nach Pflanzen suchen
Zwischenüberschrift:
Junger Gelehrter brachte die Fuchsie nach Europa
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Heute: Fuchsia reqia

Dass Pflanzen in der Botanik die Namen ihrer Entdecker oder anderer bekannter Botaniker tragen, ist nicht ungewöhnlich. Wer diesen Zusammenhängen aber nachgeht, kann tief in die oft spannende internationale Geschichte eintauchen. Sehr gut dokumentiert ist beispielsweise der Weg, den die beliebten Fuchsien auf ihrem Weg in unsere Breiten genommen haben. Sie wurden vor rund 300 Jahren in der heutigen Dominikanischen Republik, genauer gesagt auf Santo Domingo, von dem französischen Forschungsreisenden Charles Plumier entdeckt. Dieser wurde 1646 in Marseiile geboren und trat schon mit 16 Jahren in einen geistlichen Orden ein. Von seinem Vorgesetzten erhielt er die Erlaubnis, die Flora der näheren und weiteren Umgebung seiner Heimt zu studieren. Schon damals bewies der junge Gelehrte außergewöhnliches Talent, Naturgegenstände hervorragend zu zeichnen. 1689 erhielt der Hafenkommandant von Marseiile den Auftrag, einen geeigneten Mann zu suchen, der von Forschungsreisen bemerkenswerte Naturgegenstände, vorwiegend Heilpflanzen, sammeln und nach Paris schicken sollte. Die Wahl fiel auf Plumier. Von seinen Reisen brachte dieser nicht weniger als 924 neue Pflanzenarten nach Europa. Auf dem Vorgebirge von Santo Domingo entdeckte er im Jahr 1695 eine neue Pflanze, die er in seinem 1703 erschienenen Buch genau beschrieb. Er nannte sie zu Ehren des deutschen Botanikers und Mediziners Leonhart Fuchs " Fuchsia triphylla flore coccinea". Fast dreißig Jahre vergingen, bis im Londoner Apothekergarten " Chelsea Garden" ein erstes Exemplar blühte. Die Pflanze hielt nicht lange durch, und erst 1773 sorgte der Amerikaner Thomas Hogg für Nachschub mit neuem Saatgut aus Santo Domingo. Diese Fuchsie erwarb ein englischer Gärtner und verbreitete sie über ganz Europa. Anfang des 19. Jahrhunderts begann die Zeit der Forschungsreisen, in deren Verlauf immer wieder neue Fuchsien-Arten entdeckt und nach Europa gebracht wurden. Heute ist die mit 80 bis 100 Arten starke Vielfalt kaum zu überblicken. Fuchsien gehören zur Familie der Nachtkerzengewächse, benötigen viel Wasser und lieben feuchtwarme Luft. Wassermangel wird sofort mit Abfallen der Blüten quittiert. Die heutige Sortenvielfalt der Beerenfrüchte tragenden Pflanzen beinhaltet klein bleibende genauso wie stark wachsende, hängende wie stehende und klein- wie grofSblütige Sorten. Für Kübel, Balkonkästen und Ampeln sind spezielle Sorten erhältlich, die sich fast immer für einen Stützpfahl dankbar zeigen. Typisch für Fuchsien ist der mit Blütenblättern umgebene Fruchtknoten, aus dem der Kelch sehr weit herausragt, der ebenfalls von Blütenblättern umgeben ist. Allgemein bekannt sind Sorten mit weißem " Innenleben" mit roten Blütenblättern. Im Botanischen Garten der Universität Osnabrück ist die aus Brasilien stammende Art " Fuchsia regia" (Foto) auf dem Weg vom Haupteingang zu den Gewächshäusern zu sehen.( jm)

IN BRASILIEN hat die Fuchsienart " Fuchsia regia" ihre Heimat.

Foto: Elvira Parton
Autor:
jm


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