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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Betondeckel ade: Die Hase darf wieder ans Licht
Zwischenüberschrift:
Am Bahnhof wird das Ufer freigelegt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Rainer Lahmann-Lammert

Die Hase darf sich demnächst auch am Hauptbahnhof wieder unter freiem Himmel zeigen. Im Herbst will die Stadt zwischen Konrad-Adenauer-Ring und Bruchstraße den Betondeckel entfernen, der das Flüsschen seit fast 40 Jahren vom Tageslicht abschirmt. In einer späteren Phase soll am nördlichen Ufer ein Fuß- und Radweg gebaut werden. Doch dafür fehlt derzeit noch das Geld.

Mitte der 60er Jahre hatte die Stadt den 50 Meter langen Abschnitt mit einer Stahlbetonplatte überzogen, um Parkplätze zu schaffen. Es war dieselbe Zeit, in der auch das längere Teilstück zwischen Wittekindstraße und Georgstraße unter einer Rampe verschwand, weil das Gewässer einer autogerechten Stadt im Weg zu stehen schien. Die

Bausünde " öwer de Hase" wurde vor drei Jahren mit Unterstützung privater Anlieger aus der Welt geschafft. Am Hauptbahnhof soll sich die Baggerzange voraussichtlich ab Oktober durch den Beton knabbern.

Für die Öffnung der Hase hinter dem Ufa-Kino am Bahnhof veranschlagt die Stadt 500 000 Euro und hofft, dass sich das Land mit Sanierungszuschüssen daran beteiligt. Die Pläne für die Umgestaltung wurden von dem Landschaftsarchitekten Klaus Wiebold und dem Wasserbauingenieur Lothar Dütemeyer ausgearbeitet. Einige Randbedingungen für den Umbau müssen jedoch noch geklärt werden. Über allem steht die Frage, wie hoch das Wasser in diesem Abschnitt gestaut werden darf.

Mit dem Betreiber der Neuen Mühle am Kollegienwall verhandelt die Stadt über das Stauziel. Er ist an einem hohen Pegel interessiert, weil seine Turbine dann mehr Strom produzieren kann. Doch ein hoher Wasserstand passt den Planern nicht ins Konzept, weil sich der Haseuferweg dann nur noch mit gestalterischen Verrenkungen in das neue Profil integrieren lässt.

Der Haseuferweg ist zwar nicht Bestandteil des ersten Bauabschnitts, die Planung soll aber die Voraussetzungen für eine spätere Realisierung schaffen. Keine leichte Aufgabe für Klaus Wiebold und Lothar Dütemeyer. Am liebsten würden sie Fußgänger und Radfahrer ebenerdig an der Hase entlangführen. Doch dann müsste auch eine ebenerdige Querung über den Konrad-Adenauer-Ring angelegt werden. " Unmöglich!", sagen die Verkehrsplaner, sonst würde die " Grüne Welle" auf dem inneren Ring in noch größere Ferne rücken. Wenn der Konrad-Adenauer-Ring schon überquert werden muss, dann bitte unter der Erde, also auf Hase-Niveau.

Klaus Wiebold und Lothar Dütemeyer schlagen deshalb einen Betontrog für Fußgänger und Radler neben dem Hasebett vor. Der Vorteil einer solchen Lösung ist, dass der Fluss aus nächster Nähe wahrgenommen werden kann.

Unter den beiden Brücken wird es dann jedoch eng, vor

Uferweg vom Neumarkt bis zum Hasepark

allem bei einem höheren Stauziel. Dann könnte man ja eine Panzerglasscheibe auf die Betonmauer setzen, sagen die Planer. Doch dagegen erheben sich Vorbehalte. Wie sieht das aus, wenn Graffitisprayer diese Wände für sich entdecken?, fragen die einen. Und die anderen sorgen sich, dass sich das neu geschaffene Idyll zu einem Tummelplatz für Clochards entwickeln könnte, wie es die FDP-Politikerin Brigitte Gantke kürzlich im Stadtentwicklungsausschuss ausdrückte.

Solche Befürchtungen dürfen nach Ansicht von Stadtbaurat Jörg Ellinghaus nicht zum Anlass genommen werden, ein für die Stadtentwicklung sinnvolles Projekt zu blockieren. Rückenwind für die Haseöffnung gibt es denn auch aus allen politischen Lagern. Auch für die weitere Perspektive gibt es einen breiten Konsens. Der Haseuferweg soll ohne Unterbrechung von der Innenstadt bis zum Hauptbahnhof führen. Dort schließt sich das schon fertig gestellte Teilstück durch den Hasepark an.

Probleme gibt es allerdings auf dem Abschnitt zwischen Neumarkt und Heinrich-Heine-Straße.Einzelne Grundstückseigentümer sind nicht bereit, den Uferstreifen an die Stadt zu verkaufen. Jetzt wird darüber nachgedacht, Stege zu bauen, um das Ziel doch noch zu erreichen.

BETON, WOHIN DAS AUGE BLICKT: Wer hätte gedacht, dass unter dieser Plattform die Hase fließt? Im Herbst soll sie wieder freigelegt werden.

OBEN DIE AUTOS, unten die Fußgänger: So oder so ähnlich stellen sich die Planer den Haseuferweg am Hauptbahnhof vor. Vor Hochwasser soll eine Panzerglasscheibe zwischen Flussbett und Weg schützen. Zeichnung: Dietrich Venjacob

LICHT AM ENDE DES TUNNELS: Im Herbst soll der Betondeckel zwischen Bruchstrafse (im Vordergrund) und Konrad-Adenauer-Ring verschwinden. Die beiden Brücken bleiben erhalten.

Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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