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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Heimat für Fledermäuse aller Art
Zwischenüberschrift:
Die Wasserfledermaus und 14 ihrer Verwandten leben in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Heimat für Fledermäuse aller Art

Die Wasserfledermaus und 14 ihrer Verwandten leben in Osnabrück

Von Gerhard Kooiker

Wir sehen die Hand vor Augen nicht. Es ist stockdunkel. Wir tasten und stolpern durch das Unterholz eines Bruchwaldes und sind ausgerüstet mit starken Taschenlampen und einem High-Tech-Gerät, dem Bat-Detektor. Unser Ziel ist die Düte: Über dem Wasser vermuten wir das Jagdgebiet von Wasserfledermäusen (Myotis daubentonii).

Kaum angekommen, gibt unser " technischer Spürhund" schon knisternde Geräusche von sich: Fledermäuse sind in der Nähe. Wir lassen unsere Lampen kurz aufleuchten und sehen zwei Fledermäuse mit einer hellen Unterseite dicht über das Wasser der Düte huschen. Es sind die gesuchten Wasserfledermäuse.

Ohne unseren Detektor hätten wir sie wohl nicht bemerkt, da die von den Fledermäusen ausgestoßenen Ultraschall-Laute für unsere Ohren wegen der hohen Tonfrequenzen nicht hörbar sind. Mit Hilfe der Detektoren lassen sich die Laute der Fledermäuse in für Menschen wahrnehmbare Geräusche umwandeln.

Fliegende Fledermäuse sind nachts sehr schwer zu bestimmen: Für die Fledermaus-Erfassung und den Artenschutz war die Entwicklung des Bat-Detektors höchst bedeutsam.

Osnabrück ist dank seiner vielfältigen Biotope und natürlichen Baumhöhlen, alten Stollen und Gemäuer sowie ruhigen Dachböden reich beschenkt mit Fledermäusen: Von 22 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten wurden inzwischen 15 Arten im Stadtgebiet nachgewiesen. Die Wasserfledermaus gehört zu den häufigen Arten, die derzeit über Regenrückhaltebecken, Flüssen oder Teichen der Stadt fliegen, so der Experte Carsten Dense. Sie jagt erst in der späten Dämmerung und wird daher kaum gesichtet; im Gegensatz zu den frühzeitig in der Dämmerung fliegenden Zwerg- und Breitflügelfledermäusen.

Im August streichen Weibchen und Jungtiere umher und bilden lockere Schlafgemeinschaften in wechselnden Quartieren. Die Winterquartiere suchen sie im Oktober auf, häufig in Höhlen oder Stollen, wo die Säugetiere dann von November bis März Winterschlaf halten. Interessanterweise paaren sie sich hauptsächlich in den kurzen Wachphasen des Winterschlafes.

Ab April etwa suchen sie ihre Sommerquartiere auf meist natürliche Baumhöhlen. Hier bringen die Weibchen ihre Jungen zur Welt und ziehen sie bis etwa Juli auf. Die Männchen bilden ebenfalls Kolonien. Fliegen die Weibchen zur Nahrungssuche, dann lassen sie ihre Jungen zurück. Die Wochenstuben lösen sich momentan im August nach und nach auf. Carsten Dense bittet, Fledermausquartiere zu melden (Telefon 054l / 28813).

AM HELLEN BAUCH zu erkennen: Die Wasserfledermaus jagt in der späten Dämmerung über fast allen Gewässern Osnabrücks.

Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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