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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Konkurrent für die Angler
Zwischenüberschrift:
Der Kormoran ist Fischliebhaber und ein seltener Gast in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Gerhard Kooiker

Der Kormoran hat es schwer. Sein Vergehen ist es, Fische zu fressen und sich damit in Nahrungskonkurrenz zum Menschen zu begeben. Er stand noch vor wenigen Jahrzehnten in Mitteleuropa wegen eines gnadenlos geführten, langanhaltenden Vernichtungsfeldzuges kurz vor der Ausrottung.

Inzwischen hat er sich aber, nachdem er ab den 1960er Jahren unter Schutz gestellt wurde, prächtig erholt. Heutzutage wird er wieder verfolgt und geschossen. Das Niedersächsische Landesamt für Ökologie beziffert den niedersächsischen Brutbestand der schwarzen Gesellen auf 1 240 Paare, die in 15 Kolonien brüten.

Die Ursache für seine gebietsweise besonders starke Bestandszunahme ist die wesentlich verbesserte Nahrungssituation: Weil die Gewässer immer nährstoffreicher werden, haben sich vor allem in den küstennahen Brutgebieten die für die Fischerei kaum nutzbaren Weißfischbestände explosiv vermehrt. Andererseits hat der Kormoran als Fischjäger teil am Fischreichtum vieler Gewässer: Den Fisch bekommt er an vielen Gewässern der Teichwirtschaft quasi auf dem Tablett serviert.

Die derzeit erbittert geführten Grabenkämpfe zwischen der Fischereiwirtschaft und Sportanglern einerseits und den Naturschutzverbänden andererseits spielen bei uns im gewässerarmen Osnabrück keine Rolle. Der Kormoran brütet nämlich nicht in Osnabrück und taucht bei uns nur vereinzelt und in geringer Zahl an den größeren Gewässern wie dem Attersee, dem Rubbenbruchsee und den Klärteichen in Eversburg auf. Die nächstgelegene Brutkolonie liegt am Alfsee im Reservebecken. Größere Trupps bis zu 100 Vögel und mehr lassen sich ferner am Dümmer und den Ahlhorner Fischteichen beobachten. Dort ruhen die Vögel aus und stehen aufrecht auf kahlen Bäumen oder Büschen, oft mit ausgebreiteten Flügeln, um wieder trocken zu werden.

Grundsätzlich gilt der Abschuss in bestimmten Kreisen als Lösung für viele Probleme. Dabei wird fast immer das Symptom bekämpft und nicht die Ursache. In Bayern wurden allein im Winter 1996 / 97 rund 6 100 Kormorane geschossen. In Niedersachsen ist der Kormoran zurzeit noch geschützt, darf aber per Ausnahmegenehmigung geschossen werden. Durch Abschussgenehmigungen werden überdies weitere Begehrlichkeiten auf andere Arten geweckt: Gänsesäger, Graureiher, Habicht und Mäusebussard stehen bereits auf der Wunschliste vieler Jäger. Es ist aber zu vermuten, dass der Kormoran seine Lebensraum-Kapazitätsgrenze erreicht hat und dass nun die Population durch natürliche Gegenspieler wie Krankheiten / Parasiten, Wetter und Nahrungsangebot reguliert wird.

DER KORMORAN ist in Niedersachsen zurzeit noch geschützt, darf aber per Ausnahmegenehmigung geschossen werden.Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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