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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Alle zehn Jahre die Bäume zählen
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Weg vom Kahlschlag: Forstleute legen Ziele der Waldentwicklung fest
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Forstleute und Waldbesitzer müssen einen langen Atem haben. Denn bis eine Buche " reif" ist und geerntet werden kann, dauert es gut und gerne 150 Jahre: " Wir sehen heute schon, wie sich ein Waldstück langfristig entwickeln soll", sagt Forstdirektor Franz Hüsing dazu, " auch wenn die Bewirtschaftung sich in kurzen Zeiträumen vollzieht."

Alle zehn Jahre findet in den niedersächsischen Wäldern eine forstliche Inventur nach ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten statt. Diese als Forsteinrichtung bezeichnete Planung steht jetzt wieder für die Wälder im Stadtgebiet Osnabrück an.

Bis zum November werden die beiden Forstreferendare Thomas Janssen und Christian Muke am Schölerberg, im Natruper Holz und im Heger Holz unterwegs sein: Mit Karten, Messgerät und Computer erfassen sie die Baumartenverteilung, dazu Alter, Höhe und Durchmesser der Bäume und berechnen auf dieser Grundlage sowohl den Istzustand als auch eine mögliche Fortentwicklung des Waldes.

Die Stadt Osnabrück, die Heger Laischaft und die Evangelischen Stiftungen bewirtschaften zusammen immerhin 368 Hektar Wald. Dazu haben sie einen Betreuungsvertrag mit dem Forstamt Palsterkamp abgeschlossen. In diesem Rahmen erfolgt auch die Forsteinrichtung durch das Niedersächsische Forstplanungsamt in Wolfenbüttel.

Dazu der Forstdirektor Franz Hüsing: " Im Rahmen des langfristigen ökologischen Waldentwicklungsprogramms beurteilen wir das Wuchsverhalten der Waldbäume nach den vorangegangenen Erntemaßnahmen und planen die pflegliche Behandlung der Wälder."

In nüchternen Zahlen ausgedrückt, bedeutet das zum Beispiel für das Heger Holz: Vor zehn Jahren ermittelten die Forstleute hier einen durchschnittlichen Holzvorrat von 237 Festmetern pro Hektar. Ein Festmeter entspricht etwa einem Kubikmeter. Jahresring für Jahresring hat der Wald etwa zehn Festmeter zugelegt, geerntet wurden aber weniger als fünf Festmeter pro Jahr. " Damit erhöht sich der Holzvorrat nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit erheblich", sagte Hüsing dazu, " alle Wälder im Land leisten so einen Beitrag zur Reduzierung des Treibhausgases Kohlendioxid, das im Holz gespeichert ist."

Gleichzeitig betrachten die Forsteinrichter im Team um Franz Hüsing den Wald nicht nur nach seinem wirtschaftlichen Nutzen: Alte knorrige Bäume sollen auch als Totholz im Wald verbleiben, damit der Specht seine Nisthöhle bauen kann und auf morsches Holz spezialisierte Pilze ebenfalls einen Lebensraum finden. Und die Stadt Osnabrück hat in Sutthausen eine " Sukzessionsfläche" auf zwei Hektar angewiesen, die vollständig sich selbst überlassen bleiben soll. Bei der Holzernte allerdings hat sich in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen: Statt flächenweisem Kahlschlag gilt jetzt das Prinzip der Einzelstarnm-Nutzung. So kann jede Generation ernten. Und im Schatten der Altbäume wächst eine natürliche Verjüngung heran. Aber gepflegt werden muss der Wald ständig. " Denn nur regelmäßig durchforstete Bestände sind ökologisch stabil und bringen dem Eigentümer gleichzeitig einen ökonomischen Nutzen", wie Forstdirektor Franz Hüsing sagt, " und dafür bietet die Forsteinrichtung die Planungsgrundlage." (fhv)

BESTANDSAUFNAHME IM WALD: Ausgerüstet mit Kartenwerk und Messgeräten, ermitteln Forstdirektor Franz Hüsing und die beiden Forstreferendare Christian Muke und Thomas Janssen (von rechts), wie die städtischen Wälder gewachsen sind und was in den nächsten zehn Jahren zu tun ist. Foto: Jörn Martens
Autor:
fhv


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