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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Klärschlamm als Dünger: nützlich oder gefährlich?
Zwischenüberschrift:
Fachmann warnt bei Änderung von steigenden Gebühren
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Klärschlamm als Dünger: nützlich oder gefährlich?

Fachmann warnt bei Änderung vor steigenden Gebühren

Aktuelle Bestrebungen im Bundesrat, das Ausbringen von Klärschlammen auf landwirtschaftlichen Flächen zu verbieten, könnte direkte Auswirkungen auf die Osnabrücker Gebührenzahler haben: " Die Entsorgungskosten stiegen dann mindestens um das Doppelte", sagte Klärwerks-Chef Jürgen Peters.

Der Klärschlamm aus Osnabrück wird seit 1995 auf Äcker und Felder in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen Anhalt gebracht, so beispielsweise in die Prignitz, die Altmark und nach Waren an der Müritz. Das Klärwerk unter Regie der Stadtwerke bedient sich dabei der Firma Osters und Voss aus Großgotschow (Brandenburg): Die sorgt für Flächen, untersucht die Böden auf ihre Eigung für den ebenfalls regelmäßig beprobten Klärschlammm, berät die Bauern und transportiert die rund 24 000 jährlich in der Hasestadt anfallenden Tonnen ab.

" Diese Form der Verwertung ist für uns deutlich günstiger als vorher", hob Peters hervor. Die Stadwerke zahlen der Fremdfirma für den gesamten Service 70 Mark pro Tonne. " Für uns als Klärwerk ist dies eine reibungslos funktionierende Entsorgungslinie", bekräftigte er.

Die Kommunen entledigen sich ihres Klärschlammes regional sehr unterschiedlich: Während Niedersachsen 70 Prozent als Sekundärdünger landwirtschaftlich verwenden lässt, verbrennt Nordrhein-Westfalen (NRW) den gleichen Anteil in speziellen Anlagen. Vor dem Hintergrund der BSE-Krise spitzte sich die Diskussion um den richtigen Weg zu. Bayern, Baden-Württemberg und NRW drängen im Bundesrat auf ein Verbot des Einsatzes auf Feldern.

Außerdem wird es zunehmend schwieriger, überhaupt noch Landwirte zu finden, die Klärschlamm akzeptieren. Dazu beigetragen haben dürften auch Lebensmittelproduzenten - etwa die Hersteller von Babynahrung -, die ihre Lieferanten vertraglich verpflichten, auf den Einsatz von Klärschlamm als Dünger zu verzichten. Einige Hersteller werben auch offensiv damit.

Für Jürgen Peters ist das ein falscher Ansatz. Im Gegensatz zur hemmungslos und unkontrolliert aufgebrachten Gülle werde der Einsatz von Klärschlamm hervorragend überwacht und nutze den Sandböden in den neuen Bundesländern. " Für mich ist das der richtige Weg der Kreislaufschließung", betonte er.

Sollte dieser Verwertungsweg allerding " politisch getötet" werden, würden im Klärwerk Osnabrück für eine neue Schlammentwässerung Millioneninvestitionen fällig. " Die Entsorgungskosten steigen dann zwangsläufig." (fr)

MIT KALK angereicherter Klärschlamm wartet in einer Lagerhalle des Klärwerks auf die Abholung durch täglich fünf Lastwagen. Maschinenmeister Dieter Remest sorgt für Sauberkeit im Torbereich.

Foto: Gert Westdörp
Autor:
fr


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